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Parade der Geschichte 2010

Parade der Geschichte in Rottleberode - die Fünfte (7.) 8. und 9. Mai 2010
Unter der Schirmherrschaft des Präsidenten des Landesverwaltungsamtes von Sachsen- Anhalt, Herrn Thomas LEIMBACH, stand der diesjährige Event im Gelände der KNAUF- Deutsche Gipswerke AG in Rottleberode. Der Präsident stellte im Laufe der Veranstaltung das >>Biosphärenreservat Karstlandschaft Südharz<< vor und stellte beim Begrüßungsappell der teilnehmenden Historiengruppen das dafür geschaffenen neue Autobahn- Hinweisschild vor. Zu seiner Seite hatte er die Rosenkönigin vom weltberühmten Rosarium in Sangerhausen und unseren altbekannten und bewährten Herold, der mit viel Witz und Humor durch das Programm und die Parade anführte. Da bekanntlich gute Laune ansteckend ist, animierte er nicht nur den 75jährigen Fahnenschwenker der Alte Garde Bleicherode e. V. (?) zu sportlicher Höchstleistung und unzähligen Zugaben, die spontan mit Wertungen zwischen 5,5 bis 6,0 honoriert wurden. Nach einem Ausfall der, dem Dreißigjährigen Krieg entsprungenen, Pikenhorde aus Schottland (in der Sächsischen Schweiz) (Mackays Regiment of Foote), der den Yankees (Nordstaatler des amerikanischen Bürgerkrieges) galt, wussten sich die Amerikaner (IG Reenacturs Hameln) schlagkräftig zu wehren und ihr Kartoffelangriff schlug herbe Brechen in die Reihen der schottischen Hochlandwölfe. In der Tat, ein Erdapfel traf so unglücklich, dass einer der wackeren Rockträger zu Boden ging. Das blieb nicht ungesühnt, - beim Abschlussappell kam die Retourkutsche der Highlander. Drei der besten Vertreter dieses insularen Volksstammes traten den Yankees entgegen, zeigten denen ihre Rückfront und mit Anheben ihrer Röckchen das blitzblanke nackte, wohlgeformte Darunter... Die Schöppenstedter (Historische Bürgerwehr e. V.) ließen auch wieder ihren Herzog und alle seine Huren hochleben, die Freihusaren von Kleist hatten auf das knarrende Kommando ihres Kommandeurs lediglich ein Hoch auf den Alten Fritze drauf - woher sollte der alte Knicker aber auch derartiges Weibsvolk herhaben? So sorgten die meisten Historiengruppen für ihren Einfall und nahmen dem ganzen Geschehen die Strenge und das uns angedichtete, angebliche Kriegsverherrlichen. Als wir zum Abschlussappell angetreten waren, warteten wir zunächst vergeblich auf die Russischen Jäger 1813 e.V., obwohl wir sie von Weitem verharrend im Gelände sahen. Dann setzten sie sich endlich in Bewegung. Man hatte seine „Pferdchen" gesattelt und ritt mit viel Hallodri in die „Manege" ein. Damit hatten sie wohl den größten Heiterkeitszuschlag errungen. Die Truppe war genau neben uns postiert und wir konnten feststellen, dass es ein wirklich prima Haufen ist. Wir lernten einige neue Truppenteile kennen und trafen alte Bekannte wieder, wie z. B. unsere Freunde der Blankenburger Traditionsgemeinschaft e. V, die uns irgendwie etwas verändert vorkamen. Ja, alle Mannen der Gruppe hatten sich ein Attribut männlicher Würde „wachsen" lassen und fesch gezwirbelte Schnurbärte zierten ihre soldatischen Gesichter. Gern sahen wir auch die Darsteller des Vereins für Lebendiges Mittelalter Nordhausen e. V. mit dem ersten teutschen König Heinrich dem Vogler und seiner Gemahlien Königin Mathilde an der Spitze, aber gern gingen wir zeitlich noch weiter zurück und begrüßten die Harzer Hunnen mit Attila dem Weltenherrscher. Freude auf beiden Seiten wird versprüht, wenn wir auf unseren Freund René DWARS und seine Gruppe >>Infanterieregiment 1788 des Herzogtums Mecklenburg- Strelitz e. V. << treffen. Aus deren Reihen gesellte sich heuer eine schicke Hofdame zum Dresdner Hof und verstärkte dessen Glanz, wodurch die Kleister noch mehr zu gackern und blöken hatten. Schön, wenn man als aktiver Militär schon weiß, wo man seinen Alterssitz finden wird: Freigut von Kleist mit Hühnerhof und Schafzucht! So hatten wir alle unseren Spaß, ohne dass da etwas übel zu nehmen war. Gerade das Lockere und trotzdem Lehrreiche und Sehenswerte der Rottleberoder Geschichtsparaden, wo man immer gern dabei ist, macht den Reiz dieser Events aus. Wenn dazu noch der Drache Fangdorn röhrt (mit neuem Programm übrigens), sich Ritter gegenseitig vermöbeln, die Südstaatler den Yenkees verbissen trotzen, vielerlei unterschiedlichste Kanonenrohre lautstark und Pulver dampfend röhren, Spielleute nerven und die Festparade durch schlammige Schweinesuhlen führt, kommt ungetrübte Freude auf, die heuer gewohnheitsgemäß mit einem abschließenden Regenguss gekrönt wurde. Wenn wir jetzt schon wissen, dass wir bei der nächsten Parade der Geschichte wieder mit von der Partie sein wollen, spricht das für diese vielseitige Veranstaltung der Fa. Michael MANTHEY Event GmbH. Wir hoffen auf eine Weiterführung der Paraden und wie gesagt, wir reiten gern wieder durch die Goldene Aue, zumal, wenn sie sich, ihrem Namen alle Ehre machend, in voller Rapsblüte präsentiert, und sei es nur, um mal wieder das Gewicht regennasser Leinwand zu verspüren. Text und Fotos: Bernd Schwabe



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