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Treffen der Gemeinsamkeiten am 19.11.09

Es ist kein Gerücht:

Dresdner Freunde der Traditionspflege trafen sich in der Gaststätte „Zum Gerücht“ in DD- Laubegast, um die Strategie künftigen gemeinsamen Auftretens zu beraten.

 

Egal, mit welcher Sache man sich befasst und in welcher Form das geschieht, es muss Freude machen und in jeder Form etwas bringen. Hader und Zwist sind dazu gewiss nicht geeignet. In unserem Verein geht es diesbezüglich sehr harmonisch zu, ohne dass wir ausschließen wollen, nicht mitunter in Teilen unserer Arbeit auch mal unterschiedlicher Meinung zu sein. Da wir Freunde sind und uns immer als solche verstehen, haben sich Meinungsverschiedenheiten, so selten wie sie aber auch sind, nie zu einem handfesten Streit ausgeweitet. Eher sehen wir uns mitunter von Außen Anfeindungen ausgesetzt, die nicht gerechtfertigt sind und unserem (gemeinsamen) Tun eher schaden als nutzen, da es sich in den uns betreffenden Fällen nicht um konstruktive Kritik handelte, aber auf Ausgrenzung abzielte. Dass dabei Leute aktiv wurden, die wir eigentlich immer als Gleichgesinnte am gleichen Strang ziehend angesehen haben, dabei aber offenbar eigene Profilierungssucht in den Fordergrund rücken müssen, schmerzt uns, ohne uns in der Kontinuität unserer Arbeit beeinflussen zu lassen. Aber ärgerlich sind solche Dinge schon, wenn sich da jemand zum „wilden MAXEN“ aufschwingt. Auch Mittelmaß, Etikettenschwindel  und Trittbrettfahrerei sind ärgerliche Momente, die uns aber nie gelähmt haben, im Gegenteil, sie haben uns beflügelt, unsere selbst gestellten Ansprüche weiter voranzutreiben und stetig zu verbessern. Dabei war schnell zu merken, dass das in Gemeinschaft von Gleichgesinnten, die in unserer Stadt die gleichen oder ähnlichen Ziele verfolgen, besser geht. Daher haben wir im jetzt zu Ende gehenden Jahr einige Dinge schon gemeinsam angegangen und damit Erfolg gehabt. Was liegt da näher, diese Gemeinsamkeiten künftig noch auszubauen und zu bündeln und dieser Gemeinsamkeit eine feste Basis zu schaffen. So reifte der Gedanke, dass wir uns mit denen treffen wollen, die sich über dieselben Widrigkeiten ärgern, aber auch über dieselben Dinge wie wir freuen können. Gern sind wir der Aufforderung von Werner POHLE nachgekommen, und so wurde ein Treffpunkt organisiert, wo die Leute der Dresdner Barockszene zusammenkommen konnten, die der Meinung sind, dass unser Dresden eine Traditionspflege verdient, die tiefschürfender ist, weniger auf äußeren Flitter achtet und dabei die größtmöglichste Authentizität anstrebt (was schwer genug ist - in manchen Teilen schier unmöglich!). Angesprochen waren alle Historienfreunde, egal ob aus den Traditionsvereinen kommend, als Einzeldarsteller, als professioneller oder nebenberuflicher Gästeführer, Theaterleute, Hobbytänzer u. a., die sich der Traditionspflege in Dresden verschrieben haben. Wir waren überrascht, dass 20 Interessenten zu diesem ersten offiziellen gemeinsamen Treffen der Barockfreunde am Donnerstag, den 19.11.2009, kamen. In der urigen Laubegaster Studentenkneipe „Zum Gerücht“, unsere Vorsitzende Silvia WEISE hatte rechtzeitig Plätze bestellt, waren die Teilnehmer an den bereitgestellten Tischen kaum unterzukriegen. Da musste halt etwas zusammengerückt werden und das war ja wohl der Grund für unser Kommen. Gegen 19:00 Uhr konnte unser Gedankenaustausch beginnen. Anwesend waren Sonja BADERSCHNEIDER, Christine BARTEL, Kerstin DANIEL, Andreas KÜHNERT, Renata LINNÈ, Veneta LORENZ, Tilo MEIßNER, Wolfgang PETZOLDT, Werner POHLE, Dieter SCHLEGEL, Günter SCHÖNERT, Siegfried SCHURA, Bernd und Regina SCHWABE, Günter THOMAS, Petra TREPTE und Frank und Silvia WEISE. Zusammengerückt sind wir nicht nur im bildlichen Sinne auf den harten Bänken dieser „letzten Kaschemme", sondern auch in der Sache. Wir waren uns einig, dass wir den Niedergang, den einige Teile der Mittelalterszene durchgemacht haben, für unsere noch junge und durchaus noch nicht genügend kräftige Barockszene nicht wollen und daher sei jeglichem Mittelmaß, Verzerrung historisch belegter Tatsachen, Zwist und Streit, Futterneid  und hemmungsloser Kommerzialisierung des Barock der Kampf angesagt. Dazu wollen wir gemeinsam mit allen Gleichgesinnten guten Willens und kameradschaftlicher Grundhaltung zusammengehen. Auch in den kommunalen und staatlichen Ämtern wollen wir die Nähe zu den Leuten suchen, denen eine wirkungsvolle Präsentation des Dresdner Barock ohne Fisimatenten am Herzen liegt und die unsere Mithilfe gern annehmen wollen. Hierin gibt es ja bekanntermaßen noch viel Nachholbedarf. Um die Wirksamkeit unseres Auftretens zu erhöhen, wurde auf Vorschlag von POHLE und SCHWABE die Gründung einer Interessengemeinschaft (IG) zum Thema Barock in Dresden, für das 1. Quartal 2010 beschlossen. Diese IG soll allen Freunden der Traditionspflege offen stehen. Die IG erhält zunächst auf der Internetseite des TDB www.dresdner-barock.de eine Plattform zur Öffentlichkeitsarbeit. (Später ist eine eigene Homepage geplant.) Weiterhin kam auf Vorschlag von POHLE zur Abstimmung, dass in Dresden bzw. in der Dresdner Umgebung an geeignetem Ort in 2010 eine Barockkonferenz stattfinden soll. Hier soll neben den IG- Mitgliedern ein breiter Kreis von potenziellen Interessenten angesprochen werden, wie z. B. Gästeführer, andere IG, Barocktheater, Tanzgruppen, Einzeldarsteller, Heimatvereine ect.  Auf Vorschlag von SCHURA wird ein umfassender Terminkalender mit den geplanten Events aller IG- Angehörigen für 2010 erstellt. Schwerpunkte sind darin, die in Abständen stattfindenden Flanier- Termine durch die historische Innenstadt. Als >>Dresdner Barock-Almanach<<  wird unser Terminkalender veröffentlicht (Lokalpresse, Vereinshomepage ect.). Alle drei Anträge - Gründung einer IG, Barockkonferenz und der >>Dresdner Barock-Almanach<< - wurden einstimmig von allen Anwesenden abgenickt und werden im Vorfeld der IG-Gründung die Arbeitsgrundlage aller Beteiligten sein. Konkrete Schritte folgen nach offizieller Gründung zu Jahresbeginn. Die Ergebnisse unserer Zusammenkunft geben Hoffnung, dass unser uns einigender Gedanke das Näherbringen der Epoche des Barock an die Bürger und Besucher unserer Stadt ein solideres Fundament bekommen wird. Dazu sind alle, die sich dem gleichen Thema angenommen haben, herzlich eingeladen. Vielleicht lassen sich dabei auch Vorurteile und Unnahbarkeit abbauen. An uns, den 18 GERÜCHTemachern vom 19. November 2009, soll es nicht liegen! Nach Auswertung einiger interessanter Veranstaltungen des Jahres, wie z. B. dem Gartenfest in Großsedlitz, was alle Anwesenden, die zumeist daran beteiligt waren, als sehr gelungen bezeichneten, auch wenn es offenbar Schwätzer gegeben haben muss, die der Schlösserverwaltung das Gegenteil zu berichten wussten (Da hört man ganze Schwärme Nachtigallen trapsen!), wurden noch einige gemeinsame Aktivitäten der allernächsten Zeit besprochen. Zeitungsartikel und Fotos, die die Runde gingen, erinnerten noch an manche schöne Veranstaltung des Jahres. Alle Anwesenden sagten zu, am öffentlichen Jahresrückblick des TDB am Samstag, den 16. Januar 2010 in der Gaststätte „ZEITGEIST“ in Dresden- Trachenberge, Großenhainer Str.93 (Beginn 17:00 Uhr) teilzunehmen. Hier wird noch einmal lebendig werden, wie engagiert wir alle die Traditionspflege des Barock für unsere Stadt, unser Land und zu unserer eigenen Freude betreiben. Aber noch drücken wir die harten Bänke der Schänke „Zum Gerücht“. Das hauseigene Schwarzbier, deftiges aus der Küche und manche selbst erlebte oder aus früheren Zeiten stammende Anekdote sorgte auch nach dem offiziellen Teil unserer Zusammenkunft für gute Stimmung und viel Zuversicht, dass es weiter gut mit unserem Anliegen voran gehen wird. Nochmals: Wir laden alle Gleichgesinnten, auch die uns jetzt noch fern stehenden, zum künftigen Mittun in der Interessengemeinschaft Barock ein! Inzwischen wurde diese am 24.02.2010 als Arbeitskreis >>Barock in Sachsen<< gegründet und steht allen Barockfreunden offen. Text u. Fotos: Bernd Schwabe



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