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2.Dresdner Lustlager vom 12. bis 14. Juni 2009

Wo sich der Starke August und der Alte Fritz die Hand reichten:
Das 2. Dresdner Lustlager des TDB in Moritzburg vom 12. bis 14. Juni 2009
In den vergangenen Jahren waren wir oft Gast bei auswärtigen Events und erlebten dort stets sehr schöne Tage. Schon bei der Vereinsgründung waren wir uns einig, selbst auch einmal ein derartiges Biwak auf die Beine zu stellen. Im vergangenen Jahr war es so weit und wir starteten unser 1. Lustlager. Die damalige gute Aufnahme durch Darsteller und Besucher, ermutigte uns, in 2009 eine Zweitauflage zu wagen. Es sei vorweg gesagt, dass wir damit, anerkanntermaßen, einen großen Wurf gelandet haben, - es geht kein Vergleich zum Vorjahr. Aber die „Mund zu Mund- Propaganda" hat das Ihrige getan und so verzeichneten wir heuer fast vier Mal so viele Teilnehmer in Robe und drei Mal so viele Besucher. Und die waren des Lobes voll. Viele der Robenträger waren mit uns bereits nach dem Event auf der Westerburg gefolgt und verlebten eine ganze Woche im Areal des Campingplatzes
„Bad Sonnenland ",- weitere folgten bis Freitagabend. Ermutigend war dabei das Wetter nicht. Es schüttete teilweise wie aus Kannen, aber keiner ließ es sich verdrießen. Von den Zelten der Darsteller und auch in den „Partyzelten" konnte man trotz alledem manch schallendes Lachen vernehmen...
Auch wenn sich am Ende des Platzes das schwarze Hunnenzelt in finsteren Konturen erhob, kam gerade auch von dort manch fröhlicher Spruch und von unserer „Hunnen- Bruny" die Einladung zu festlichem Geburtstagsschmaus. Höhepunkt kulinarischer Festlichkeit war dann am Freitagabend der Rustikale Abend, den wir mit viel eigenem Zutun und Dank der Sponsoren ausrichten konnten. Wir haben dort, im wahrsten Sinne des Wortes, unser Fett wegbekommen! Bei Kassler im Brotteig, - den unser Freund Olli vom ABZ- Katering angerichtet hat, leckerer Wurst aus Dürrröhrsdorf , frischen Backwaren von der Bäckerei Liebscher und damit alles gut rutscht Radeberger Bier vom Fass, haben wir alle unsere Freunde satt und zufrieden gemacht. Ein besonderer Willkommensgruß war dabei der Klare aus der Königlichen Destillerie AUGUSTUS REX. Kaffee und Eis wusste die Firma Eis- Hase währen des Events beizusteuern. Und der olle Graf von Schwabe zu Nau war erstaunt, dass sein Hausmacherschmalz so überaus gut angekommen ist. So manche >>Spackfattbemm<< fand ihren Weg an verwöhnten Gaumen entlang und so war die große Schüssel fast bis zum Boden geleert.
Da der Wetterbericht für das Wochenende (endlich) Sonne angekündigt hatte, war die Stimmung im Festzelt sehr gehoben und es wurde bis in das Morgengrauen gefeiert.
Höhepunkte vor dem offiziellen Teil unseres Lustlagers war am Donnerstagnachmittag die kostenlose Führung durch das Sächsische Landesgestüt (Hengstdepot), welches deren Direktor Herr Dr. Matthias GÖRBERT höchstpersönlich durchführte. Wir haben dies als Ehre angesehen und konnten seinen Ausführungen sehr viel Interessantes entnehmen. Natürlich haben uns besonders die Bewohner der Stallungen interessiert. Sie waren der Hauptgrund unseres Hier seins, - zumal wir auch rechte Pferdenarren, wie beispielsweise unseren Wolfgang PETER, dabei hatten. Neben den edlen Rassepferden zeigte uns der Direktor, nicht ohne Stolz, auch die Kutschenremise, die einige herrliche, prächtig renovierte oder nachgebaute, Stücke zu bieten hatte. In der Bereithalle konnten wir uns vom Können der Pferde und ihrer Reiter überzeugen. Das Gesehene machte Lust auf mehr und ich denke, dass eine der nächsten Moritzburger Hengstparaden unseren Besuch sehen wird.
Besucht haben wir dann am späten Nachmittag noch das nahe gelegene Jagdschloss, welches inmitten künstlich angelegter Himmelsteiche als Wasserschloss in der Landschaft thront. Es tut dies sehr majestätisch, - bei unserem Besuch hatte es sich extra eine Krone aufs Haupt gesetzt (Dacherneuerung erforderte die Einrüstung). Nach dem wir an der Kasse gelöhnt und die entwaffnenden Sicherheitsleute passiert hatten, konnten wir uns der Führung von Frau Rosi HÖNSCH, die wir noch vom letzten Jahr in bester Erinnerung hatten, anschließen, um viel über das Schloss und seine damaligen Bewohner und die jetzige Nutzung zu erfahren.
Wem dieses Maß an Barock nicht reichte, der bestieg am Freitagmorgen den dafür gecharterten Bus nach Dresden. Die Reisegesellschaft war sehr umfangreich, was wohl auch daran gelegen sein mag, dass sich herum gesprochen hat, unsere Majestät (Tilo MEIßNER) sei ein vortrefflicher und kenntnisreicher Stadtbegleiter. Während der Starke August seine hochherrschaftlichen Gäste, angeführt von Friedrich II. von Preußen (Rolf ZAHREN, Steffen LEU als Kronprinz), durch das historische Dresden führte, durfte dessen Kämmerer Graf von Schwabe zu Nau, die edlen Herrschaften Obristen aus Düren, nebigst ihren Damen (IG „Friedericus Rex" Düren) durch die kursächsische Schatzkammer „Das Grüne Gewölbe" begleiten. „Darfür sey den Dürener Leuthen gar sehr gedanket".
Der anschließende Weg gestaltete sich etwas feucht, was wir von den letzten Tagen her schon gewöhnt waren, aber unsere anvisierte „Unterstellmöglichkeit", die Frauenkirche blieb uns wegen Überfüllung verschlossen. So flüchteten wir uns in die „Frauenkirchenpassage" und wurden dort nicht schlecht bestaunt, manchmal auch etwas belächelt... Per Fahrradrikscha kam uns unser Kurfürst und König entgegen und in witterungsbedingter Abänderung des Programms (Die spezielle Stadtführung für unsere Dürener Freunde schwamm davon) führte uns Majestät in den nahe gelegenen Pulverturm, wo Tilo MEIßNER wohl einiger Kredit hat, denn für ihn und seine Begleitung findet sich in diesem historischen Restaurant immer ein freier Tisch! Die Herren Obristen und ihre edlen Damen waren von der Gastlichkeit dieser Gewölbegaststätte sehr angetan und Obrist DELHAES versuchte sich im Trichtertrinken und hatte die Lacher auf seiner Seite. Mit Verziehen der Regenwolken ging es zurück zum Bus und ins Lager, wo schon der Festabend, von unseren Damen Hannelore, Regina und Silvia, unterstützt durch Frank den Neugrafen von Weißenberg, liebevoll vorbereitet, auf uns wartete.
Wir wussten es, der Wettergott Petrus ist ein Barockliebhaber, und so hatte er alle Wolken vom Himmel geschoben und bot uns für die beiden Tage unseres Lustlagers das beste Sonnenwetter,- was dann schon bald etwas zu viel des Guten war. So stöhnte zumindest mancher Perückenträger unter seiner Lockenpracht hervor. Dennoch erwarteten alle in Ehrfurcht das Eintreffen der Königskutsche, die dann pünktlich 13 Uhr die beiden Majestäten August II und Friedrich II. ins Lager brachte. Durch die Gasse von Edelleuten und Militärs geleitet, eröffnete dann unser Kurfürst/König unser 2. Lustlager auf der Bühne, die anschließend Barocktanz und Barockmusik auf ihren Brettern bot. Beide Darbietungen wurden mit viel Interesse und Beifall aufgenommen und wurden auch von den Majestäten und adeligen Gästen der Ehrentafel mit viel Händegeklapper bedacht. Unser Maitre de Dance Hubert EISENREICH und seine Dame Hannelore spiegelten, nach der Tanzdarbietung des Dresdner Hofes, in ihren Gesichtzügen wieder, dass die oftmalige Anreise aus dem fernen Bayern und die hier mit uns vollzogenen Tanzübungen, auf fruchtbaren Boden gefallen sind. Für das „Kurfürstlich Sächsische Barockensemble", speziell für die Querflöte spielende Gräfin von Königsmarck (Silvia SCHUSTER) und insbesondere für die „sächsische Nachtigall" Hofsängerin Baronessa de Moretti (Regina SCHWABE) hatte der Preußische König Friedrich ein paar ganz spezielle Dankesworte parat: „ Mit Eurem musikalischen Wirken seid Ihr eine echte Bereicherung für unsere barocke Szene...".
Der Tag bot des Weiteren militärische Vorführungen mit viel Pulverdampf aus Vorderlader- und Kanonenrohr. Am Bogenschützenstand konnte man seine Geschicklichkeit und Treffsicherheit testen, aber auch das Boulespiel forderte dies. Beispiele aus der Blumen- und Fächersprache lockerten das Programm auf und es wurden viele Fragen der interessierten Besucher beantwortet. So verging der Samstag wie im Pfluge und sah viele zufriedene Gäste und Darstellerkollegen, die doch sehr überrascht waren, was die kleine Schar von TDB'ern auf die Beine zu stellen in der Lage war.
Als sich nach 18 Uhr der letzte Besucher auf den Heimweg gemacht hatte, schlüpften die Darsteller in ihre Lagerkleidung, warfen das Steife ihrer „Rolle" ab und feuchtfröhlich wurde der Tag beschlossen.
Der Sonntag sah im Großen und Ganzen eine Wiederholung des Vortages. Der alte Kämmerer Graf von Schwabe zu Nau (Bernd SCHWABE) hatte wieder die Ehre, die Majestäten und anderen hohen Herrschaften und das Militär namentlich anzukündigen, wobei es ihm eine ganz besondere Freude war, den kleinen Grafen Jano von Schulz an der Spitze der „Preußischen Adelsgesellschaft der Stadt Magdeburg" (Mama, Papa, Oma, Tanten...) begrüßen zu dürfen. Auch seinen speziellen
Freund auf vier Pfoten, Charmeur de la Bell von Zörner, vergaß er nicht zu begrüßen.
Hier möchte er den Dank an unsere Unterstützer einfügen. Unser Dank gilt den Sponsoren „ABZ- Katering", „Exportbierbrauerei Radeberg", „Landgestüt Moritzburg", „Bäckerei Liebscher", "Eis- Hase", „Likör- und Schnapsbrennerei Augustus Rex", „Bogensportzentrum Dresden", „La Boule Rouge" und allen Freunden die mit Hand angelegt haben. Besonders danken wir den zahlreichen Mitwirkenden, die teilweise sehr lange Anreisestrecken in Kauf nahmen um unserem Event den passenden barocken Kick zu verleihen. Auch die Dresdner Barockdarsteller, denen der Weg nach Moritzburg nicht zu lang war und die uns in Robe beehrten (Kerstin DANIEL und Freunde, Christine BARTEL, Wolfgang PETZHOLDT u. a.) und ihren Besuch nicht für Eigen- und Abwerbung benutzten, haben unseren Dank verdient.
Zum guten Schluss dieses Berichtes möchte ich mich bei meinen Freundinnen und Freunden des Vereins ganz herzlich für das gedeihliche Miteinander bei Vorbereitung und Durchführung unseres 2. Lustlagers bedanken. Ich denke, dass wir im nächsten Jahr auch wieder gern Gastgeber des 3. Lustlagers sein werden Schauen wir mal. Text: Bernd Schwabe Fotos: B. Schwabe/Frank Weise

 

 

 

 



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