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Haxenessen mit den Freunden der BTG am 06.12.08

Besuch bei Freunden in Blankenburg/Harz
Weihnachtliches Haxenessen mit der BTG in Börnicke

Freunde besuchen sich gern und so haben wir schon des Öfteren Freundinnen und Freunde, sowie Einzeldarsteller der „historischen Szene" bei uns in Dresden begrüßen können. Besonders gern waren immer unsere Freunde der Blankenburger Traditionsgemeinschaft bei uns und als sie bei unserem Freundschaftstreffen im Oktober ihre Gegeneinladung aussprachen, haben wir diese gern angenommen. Leider konnte sich dann am 06. Dezember nur eine kleine Delegation des TDB auf den Weg in den Harz machen. Beruflicher Einsatz, Prüfungen und hohe Geburtstage von Schwiegermüttern, Erbtanten und andere Widrigkeiten gerade an diesem Wochenende, sollten als Verhinderungsgrund akzeptiert werden. So machte sich unsere Vorsitzende Silvia WEISE mit Regina und Bernd SCHWABE im Schlepptau auf dem Weg und sie wurden von Helge BARTSCH und Franziska FOCKE ganz herzlich in ihrem netten Heimatort begrüßt und bei „äm Deppel Heeßen" wurde uns deren Heimzoo vorgestellt und es wurde über die Erlebnisse übers Jahr geplauscht.
Danach ritten wir bei unseren Quartiereltern Martina und Wilfried FOCKE ein, wo bei einer gemeinsamen Stärkung von Leib und Seele ebenfalls über Dies und Das geplaudert wurde.
Gestärkt ging es dann, auf Wunsch der Gäste aus Sachsen, nach Wernigerode. Hier erklommen wir den Schlossberg um das altehrwürdige Gemäuer derer von Stolberg in Augenschein zu nehmen. Im Schlosshof war ein kleiner Weihnachtsmarkt aufgebaut, - nicht sehr stilecht und so nicht zur historischen Kulisse passend, aber dennoch und trotz des Schmuddelwetters, gut frequentiert.
Wir wollten das Schlossmuseum besuchen und mussten dabei im 1. Rundgang die Schlosskirche >>Sankt Pantaleon & Anna<< passieren. Bereits 1259 wird ein Kirchenbau an dieser Stelle erwähnt. Zum 300. Jahrestag der Reformation im Jahre 1817 gab es umfangreiche Rekonstruktionsarbeiten am Barockbau, der dann 1870 der Abrissbirne anheim fiel. Die heutige Schlosskirche entstand 1863 - 85 als historische Hallenkirche mit eingezogenen Emporen, einem neugotischen Altar und einer Kanzel aus französischem Kalkstein, die hohes handwerkliches Können ihrer Erschaffer bezeugen.
Das Schloss steht auf der Gründung einer mittelalterlichen Burg, die dem Schutz der damaligen Kaiser bei ihren Jagdausflügen im Harz diente. Im Laufe der Zeit gab es zahlreiche An- und Umbauten, wobei es Ende des 15. Jahrhunderts den bis dato umfangreichsten Ausbau im spätgotischen Stil gab. Im 16. Jahrhundert zur Renaissanceburg mutiert, gab es Ende des 17. Jahrhunderts barocke Umbauten zu einer romantischen Residenz der Grafen von Stolberg - Wernigerode. Graf Otto avancierte zum Stellvertreter des Eisernen Kanzlers Bismarck und damit zum Vizekanzler des Deutschen Reiches. Diese Tatsache war Grund für den umfassenden Umbau von 1862 - 1885, womit das Schloss zum erstrangigen Zeugnis des deutschen Historismus wurde. Alle Stilepochen sind im Schlossmuseum vertreten, was bei dieser Exposition den Eindruck des bunt Zusammengewürfelt entstehen lässt. Seit 1930 der Öffentlichkeit zugänglich, erfuhr das Bauwerk auch zu DDR- Zeiten umfangreiche Erhaltungsmaßnahmen und museale Pflege, - freilich hingen in dieser Zeit kaum Bilder des Kaisers Wilhelm II., seines Kanzlers Bismarck und der Generalität an den Wänden. Als erstes kunst- und kulturgeschichtliches Zentrum des 19. Jahrhunderts auf deutschem Boden, hat das Schloss weitreichende historische Bedeutung. Wir waren beeindruckt, nicht zuletzt über die gut erhaltene Inneneinrichtung der zu begehenden 50 Räume. Ziemlich fußlahm konnte uns Martina noch zu einem Umweg über Derenburg überreden, um die dortige Glasmanufaktur zu besichtigen. Was wir dort an gläserner Handwerkskunst zu sehen bekamen, - zumal jetzt in der Vorweihnachtszeit, lies uns die Augen übergehen und wir waren froh, diesen Abstecher nach hier gemacht zu haben. Nach einer kurzen Pause zum Frischmachen ging es dann von Blankenburg, per „Taxi Kalli", nach Börnicke, wo im Gemeindekulturzentrum die Weihnachtsfeier der Blankenburger Traditionsgemeinschaft stattfinden sollte.
Hier begrüßten wir weitere Freunde der BTG und deren Angehörige, sowie unsere gemeinsamen Freunde Beate und Axel aus Braunschweig. Die Mannen der BTG, die sonst mit schweren Geschützen und Kanonenkugeln zu tun haben, hatten den Christbaum liebevoll mit Glaskugeln, Lametta und anderem Schmuck behangen, - was von allen Anwesenden als gelungen abgenommen wurde. Auch entsprechender Tischschmuck und viel Kerzenlicht sorgte für gute vorweihnachtliche Stimmung, die stimulierend für den Sturm auf das Warme Büfett wirkte. Minihaxen, Kasslerbraten und diverse Würstchen im Grünkohlbett verwöhnte unsere Gaumen und das Selbstgezapfte sorgte für lang anhaltenden Appetit.
Im Anschluss gab es DVD- Rückblicke der BTG und der IG „Der Dreispitz" (Jahresrückblick der Events 2008, - leider nicht ganz vollständig!), wo sich mancher der Anwesenden wieder entdeckte. Ganz ohne leere Hände waren die Sachsen nicht gekommen, obwohl die Preußen im Jahre 1756 (ff) schon genug aus ihrem Kurfürstentum weggeschleppt hatten und überreichten einige Leckereien aus der Pfefferküchlerstadt Pulsnitz. Die Zunft der Pfefferküchler gibt es in Deutschland nur hier in dieser kleinen ostsächsichen Stadt unweit von Dresden. Nicht Lebkuchen, - dafür ist Nürnberg zuständig, nein Pfefferkuchen, Gebäck mit ganz eigner Gewürznote, ist das Erzeugnis, was Pulsnitz auch im westlichen Teil der Republik immer mehr bekannt macht. Unseren Blankenburgern werden diese Köstlichkeiten aus der Pfefferküche nicht ganz unbekannt sein und für die Erneuerung dieser Bekanntschaft wünschen wir solch guten Appetit, wie wir ihn beim Verzehr des >>Echten Dresdner Christstollens aus Blankenburg<< hatten! In netter Runde verging die Zeit wie im Fluge und nach kurzer Nacht trafen wir uns, einschließlich unserer zwei verfressenen vierpfotischen Freunde, am anderen Morgen alle wieder zum gemeinsamen Frühstück. Jeder der BTG'er
hatte etwas dazu beigetragen, so dass das Frühstücksbüffet reichhaltig a.- la. Fünfsternehotel war. Nach diesem opulenten Frühstück packten alle mit an und in kurzer Zeit war der Veranstaltungsraum so hergerichtet, dass die nächste Fete hätte stattfinden können. Dieses gemeinschaftliche Zupacken hat uns sehr imponiert und ist unserem TDB so zur Nachahmung empfohlen. Uns ist der Abschied nicht leicht gefallen, aber die Gewissheit auf die Wiedersehensfreuden bei zahlreichen Events des Jahres 2009, wobei wir im Juni gern Gastgeber für unser 2. Lustlager sind, hat uns das Tschüß erleichtert und so ging es in der Gewissheit zurück nach Dresden, bei guten Freunden nette und erinnerungswerte Stunden verlebt zu haben. Dieser Erinnerung soll dieser Bericht dienen. Herzlichen Dank nach Blankenburg zu den Freundinnen und Freunden der BTG. Bericht und Fotos: Bernd Schwabe



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