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2 Jahre Panometer in Dresden

Ein Erfolgsprojekt Dresdens wurde Zwei.
2 Jahre Asisi- Panometer „Dresden 1756" in Dresden- Reick

Wir Mitglieder des TDB waren des Öfteren schon in dieser neueren großartigen Attraktion unserer Heimatstadt zu Gast und wir führten und führen gern auch unsere Gäste aus befreundeten Traditionsvereinen nach Dresden- Reick auf das Gelände des ehemaligen Gaswerkes. Hier entstand ab Beginn der 2000'er Jahre das Monumentalwerk, welches uns als Panoramabild in die Welt des Dresdner Barock des Jahres 1756 versetzt. Sein Schöpfer ist der Berliner Professor Yadegar ASISI, der sich nach der Eröffnung seines Werkes im ehemaligen Gasometer kaum vorstellen konnte, welchen Erfolg er damit bei den Besuchern künftig haben sollte. Weit mehr als 500.000 Besucher pilgerten bisher nach Reick, um sich in den engen Gassen und den großzügigen Strassen des Dresdens des Jahres 1756, an der barocken Schönheit dieser Stadt zu erfreuen und um vielleicht, im Vergleich mit der unweit entfernten Wirklichkeit heutiger Zeit, auch etwas nachdenklich gestimmt zu werden, was doch immer wieder Kriege für Schaden an der historischen Bausubstanz hinterlassen haben. In Asche lag Dresden nach dem angloamerikanischen Bombenterror vom 13./14. Februar 1945 und wer wollte damals glauben, dass auch nur die geringsten Teile des alten Dresdens, so wie es jetzt auch im Panometer gezeigt wird, jemals wieder auferstehen könnte. Der Fleiß der Menschen damals im Nachkriegsdresden, so wie auch im 18. Jahrhundert, schuf etwas, was heute wieder viele Gäste aus Nah und Fern nach Dresden zieht. Einer, der sich der Erschließung barocker Vergangenheit angenommen hat, ist der Künstler ASISI aus Berlin, der Stadt aus der einst der Preußenkönig Friedrich II. Mitte der 1750'er Jahre mit seinen zerstörerischen Kanonen nach Sachsen kam und dort das zerstörte, was der heutige Kunstprofessor glaubt, auf dem 360° Panoramabild nachgebildet zu haben. Dazu benötigte es wahrer Detektivarbeit mit zahlreichen Recherchen in Archiven, Bibliotheken und Gegenden (z.B. im rumänischen Siebenbürgen), wo noch architektonische Spuren der damaligen Zeit erhalten geblieben sind. Details dieser Bauwerke wurden auf das hiesige Panoramabild übernommen, aber auch der große Canaletto gab Vorbilder für das Werk.
Auch Menschen gehörten in das Dresden des Jahres 1756 und so schlüpfte mancher Darsteller, - überwiegend Kunststudenten, in die Roben damaliger Zeit und wurde im Mammutbild verewigt. Auch ein befreundeter Darsteller unseres Vereins war dabei und so kann man (leider)mehrfach diesen rot gekleideten Adelsherrn auf dem Bilde sehen, - in Stulpenstiefeln, die zu damaliger Zeit nicht einmal vom Militär getragen wurden. Und noch etwas fällt dem aufmerksamen Betrachter auf. Im Dresden von 1756 gab es keine Kinder. Hatte denn der Herr Kunstprofessor unter seinen Hörerinnen keine Studentenmuttis? (Soll es doch gelegentlich auch heute noch (nach 18 Jahren und der Zeit von „Frauensonderstudium" geben.) Aber dies sind Kleinigkeiten, die sich gewiss auch abstellen ließen, - ansonsten hat der Betrachter nur Freude am Anblick dieses großartigen und großflächigen Bildes und der ebenfalls ansehenswerten Rahmenausstellung, welche nun am 09. Dezember 2008 auf ihr zweijähriges Bestehen zurückblicken konnten.
Aus diesem Anlass stellte sich der Künstler seinem Publikum, stand Rede und Antwort und gab auch Autogramme. Damit bedankte sich der Kunstprofessor für das starke Interesse der Besucher. Wir, der >>Traditionsverein Dresdner Barock e. V.<<, bedankt sich bei ihm für die Schaffung des Panoramahauses, mit seinem lebendig gewordenen Inneren, dem Barock um 1756 in Dresden. Was man aus einer alten Industrieruine alles machen kann (warum soll so etwas nur im Ruhrgebiet gehen!)
Am 04. Januar 09 werden wir dem Panometer erneut einen Besuch abstatten und einer Führung zum Thema: „Reifrock und Rosenwasser - Mode und Körperhygiene im Barock" beiwohnen.
Darauf und auf die Widerbegegnung mit dem Dresden von anno dazumal freuen wir uns schon heute.     B. Schwabe



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