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Flanieren am Ostermontag im Großen Garten

In Dresdens größtem Garten

Osterflanieren am 22. 04. 2019 im Großen Garten Dresden

Traditionsgemäß ergeht zu Ostern die Einladung, mit uns zu flanieren. Dabei wird seit Jahren der Ostermontag favorisiert. So sollte es auch heuer sein und wir waren gespannt, ob und wie zahlreich wir Gesellschaft bei unserem österlichen Flaniergang haben würden. Vorweg genommen sei, dass wir durchaus nicht als verlorenes Häufchen in Aktion getreten sind.

Nachdem wir (Regina und Bernd SCHWABE) unseren Leipziger Freund Rudi FRITZSCHE vom Bahnhof abgeholt hatten, suchten wir im Wohngebiet um den Fetscherplatz einen Parkplatz, was sich etwas schwierig gestaltete. Aber Regina kann es und quetschte uns in die winzigste Parklücke. In der Ferne sahen wir unsere Elke ihre Bahnen ziehen und wir folgten ihr auf der Querallee zum Palais im Großen Garten.

Auf halbem Wege gewahrten wir in unserem Rücken den Kurfürst mit seiner Gräfin Cosel (Werner POHLE, Veneta LORENZ) schnellen Schrittes nahen und wir warteten auf die Beiden. Nach standesgemäßer Begrüßung begaben wir uns nun in die Gefolgschaft unseres Kurfürsten Friedrich August I.. Hechelnd und außer Puste, schloss nun noch der Herr General- Akzise- Inspektor Adolf Magnus Reichsgraf von Hoym (Christoph RULAND) zu uns auf und strebte mit uns dem Objekt unserer Begierte zu.

Ziel war das Palais, was den ältesten sächsischen Barockbau darstellt und nach ziemlich umfassender Zerstörung im Februar 1945 nun wieder, nach und nach, ansehnlich gemacht wird. Damit es voran geht, gründete sich ein Verein, der sich dem Wiederaufleben des Palais widmet. Seit Jahren gibt es hier sehenswerte Ausstellungen, wie z. B. die „Zeitsprünge“, die den historischen Moden Raum geben. Gezeigt werden Prüfungsarbeiten der Kostümbildner- Studenten und auch solche der angehenden Bühnenbildner.

Das war auch heuer so und der Grund, dass wir unser Osterflanieren aus der Innenstadt in das Grün des Großen Gartens verlegt hatten. Dabei waren wir uns nicht sicher, ob wir damit auf allgemeine Gegenliebe gestoßen haben. Gut, der König- Kurfürst und sein festes Mädel waren schon da und auch die olle Gräfin Zinzendorff (Elke METZNER) hatten wir schon gesichtet, aber ansonsten erfassten unsere Augen (zunächst) keine weiteren Robenträger, was sich schnell ändern sollte. Der Anmarsch war doch etwas weiter als sonst und so ließ die Pünktlichkeit etwas zu wünschen übrig. Letztendlich wuchs unsere Gesellschaft mit der Zeit auf 17 Personen an (zwei Zivilisten eingeschlossen).

Während wir im Inneren des Palais erste Eindrücke sammelten, hielt sich unsere Hofsängerin (Regina SCHWABE) noch draußen auf und hielt Aussicht nach lieben Freunden. Dann waren sie auch da, - Anke PAUL und ihre Familie aus Altjeßnitz. Während der alljährlichen Irrgartenfeste erfreut uns Anke stets mit ihren herrlichen Blumendekorationen. Klar, so kreativ wie sie dabei immer ist, war die Ausstellung für sie sicher anziehend und anregend für eigene Ideen.

Im Inneren begrüßte auch Majestät das Blumenmädchen aus Altjeßnitz. Für uns alle gab es allerhand zu sehen, - wie der Rezensent meinen will, etwas (sehr) moderner als in anderen Jahren. Grundthema war das Barock mit Aversionen zu jetztzeitlichen Gesichtspunkten. Ohne Wäschefetischist zu sein, haben dem ollen Cämmerer besonders die Korsagen und künstlichen Hinterteile gefallen. Aber auch die Mode der Zeit seines Lieblingskomponisten Robert SCHUMANN haben ihm sehr zugesagt. Und wer selbst Hand an seine neue Robe legen wollte, der holte sich hier viele gute Anregungen (wie z. B. die ehrenwerte Gräfin von Bose - Christine BARTEL).

Dann lockte doch der schöne Sonnentag ins Freie und zu einer Umrundung des Palaisteiches. Direkt kühl war es nicht, - so ein Super- Osterwetter hatten wir in den Vorjahren kaum. Da war dann doch der Weg im Schatten und zu einem kühlen Plätzchen am Ufer des Carolasees eine Möglichkeit der Hitze zu entgehen. Während wir (von der TDB) uns noch dem etwas langsameren Tempo unseres 84jährigen Franzosenprinzen anpassten, saß die restliche Gesellschaft schon bei Eierschecke und einem Tässchen Heeßem im „Café am Carolasee“ und ließ es sich wohl sein.

Wir mussten uns aber nun sehr in Geduld üben, denn der österliche Andrang war groß und die Kellner kamen, trotz schnellen Ganges, kaum nach. Was dann aus der Küche aufgetragen wurde, war schmackhaft und auch gut für die Augen. Aber als die Rechnung kam, tränten selbige…

Da der vorausgeeilte Teil unserer Flaniergesellschaft bereits abgefüttert war, bevor wir unsere Bestellungen losgeworden sind, teilte sich unsere Hofgesellschaft dann durch dessen Aufbruch (!)

Wir ließen den Tag gemütlich ausgehen, fassten unseren Rudi unter und steuerten dem Platze zu, wo die hochherrschaftliche Karosse angespannt wartete. Vorher gab es noch eine Rast im Areal der Naturbühne. Wir sinnierten darüber, was wohl hier an diesem Ort vor 300 Jahren für Festlichkeiten stattgefunden haben mögen. Sicher hat es hier auch Gesang gegeben, heuer gab es ihn mit einem kleinen Liedchen der Hofsängerin mit Vornamen Regina.

Andere Geräusche werden Arina und Nathalia in den Ohren gehabt haben, denn sie machten eine Fahrt mit der Parkeisenbahn (Pioniereisenbahn unserer Kindheit). So hat mancher von uns Hofschranzen den Tag etwas anders beschlossen, aber einig in dem Gedanken, dass wir in einen schönen Ostermontag hineinflaniert sind. Text und Fotos: Bernd Schwabe (eingestellt am 01.05.19)

  



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