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Das Fest der Preußenkönigin Luise

Der Weg in den Norden ist uns nicht zu weit – uns erwartet eine gute Zeit

Das Königin- Louise- Fest in Stavenhagen (13.-15.07.2018)

 Wenn etwas besonders schön ist, will man es gern nochmals haben, was nicht immer gelingt. Die dritte Teilnahme des TDB beim Fest in der Fritz- Reuter- Stadt, hingegen war durch nichts aufzuhalten. So waren wir in großer Besetzung vor Ort, der freundlichen Einladung des Familienclans der DWARSens folgend. Zweimal waren wir schon, in unterschiedlicher Besetzung, beim Louisefest dabei, - und weil es so schön war, sollte, ja musste ein drittes Mal folgen.

Vorweg genommen sei gesagt, dass wir es nicht bereuten. Es war ein wirklich schönes, fast familiär zu bezeichnendes Fest, mit betulicher Ruhe ebenso, wie mit lautem Flintenknall. Obwohl überwiegend Militärs (unterschiedlicher Zeitepochen) die Festwiese unterhalb des Schlossberges besiedelten, waren wir wenigen Zivilen nicht ausgegrenzt, - im Gegenteil. Gewichtung gab uns Hofleuten die Anwesenheit einer anderen Luise, der Anna Luise von Anhalt- Dessau, Eheweib des Alten Dessauers. Diesen konnte die Fürstin wohl nicht nach Stavenhagen pelzen, - ist wohl wieder mal für seinen Friedrich in der Schlacht.

So lasst mich nun berichten. Wir (Regina und Bernd SCHWABE) waren mit Sack und Pack (sprich Zelt, - und einer Ausrüstung mit der ein halbes Jahr Katastrophe zu überleben wäre) von Dresden auf dem Weg gen Norden. Dabei zogen wir Dauerregen speiende Wolken bis fast Berlin hinter uns her. Hinter der Bundeshauptstadt (bei Oranienburg) tröpfelte es wieder, aber ab der Müritzgegend wurde es endlich besser und wir kamen trocken im Biwak an.

Nach herzlicher Begrüßung durch Silvia und Frank WEISE, wurde mit den DWARS- Leuten geherzt, Anita und Bernd SCHALLER die Hände geschüttelt und bestaunt, wie es einem Ungarischem Hütehund in den zwei Jahren nach dem letzten Luisefest gelungen ist, sein Herrchen zu erziehen. Dann wurde mit tätiger Hilfe von Frank unsere Leinwandvilla errichtet, was uns manchen Schweißtropfen ersparte.

Am späten Nachmittag tauchte ein Verschollener auf, - Micha HELM mit seiner Michi, - angereist aus dem Frankenland. Diese Begegnung hat uns besonders gefreut. Die Szene hat ihn nun wieder, - auch, - und hier, als Marschall Friedrich August Graf von Rutowski.

Am Abend belagerten wir dann das Zelt der SCHALLERs und hatten gute Unterhaltung.

Am Freitagmorgen, wir waren soeben mit dem Frühstück fertig, trafen unsere HEFFTs ein. Gegen 3:00 Uhr in der Früh waren Kathrin und Thomas in Hirschfelde gestartet, - wie immer eine ganze „Wohnungseinrichtung“ im Anhänger mitführend. Als eingespieltes Team brauchten sie unsere Hilfe nicht und bald stand ihr nobles Zelt, - eines Fürsten würdig. Rutkowski, als Hotelschläfer, bemüßigte sich dann auch, sein Rundzelt zu errichten. Aber scheen gemiedlich, - ohne fränkische Hast, - bei der Hitze beste Empfehlung.

Nun sich der Kutscher des Cämmerers, nebst der Zofe der Hofsängerin, auf Erkundung des Parks und der Stadt aufgemacht hatten, trafen sie auch die TDB- Neuankömmlinge Reichsgrafen Watzdorff mit Gemahlin Wilhelmine Friederike (Siegmar und Annerose JENTZSCH), so wie das Freiherrenpaar von Erdmannsdorff… Wenig später barock gewandet und bereit, den Militärs zum Marktplatz der Fritz- Reuter- Stadt zu folgen.

Hier gab es nun die offizielle Eröffnung des Louisenfestes durch Doris  DWARS und einer Stellvertreterin des Schultheißen. Diese hatte ihr Grußwort in Verse gesetzt, wovon nur Bruchstücke bei uns ankamen, was sehr schade ist. Leider ist uns auch der Name dieser Dame nicht im Gedächtnis geblieben, denn für ihre Stadtführung am Samstag hätte sie ein dickes Lob verdient (Ich recherchiere weiter).

Nach dem offiziellen Akt nahmen wir vor dem Fritz- Reuter- Literaturmuseum Aufstellung zum Gruppenfoto. Dabei waren auch die Marins um Roland BITTNER und Attila mit Frau Erka (Michael SCHNEIDER und Erika), die mittlerweile in der Reuter- Stadt eingetroffen waren.

Nun gab es das übliche Lagerleben, was schon einige Stavenhagener anlockte. Uns vom TDB lockte der leckere Rindsgoulasch von Regina an die Zelte. Es soll erwähnt werden, dass Silvia daran beteiligt war, - sie schnippelte Zwiebel und Knoblauch und was sonst noch zur Verfeinerung hinein gehörte. Gurgelwasser höherer Prozente war dann der Verdauung dienlich, - und der guten Laune.

Der Samstag begann damit, dass viele von uns Darstellern auf den Schlossberg strebten, wo wir zu besagter Stadtführung erwartet wurden. Es war ein überaus interessanter Rundgang. Für mich waren die Informationen zum einstigen regen jüdischen Leben in Stavenhagen von hohem Interesse, wobei sich mir besonders der Besuch der Synagoge einprägte. In deren Räumen erlebten wir einen sehr informativen Vortrag zu >>Stavenhagen und seine Juden<<. Die heute jüdische Kultur und Leben pflegen, sind selbst keine, - wir kennen die finsteren Gründe.

Nach dem Mittag, waren wir gefordert, die extra für unsere Darbietungen aufgebaute kleine Bühne mit Leben zu erfüllen. Wir führten zwei Barocktänze auf, für die Frank die Technik bediente. Regina sang mehrere Lieder aus der Barockzeit und Heidrun führte ihre Modenschau    unter dem Motto: „Was die Gräfin darunter trug“, vor. Das Publikum nahm unser kleines Programm, begeistert und laut beklatscht, auf. Doris DWARS, - die Mudder vons dat janze, - kam ganz glücklich zu uns: „So viel Publikum hatten wir noch nie, - was wir Eurem Programm verdanken…“. Gern geschehen, - uns hat es ja auch Spaß gemacht.

Die Damen waren zur Kaffeetafel geladen und hatten an leckerem Kuchen nach Hausfrauenart zu Schlemmern. Damit die leckeren Bachwerke nicht zu sehr auf die Hüften gehen, hatte Regina die Idee, dass die Damengesellschaft sich zur Tanzgesellschaft mutiert. Also bevölkerte unser liebes Weibsvolk die Tanzfläche und es sah so schlecht nicht aus, wie sie unseren Gassentanz meisterten.

Während sich unsere Damen noch beim Tanze vergnügten, machten sich die Herren zum bumsen bereit, - was heißen soll, dass es gleich sehr laut werden würde. Auf einer Wiese, nahe dem Lagerareal versammelten sich dann die Soldaten verschiedenster Geschichtsepochen mit ihren Waffen, - vornehmlich Donnerrohre und Musketen, um bald ganz heftig aufeinander loszugehen… Dumpf lag der Kanonendonner über dem Biwak und die Flinten spuckten ihre (zum Glück nicht) tödliche Ladungen gegeneinander aus. Es ging wohl alles fast unblutig aus, - nur unseren René DWARS musste man „schwer verwundet“ vom Platze führen.

Aber keine Aufregung, - als man ihn zum Stellen des Erinnerungs- Gruppenfotos rief, kam er ziemlich quitschvergnügt über den Rasen gehoppelt. Was für ein Glück.

Wohl wegen der pulverdampfknalligen Ohren, hatte das Soldatenvolk beim Rückmarsch keinen Blick für die tanzenden Frauenzimmer… Denen aber machte es noch eine ganze Weile viel Spaß.

Gegen Abend begab sich der Dresdner Hofstaat zum „Griechen“ um lecker zu Abend zu speisen. Danach war vor unseren Zelten noch Abendsprechstunde von „Frau Doktor Pille mit der großen klugen Brille“. Man hätte diese wohl recht schlecht überstanden, wenn deren goldene Knet- Hände nicht eine so wohltuende Massage drauf gehabt hätten. Alle waren mal dran. Dabei verging die Zeit schnell und die nächtliche Müdigkeit bekam uns in den Griff.

Sonntagmorgen, - 9:00 Uhr schon, gab es den Abschiedsappell im Biwak. Dabei erhielten alle eine Dankesurkunde für ihre Teilnahme von Familie DWARS ausgehändigt. Die nahmen wir gern in Empfang, denn an dieses Fest werden wir uns noch lange gern erinnern. Hoffen wir, dass die Erinnerung bis zum Jahr 2020 hält, wenn es wieder gilt, die patriotisch gesinnte preußische Königin Louise, - Widerpart Napoleons und vom Volk geliebte Landesmutter zu ehren, - denn wir wollen dann gern wieder dabei sein.

Nun begann das große Packen und mancher sorgenvoller Blick zum Himmel beruhigte, denn des blieb bis zum letzten Moment trocken. So konnten wir mit nur guten Eindrücken die Heimfahrt in Angriff nehmen. Nicht ohne uns von unseren alten und neuen Freunden und Bekannten zu verabschieden.

Erinnern wir uns nicht an die vielen Staus und Umleitungen der Rückfahrt, sondern lieber an den gut geräucherten, schmackhaften Müritz- Aal und die schöne Landschaft rechts und links vom Straßenrand…

Es war sehr schön und daher wurde dieser Bericht etwas länger…

Text: Bernd Schwabe Fotos: Bernd Schwabe/Frank WEISE (eingestellt am 16.08.18)



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