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Der Festumzug zu 800 Jahre Stolpen am 10. Juni 2018

Eine Stadt feiert – wir feiern mit

Festumzug 800 Jahre Burgstadt Stolpen am 10.06.2018

Zwei lange Jahre haben Aufkleber auf unseren Pkws für dieses Stadtjubiläum geworben und nun endlich war es so weit. Das Städtchen, was seine Bekanntheit zu nicht geringem Teil der unfreiwilligen Einmietung der Gräfin Cosel auf seiner Burg zu verdanken hat, hatte zur Festwoche mit vielerlei attraktiven Programmpunkten eingeladen. Der Höhepunkt dabei sollte der Festumzug am Sonntag, den 10. Juni sein.

Es sei vorweggenommen, dass das unbedingt gelungen ist. Außer bei 800 Jahre Boxdorf, haben wir einen derartig vielseitigen Umzug noch nicht erlebt. Allerdings in Einem waren die Boxdorfer besser, - in der Zügigkeit. Dort ging es hintereinanderweg, - in Stolpen stockte der Zug sehr oft und zerriss etwas, was seiner Wirkung vielleicht etwas abträglich war. Zumindest fehlte uns das begeisterte Händegeklapper des Publikums, was uns sonst bei derartigen Festumzügen begleitet. Da Stolpen sich nun mal Burgstadt nennt und daher deren meiste Straßen recht steil sind, mag den Umzugsteilnehmern öfter die Puste ausgegangen sein. Der olle Cämmerer hatte schon zu Beginn große Mühe dabei, den Stellplatz zu erreichen. Die Hitze war doch recht heftig.

Nachdem wir am zugewiesenen Parkplatz etwas Zeit vergeben mussten, um auf „ortskundige“ Teilnehmer aus unserem TDB zu warten, trafen wir dementsprechend später, aber noch immer pünktlich ein. Herrn Bernd KARA, dem samt seiner Arbeitsgruppe Festumzug „Stolpen 800“, zu bescheinigen ist, eine ganz große Sache auf die Beine gestellt zu haben, trafen wir aber nicht mehr an, als er uns „unsere“ vertraglich zugesicherten beiden Kutschen avisieren wollte.

Die Chaisen kamen auch pünktlich angeschnauft und konnten bestiegen werden. Dabei musste allerdings die Sitzordnung etwas korrigiert werden, hatten sich doch einige der hier schon wartenden anderen Barockdarsteller die Kutschenplätze nach ihren Bedürfnissen aufgeteilt, - ohne den TDB zu berücksichtigen. Letztendlich waren dann auf den Gefährten nicht nur die Fuß- und Luftlahmen unseres, die Kutschen bestellenden, Vereins platziert, sondern auch solche aus unserem näheren Freundeskreis.

In 40 Bildern setzte sich dann der Festumzug auf der 3,5 km langen Strecke in Bewegung. Wir Barockleute taten das als Bild 14 >>1716 – Gefangenschaft der Reichsgräfin von Cosel<<. Selbige Mätresse hatte dabei das Privileg, dem Hofstaat per Kutsche voran zu fahren. Natürlich mit ihrem königlichen Gebieter zur Seite, der ihr wohl etwas Hafterleichterung verschafft hatte.

Weit hinter uns hatte sich ein weiterer populärer sächsischer Monarch in Bewegung gesetzt. Der letzte seiner Art, - der 1918, in Folge der Novemberrevolution mit den Worten: „Nu da machd doch eiren Dreck allene“ zurückgetretene König Friedrich August III., der im Oldtimer- Auto chauffiert wurde und von unserem Freund Wolfgang PETZOLDT sehr trefflich dargestellt wurde. Schade war nur, dass wir diesen unseren letzten Geenisch nicht zu Gesicht bekamen, was leider bei fast allen Umzugsbildern der Fall war. So ist das halt, wenn man im Umzug den historischen Personen selbst Gesicht gibt.

Einige der Bilder seien hier hervorgehoben. >>1506 und 1634 – Die Pest wütet<<, >>1520 „Stolpener Dekret gegen Luther<<, >>Stolpen wird kursächsisch<<, >>Dreißigjähriger Krieg<<, >>1723Größter Stadtbrand Stolpens<<, >>1813 – Napoleonische Epoche<<,  >>1904 – Besuch König Fried. August III.<< und viele weitere sehenswerte Zeitdokumente aus der Stadtgeschichte und dem Stolpener Umfeld. Unser Freund Bernd SCHUBERT hat uns darüber begeistert berichtet.

Hervorzuhebende Darsteller waren Kerrim BARDOUX als Cosel, Roland BUSCHAK als August der Starke, Jutta NESTLER (und ihr Weibsvolk) als Mutter Anna, Wolfgang PETZOLDT als König Friedrich August III. und viele mehr. Leider konnten wir, selbst Darsteller, nicht alle selbst erleben.

Als wir, - vornehmlich das „Fußvolk“, am Ausgangspunkt des Festumzuges ankamen, waren wir dem Verdursten nahe. Nur die Erinnerung an die Hitzemärsche in Dessau, mit ihrer tollen Getränkeversorgung an der Strecke, hat uns durchhalten lassen.

Wenn auch anstrengend, so können wir über den Jubiläumszug „SOLPEN 800“ nur gutes berichten. Es war eine rundum gelungene Sache, an die wir uns sicher noch lange gerne erinnern werden.

Den 10 Teilnehmern aus unserem Verein sei herzlich für ihre Teilnahme gedankt. Besonders dafür, wenn Pferdeinhalte, ohne Erfurcht, keinen Halt vor barocken Roben machen, man selbst fast auf allen Vieren gekrochen ist u.s.w. Text: Bernd Schwabe, Fotos: Bernd Schwabe, Bernd Schubert und Werner Pohle. (eingestellt am 13.06.2016)

 



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