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Der TDB beim 17. Schlossfest in Gotha (25. - 27. 08. 2017)

Besuch beim Herzog von Sachsen- Gotha und bei Junker Jörg auf der Wartburg

Barock auf Friedenstein und Reformation auf der Wartburg

 Zu den Sommerhöhepunkten unseres barocken Tun, gehört unbedingt das Schlossfest auf Friedenstein in Gotha und so waren wir auch beim 17. mit von der Partie. Traditionell reisen wir immer schon am Freitag an. Während ein Teil unserer Vereinsfreunde (TENNERT, HEFFT) ihre Zelte am Fuße des Schlossareals aufschlagen, zieht der gute Rest in unsere bewährte Pension ein, - verstärkt durch Freunde aus dem AKB.

 Auch wenn wir noch im Räuberzivil waren, haben wir uns die Teilnahme am Eröffnungszeremoniell nicht versagt. Wir wollten das Herzogspaar begrüßen, der wiederum mit viel Humor gewürzten Rede des Oberbürgermeisters folgen und um so mancher Freundin und Freund um den Hals zu fallen.

 Danach ging es auf eigenen Wegen zu Valentino, der uns schon freudig erwartete und versöhnlich war, als wir ihm für den Samstagabend den Besuch der sächsischen Adelsgesellschaft versprachen. Wir hatten wieder viel Spaß und Hochgenuss durch dass, was Küche und Keller unseres „Kleinen Italieners“ hergab. Wir waren erfreut, dass sich die Fürstin von Anhalt- Dessau nebst ihrer anhänglichen Hofdame an unseren Tisch setzten und mit uns viel lachten…

 Doch dann wollte uns der Wettergott wieder einmal den Spaß vermiesen und er ließ es heftig aus seinen Himmelsschleusen regnen. Zum Glück saßen wir unter einem sehr großen Schirm, sodass nur einige Rücken eingenässt wurden. Wir blieben eisern und waren bald die einzigen Gäste. Zu vorgerückter Stunde befahl unser Inkognito- König (Werner POHLE) gen Himmel sofortige Einstellung der feuchten Sauerei. Und siehe, mit dem Begleichen unserer Rechnung, es hörte auf zu regnen. Ein Machtwort ist halt manchmal ganz gut.

 In der Pension wollte noch keiner ins Bett und so wurde noch etwas rumgenascht, gequatscht und schöngeistigem Nass zugesprochen. Als wir dann weit nach Mitternacht doch noch in die Kojen fanden, regnete es wieder und das heftig.

 Noch während wir frühstückten, - von der Wirtin wie immer liebevoll gerichtet und reichlich vorgelegt, zeigte sich etwas blauer Himmel, der sich dann im Laufe des vormittags ganz gegen die grauen Wolken durchsetzte. Zum Glück! Aber man frage nicht, wie verschlammt dann der Schlosshof war und wie manche Robe bald aussah.

 Auf dem Weg zum Schloss haben wir auch unseren „Thüringen- Moosi“, der sich darüber wieder sehr freute, besucht. Im Schlossareal ging es mit dem Begrüßen weiter, - alte Bekannte und Freunde ließen uns nicht vorbei, ohne dass gegenseitig geherzt wurde.

 Nach dem ersten Rundgang zog es den Cämmerer (Bernd SCHWABE) und die Hofsängerin (Regina SCHWABE) zur Frau von Donnersmark (Renate SCHULMISTRAT), die später vom Herzog zur Hof- Perückenmacherin erhoben wurde. Nach dem, was uns Renate auf die Köpfe zauberte, hat sie wohl diesen Titel mehr als verdient.

 Artig entgegneten wir am Stand der Haarkünstlerin den Gruß des Herzogspaares, - wobei sich der olle Cämmerer nicht nehmen ließ, der Herzogin blühende Schönheit zu bemerken (Die hohe Dame scheint nicht zu altern!!!).

 Gern schloss sich das Grafenpaar zu Nau dem Kurfürsten von Sachsen an, um die neue Schlossausstellung zu besichtigen. Alle, die die Exposition sahen, schlossen sich unserer Meinung an, dass diese sehr sehenswert ist.

 Im Schloss erlebten wir auch die Vorführungen der Potsdamer Barocktänzer, die ebenfalls mit viel Lob quittiert werden konnten. Währen die Musik lief, setzte sich die Hofsängerin (Regina SCHWABE) zur Oberhofmeisterin von Buchwald (Sandra GERLACH), die für den guten Klang verantwortlich zeigte, - sodass da zwei im Gleichklang aufeinander getroffen waren.

 Unsere Majestät August der Starke (Werner POHLE), machte uns mit seinem Sohn, dem Marschall von Frankreich, Moritz von Sachsen (POHLE jun.), bekannt. Ein Edelmann zu dem selbst der Cämmerer mit seinen 1,85 m aufblicken kann.

 Am späteren Nachmittag zog es unsere Gesellschaft gen Stadt und bald waren wir bei Valentino festgenagelt. Der Restaurant- Chef freute sich wie ein Kind, dass wir ihn und sein Haus nun auch in Robe beehrten. Wir hatten dort noch einen wunderbaren Ausklang des Barockfestes, das uns wieder gut gefallen hat.

 Der Abend wurde unterm Dach der Pension beschlossen, - ging aber nicht so lang wie der vorherige. Barockfeste können halt doch etwas anstrengend sein.

 Der Sonntag strahlte schon am Morgen und verlockte zu weiteren Unternehmungen. Uns zog es zur Wartburg, wo es anlässlich der 500 Jahre Reformation die Ausstellung „Luther und die Deutschen“ gibt. Es war schon interessant, den Boden dieses geschichtsträchtigen Ortes zu betreten, aber ob unser lieber Doktor Martinus Lutherus diese totale Vermarktung gutheißen würde? Menschen über Menschen, - Führungen im Schnelldurchlauf, die ihren Preis bei dieser Hetzerei nicht werden sind.

 Während das Grafenpaar von Watzdorf (Siegmar und Annerose JETZSCH) zurück zum Friedenstein eilten, um dort TENNERTs beim Abbau deren Zeltes zu helfen, strebten das Grafenpaar zu Nau mit ihren Mitreisenden, - der Baronin von Zetau (Renate AL ATRASH) und der Gräfin Orszelska (Nadin SCHUBERT) der Autobahn gen Heimat zu. Dass sie viel viel später nach der Heimkunft der Zelteinreißer angelangt sind, war einem schweren Unfall geschuldet, der uns stundenlang auf der BAB festhielt. Nachdem wir von der Polizei auf gleicher Fahrspur zurückgeleitet und über einen Parkplatz und freies Feld umgeleitet wurden, suchten wir ziemlich lange eine Autobahnauffahrt, die (lt. der „hilfreichen“ Dame im NAVI) nicht wieder zum Stauende führte. Als es dann geschafft war, unsere Mädels zuhause abgeliefert waren, waren wir dann endlich 23:00 Uhr am Zielort >Bett< angelangt.

 Es war wieder lohnenswert nach Gotha zu fahren, aber eine solche Rückfahrt wollen wir lieber nicht nochmals erleben. Text und Fotos: Bernd Schwabe (eingestellt am 04.09.2017) )          



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