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24.01.- 28.01.2007 - Winterbiwak in Rathenow

Eröffnung der Event- Saison beim Winterbiwak in Rathenow

„Gelobt ist, was hart macht." So dachten wohl zumindest die Zieten- Husaren aus dem brandenburgischen Rathenow und deren zahlreichen militärischen und zivilen Gäste, wenn sie zu Jahresbeginn zum Winterbiwak einluden.
Einige der Teilnehmer, - die verweichlichten, kamen im gut geheizten Vereinsheim der Husaren unter, die härtesten aber auf dem Stroh ihrer Zelte und die allerhärtesten - die Teilnehmer unseres Traditionsvereins, campierten in der größten Kälte einer eisgrottenähnlichen Pension. (Bei diesen jetzigen Zeiten muss man halt Heizöl sparen wo es geht!) Warm war es eigentlich nur auf der Toilette, aber wer hält sich dort schon gern über Gebühr lange auf? Wem wundert's, wenn da unser oller Graf mit Pudelmütze zu Bette stieg!?! Und wir alle hatten bei dieser „gastfreundlichen" Pension die Brille auf, - was wohl in Rathenow, der Stadt der Brillengläser so sein muss!
Im Vereinsheim hingegen, unter vielen gleich gesinnten Freunden, wurde es uns schnell durch den fleißig beschickten Kamin und durch Hochprozentisches warm und wärmer.
Unser verehrter Freund Rolf ZAHREN feierte im Rahmen dieses Biwakabends seinen 65. Geburtstag, fast zeitgleich mit seinem von ihm, m. E. am authentischsten, dargestellten Vorbild, Friedrich dem Großen. Seine zahlreich anwesenden Freunde gratulierten herzlich - wir Dresdner unterstrichen unsere guten Wünsche mit gutem Wein aus Sachsen. (Sauer macht lustig!) So ging der Abend dahin, - am warmen Ofen oder am wärmenden Lagerfeuer, keiner dachte an Abbruch, zumal sich aus der Bundeshauptstadt Fernsehleute angesagt hatten. Obschon überfällig, beehrten sie uns dann doch noch und der Aufnahmeleiter gebot: „Action". Im RBB- Fernsehen sah man dann Sonnabendabends sogar 6 Minuten lang etwas von „den verrückten Leuten, die bei klirrender Kälte im Zelt schlafen, mit klammen Fingern Kanonen und Vorderlader abfeuern, ihre eingefrorenen Stimmbänder quälen und überhaupt....".
Sehr spät erst begaben wir uns in unseren „Iglu", wo wir nach einer kurzen Nacht mit frischen Brötchen (hier Schrippen geheißen) verwöhnt wurden. Unser werter "Baron von Ossig" hatte sich frühzeitig zum Bäcker aufgemacht und unser Geenisch hatte sich derweil in der Enge des WC verklemmt und musste vom Hofstaat mit vereinter Kraft befreit werden.
Doch dann, frisch gestärkt, erwartete uns am Vereinsheim das weitere Programm mit Morgenappell und dem Gang auf den Friedhof zum Heldengedenken, einer Rundtour am See u. a. Im Lager selbst wurden wir durch die Leute des „Oberhusaren" Jürgen CZESZAK, der übrigens gemeinsam mit seiner Frau und Mitstreitern ein guter Gastgeber war, gut mit Mittagseintopf aus dem Kessel verköstigt.
So verging beim gemeinsamen Frösteln der Tag und am Abend erwartete man uns am Hafen im urigen Restaurant zum Festabend.
Während wir der Gaumenfreuden zusprachen, hatten wir trotzdem einen Druck im Magen, denn die avisierten Musiker vom Dresdner „Kürfürstlich- sächsischen Barockensemble" ließen auf sich warten, kamen aber dann doch noch rechtzeitig.
Der Abend verging bei lustiger Plauderrunde, sich hinziehender Auszeichnungsprozedur und den Darbietungen „unserer" Musikgruppe wie im Fluge.
Mit Freude und Genugtuung nahm unser Darsteller August I./II., Tilo MEIßNER für seine authentische Verkörperung der sächsischen Kurfürsten, sowie Silvia SCHUSTER (alias Gräfin von Königsmarck) und Regina SCHWABE (die Hofsängerin) und die Musikerkollegen Thomas und Bernhard für die Pflege barocken Liedgutes, die
                         "Ehrenmedaille Joachim von Zieten am Bande"

entgegen.
Der Kurfürst selbst ehrte seinen getreuen Kämmerer mit dem „Weißen Adlerorden".


Allen aktiv am Gelingen dieses Festabends Beteiligten, überreichte Rolf ZAHREN, der nicht nur der beste Darsteller des Preußenkönigs ist, sondern auch ein exzellenter Kunstmaler, ein Portrait des Alten Fritzen.
Diese Ehre wog wohl gleichviel wie die Ehrenmedaille.

So haben wir dieses Jahr 2007,- unser Gründungsjahr gut begonnen und werden in dem „Rest" des Jahres noch viele weitere Höhepunkte erleben. Das Gemeinsame mit Freunden, die dieselbe Passion haben, ist es, was uns mit viel Hingabe dieses Hobby der Darstellung von Persönlichkeiten aus der Zeit des Barock ausüben lässt. B.S.

 

 

 

 



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