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Moritzburger Fisch- und Waldfest (29.10.2016)

Fischzug und Bieranstich, Jagdhornklang und Kettensäge:

Fisch- und Waldfest in Moritzburg (29.10.2016)

Es war noch einmal ein schöner Herbsttag, dieser 29. Oktober, der uns zur „Perle des Friedewaldes“, -  dem Schloss Moritzburg mit seinen umgebenden Teichen, -  lockte.

Der TDB hatte seine Beteiligung zugesagt, damit wieder ein bisschen Barock beim Fest dabei ist. Damit wir gut zum Ort unseres Auftrittes,- der Schlossterrasse, - kommen konnten, hatten wir um Durchfahrts- und Parkgenehmigungsplaketten gebeten. Das war gut so, denn es herrschte bei unserem Eintreffen am Samstag, den 29.10.16 gegen 13:00 Uhr schon ein unglaubliches Gewimmel, wodurch selbst die bei Boxdorf gelegenen Parkplätze schon stark belegt waren. Es war aber auch für uns schwierig, bühnennahe Plätze für unsere Chaisen zu finden. Leider gelang das nicht allen, von uns angemeldeten, Teilnehmern, die daher unverrichteter Dinge wieder gen Heimat ziehen mussten. Am Sonntag soll der Besucherandrang noch stärker gewesen sein, sodass alle Parkplätze restlos belegt waren und daher mancher Besucher auf den Besuch des Fisch- und Waldfestes verzichten musste. Sonst wären wahrscheinlich mehr als die 30.000 Besucher gezählt wurden.

Wie geplant, fanden wir uns gegen 13:30 Uhr auf dem Teichdamm zwischen Ost- und West- Schlossteich ein, und wiesen das Publikum auf die bald stattfindende offizielle Eröffnung des Fisch- und Walsfestes hin, oder geleiteten sie zur Bühne auf der Eingangschlossterrasse. Hier spielte schon die Gruppe >>Krambambuli<< sehr ins Ohr gehende Weisen.

Ehe sich die Prominenz auf der Bühne eingefunden hatte, wurde das, sich vor der Bühne sehr zahlreich eingefundene, Publikum, vom Moderator (oder auch Zeremonienmeister), dem in barockem Qutfit gekleideten Alf MAHLO, begrüßt. Er begrüßte auch den Hofstaat und bat diesen, eine Gasse für die Einfahrt der Prominentenkutsche zu bilden.

Diese nahte mit zwei prächtigen Apfelschimmeln bespannt und entließ vor der Bühne die königlichen Majestäten August den Starken (Werner POHLE), die 7. Sächsische Waldkönigin Friederike I. (Friederike BINDER), die amtierende Fischkönigin Sarah I. (Sarah APPENFELDER) und den Ständemarschall (Landtagspräsident) Dr. Matthias RÖßLER, sowie den Eisenberger Schultheißen (Moritzburger Bürgermeister) Jörg HÄNISCH.    

Herr MAHLO stellte die Prominenz in seiner Art vor und erzeugte damit manchen Lacher. Dann richtete er das Wort an die prominenten Herrschaften und, - na klar, der Rangfolge nach begrüßte er den Kurfürsten, ehe die beiden Königinnen, der Landtagspräsident und der Bürgermeister an der Reihe waren. Glücklicherweise wurden vom Org.-Team des Festes (DANKE, Frau Gundula BLEUL, f. d. schöne Fest) für die Entgegnungsreden nur 3 Minuten eingeplant, woran sich alle hielten. Dafür war der Zeremonienmeister MAHLO mit seiner Spontaneität gut drauf und verhinderte einen trockenen Austausch von Höflichkeiten. Vor allem das R im Dialekt des Ehrenbraumeisters Winfried KUBITZ, der seine oberlausitzische Herkunft wahrlich nicht verleugnen konnte, hatte es ihm angetan.

Der Braumeister gab nun Erläuterungen zum Bieranstich, denn die Meissner Schwerter Brauerei hatte ein Fass gut malziges Schwarzbier zum Ausschank an die prominenten Gäste und das Publikum spendiert. Unser Landtagspräsident Dr. RÖßLER, vom Braumeister gut eingewiesen, vollzog nun den Anstich, - übrigens ohne sich dabei von oben bis unten einzuweichen, - und gab das edle Gesöff zum Ausschank frei. Das wurde von den meisten Anwesenden auch sehr gern in Anspruch genommen (man nehme den Rezensenten aus, dem wäre eine Gohla lieber gewesen!!!). Dass der Kurfürst dabei den Mundschenk gab, war dabei eine liebenswerte Einlage.

Der Moderastor Alf MAHLO konnte sich derweil so recht austoben und gern erinnerte sich so Mancher im Publikum an dessen Auftritte mit August dem Schwachen (Rainer KÖNIG). Während das Bier in Strömen aus dem Zapfhahn lief, stellte der Zeremonienmeister die beiden Fechtkünstler >>Jean – Loup Fourure<< aus Berlin vor und wir sahen deren messerscharfe Fechteinlagen auf der Schlossterrasse. Derweil genoss man weiterhin den dunklen Gerstensaft und es war festzustellen, dass dieser nicht nur den Grafen und Baronen des Hofstaates und ihrem Brotherrn gut mundete, sondern auch das Moritzburger Aschenbrödel (Victoria LEHMANN) einen ziemlich guten Zug hatte.

Ob der Leiter des Dresdner Forstbezirks ebenfalls dem Biere zugetan ist, entzog sich unserer Kenntnis, auch wenn Herr Dr. Markus BIERNATH das edle Getränk im Namen führt. Jedenfalls, seine kurze Ansprache tat er ohne bleierne Zunge, so wie auch sein Kollege, der Geschäftsführer der Moritzburger Teichwirtschaft Herr Henry LINDNER.

Alf MAHLO brachte noch so manchen Gag an und seine Einlagen waren Unterhaltung PUR. Doch dann riefen ihn weitere Verpflichtungen an das Ufer des westlichen Schlossteiches. Auch wir wollten uns gemeinsam in das Fisch- und Waldfestgetümmel stürzen, aber da waren nur noch der Geenisch (Werner POHLE), Bosens (Ch. BARTEL, Wolfgang PETZOLDT) und der olle Cämmerer (Bernd SCHWABE) da, die dann noch etwas vom Abfischen mitbekommen und dem Ruf des Waldes folgen wollten. Das Grafenpaar von MOCHAN (welches wir zufällig, aber gern, dort trafen) begleitete uns dabei. (Der restliche Hofstaat wurde im Schlossmuseum ausgemacht, wo er wegen seines Mitwirkens [in Robe] kostenfrei sein durfte.)

Es war wirklich ein Volksfest mit viel Volk, - man konnte manchmal kaum treten. Manche Fischspezialität lockte zum probieren. Und wem der (für die Fische) wenig schonende letzte Arbeitsgang des Abfischens (jeweils 9:00 Uhr, 11:00 Uhr, 13:00 Uhr und 15:00 Uhr) nicht aufs Gemüt schlug, der beteiligte sich als Bieter bei der Karpfen- Versteigerung (A.MAHLO als Auktionator). Oder er holte sich Anregungen beim Showkochen im Festzelt, wo Meisterkoch Daniel FISCHER, mit Assistenz durch die Fischkönigin, zu Werke ging. Bei mehr als 100 Händlern und Gastronomen konnte man fündig werden, oder auch nicht (Wenn halt Schiebermütze, Socken und Vogelfutterhäuschen noch gut sind!).

Nachdem wir den Schlossteich umkreist hatten, war an den Heimweg zu denken. Am Schlossparkplatz ließen wir uns noch gern eine längere Zeit beim dort platzierten Waldfest aufhalten. Pilzberatung mit vielen lebenden Kappenträgern als Anschauungsmaterial, Greifvögel, Bastelstände für Jung und Alt, Jagdhundvorführungen, Schnitzkunst mit der Motorkettensäge, Jagdhornblasen und viele andere Dinge waren dort dem Wald gewidmet und erfreuten das Publikum.

Sehr erschröcklich war, dass eine gewisse Jo QUWERBEET, - in Anklang an das nahende Halloween- Fest, ihre kleinen Schlossgespenster auf den ollen Cämmerer ansetzte. Ach wie hat sich der erschrocken. Es geht doch nüscht über dieses amerikanische Kulturgut… Und über das Treffen mit unserer Freundin Jolanda haben wir uns gefreut.    

Was auch unseren Augen sehr wohl tat, war die bunte herbstliche Blattfärbung der Bäume im Schlosspark, um den Teich und im Ort. Dieser Herbstaspekt macht Moritzburg noch anziehender und ich denke, wir kommen gern wieder, und das nicht erst wenn dort wieder Karpfenernte ist.

Ich danke unseren teilnehmenden Vereinsfreunden, den „Bosens“ und Werner POHLE für die Verstärkung des Hofstaates. Den Organisatoren hat unser Mitwirken sehr gefallen. Text und Fotos: Bernd Schwabe (eingestellt am 01.11.2016)

 



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