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Ausstellungsbesuch BERNSTEINZIMMER am 18.06.16

Das Bernsteinzimmer in Dresden entdeckt:

Besuch der Ausstellung zum Bernsteinzimmer

Im Gewerbegebiet INDUSTRIEGELÄNDE, an der Königsbrücker Strasse, vor den Toren Dresdens, laden seit geraumer Zeit einige umgebaute ehemalige Werkshallen (einstiger Volkseigener Betriebe) als Ausstellungsobjekt “Zeitenströmung“ zum Besuch von Sonderausstellungen verschiedenster kulturhistorischer Themen ein.

Gegenwärtig ist hier die Ausstellung „Bernsteinzimmer“ als Sehenswürdigkeit barocker Kunst des 18. Jahrhunderts zu sehen.

Unsere Freundinnen der Interessengemeinschaft >>Barock 1690<< meinten, wir müssten diese Exposition unbedingt gesehen haben, - natürlich in Robe damaliger Zeit. So bereitete die IG- Leiterin Kerstin DANIEL auch unseren diesbezüglichen Besuch zum 18. Juni 2016 vor. Über diesen zu berichten verzögerte sich, da die dazugehörigen Fotos auf sich warten ließen. Doch ist es nicht zu spät, über diese interessante Ausstellung jetzt noch im ausgehenden Sommer zu berichten.

Zar Peter I. (Reinhard LAUTERBACH) war extra aus Moskau angereist und in seinem Gefolge befanden sich neun adelige Begleiter des Dresdner Hofes, die schon ein gewisses Aufsehen bei den anwesenden Ausstellungsbesuchern erregten. Für uns hingegen war der Besuch lohnenswert, da das Thema umfassend behandelt wurde. Angefangen von der biologisch- geologischen Entstehung dieser „Harzdiamanten“ Bernstein über ihren Einsatz als Schmuck bis hin zu ihrem Handel seit dem frühen Mittelalter entlang der historischen Bernsteinstrasse und bis zum eigentlichen Objekt (dem vermissten originalen Bernsteinzimmer), war das Ausstellungsthema gefächert. Die Idee der Schaffung dieses monomentalen Kunstwerkes hatte der einstige Berliner Schlossarchitekt Andreas Schlüter. In der Ausstellung erfuhren wir vom bewegten Schicksal des Bernsteinzimmers vom Kabinett im Schloss Berlin- Charlottenburg, über das generöse und politisch motivierte Geschenk des preußischen Soldatenkönigs Friedrich Wilhelm I. an den Zaren Peter den Großen bis zum Einbau des Zimmers in den Katharinenpalast in Zarskoje Selo.

Wie bekannt, hatte das Kunstwerk auch hier keine Ruhe. Nach der Oktoberrevolution 1917 erachtete die bolschewistische Führung es nicht als besonders wertvoll und schützte es auch nach dem Einfall der faschistischen Wehrmacht 1941 nicht besonders. Als Leningrad belagert wurde, verbrachten die Aggressoren das Bernsteinzimmer nach Königsberg Aber auch hier genoss das Kunstwerk keinen genügenden Schutz durch die NS- Behörden, sodass es den Bombenangriffen von 1944 ausgesetzt war.

Von da an verlieren sich die Spuren, so dass Bernsteinzimmer- Fahnder in Ost und West die unwahrscheinlichsten Theorien des Verbleibes entwickelten und an den ungewöhnlichsten Orten danach suchen.

Zwischenzeitlich begannen aber sowjetische und russische Künstler das legendäre Zimmer neu zu schaffen, so dass es im Jahr 2003 in Zarskoje Selo (Zarendorf, dem heutigen Puschkino) wieder eingeweiht und der Öffentlichkeit übergeben werden konnte.

Die von uns besuchte Schau über das Bernsteinzimmer und sein Schicksal, wurde von Kunstwerken aus Bernstein bereichert, die aber gegenwärtigen Datums sind. Ein Bernsteinschnitzer sollte sein seltenes Handwerk vorführen, war aber leider zum Zeitpunkt unseres Besuches erkrankt.

In einer zu einem Stück Bernsteinzimmer nachgestalteten Ecke des Ausstellungsraumes konnte man Fotos zur Erinnerung an den interessanten Besuch dieser Ausstellung machen. Natürlich nahmen wir diese Gelegenheit wahr. Außerdem lief in einer Kabine ein Film über das Schloss der Zarin Katherina der Großen und den über 100 Hektar großen Park von Zarskoje Selo.

Für alle unsere teilnehmenden Freunde war der Besuch dieser kleinen, aber feinen Ausstellung ein bildender Genuss. Text: Wolfgang Petzoldt, Fotos: Silke Brux (eingestellt am 13. 09. 2016)

 



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