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TDB- Sommerflanieren mit Gästen am Samstag, den 6.08.2016

Erzgebirgische Adelsdamen zu Besuch beim Dresdner Hof

TDB- Sommerflanieren mit Besuch aus Borstendorf

Es war mal wieder ein schöner Tag, - ideal zum Flanieren und zum Empfang von Gästen, um ihnen unser Dresden von seiner schönsten Seite (der barocken) zu zeigen.

So trafen wir uns programmgemäß 11:00 Uhr am bekannten Treffpunkt vor dem „Schießhaus“ nahe dem (verhunzten) Herzogin Garten. Schon vor Monaten hatten sich Gäste aus dem erzgebirgischen Borstendorf zu einer Führung in Robe angesagt und so erwarteten wir die vier Damen mit Ungeduld. Sie kamen aus Ebersbach, wo sie von unserer Vereinsfreundin Heidrun TENNERT barock eingekleidet wurden. Der olle Cämmerer meint, dass sie schnuckelig ausgesehen haben. Wie es unsere Art ist, begrüßten wir unsere Verstärkung des Hofstaates in Herzlichkeit und mit ein paar Worten von Majestät. Die Damen ihrerseits, so war unser Eindruck, hatten sich im Vorfeld unseres Flanierganges schon mit den wichtigsten barocken Benimmregeln vertraut gemacht und selbst den Hofknicks eingeübt, so dass dieser vor dem Landesherren tadellos klappte. (So viel praktisches Interesse erleben wir bei unseren Flanierbegleitungen nicht sehr oft!!!) So konnten wir die gemeinsamen Flanierfreuden der Landedeldamen Jacqueline vom Göttesstein (J. GÖTTLICH), Katja von Ringwegersheim (Katja GRAUBNER), Silke von und zu Froschhausen (Silke ENDLER) und Kathrin Baronin von Papierus zu Borstendorf (Kathrin ENDER) voll und ganz teilen.   

Das Stadtmajors- Ehepaar (C. BARTEL & W. PETZOLDT) brachte einen kleinen Prinzen mit, der sich auch sehr schnell in unsere Flaniergesellschaft integrierte, - hat er doch bei seiner Kavalierstour einen Halt in Elbflorenz gemacht. Nur unser ehrenwerter Graf von Watzdorf hatte uns verfehlt, - was passiert, wenn man sich statt 11:00 Uhr, gewohnheitsmäßig 13:00 Uhr für den Flaniertreff vormerkt.

Nun ging es also los. Der Kurfürst (Werner POHLE) führte uns Richtung Zwinger, wo wir eine Menschenmenge trafen, die wir so geballt sehr selten erleben. Daher war das Vorankommen auch recht schwierig. Kaum ein paar Schritte gesetzt, gab es den ersten und bald den nächsten Fotostopp. Für unsere Erzgebirgs- Hofdamen war das sicher ein besonders guter und bestaunter Einstand. Auch das Geburtstagsständchen der Hofsängerin (Regina SCHWABE), bei bester Akustik unter dem Kronentor, brachte Freude (denn für drei der Damen war dieses Flanieren in Robe ein Geburtstagsgeschenk). Nun querten wir den Zwingergarten bis zu Sempers Langgalerie, wo, wie konnte es anders sein, es das obligate Gruppenfoto gab. Hierbei gelingt es äußerst selten, dass die Herrschaften aus dem 18. Jahrhundert mal ohne solche des 21. abgelichtet werden können. Mancher Tourist ist da (sehr zaghaft ausgedrückt) ziemlich ungebremst…

Es war ja ein recht hitziger Tag und da tat die Kühle des Nymphenbades, in das uns Majestät anschließend geführt hat, erfrischend gut. Auch hier kam unsere neunzehnköpfige Gesellschaft nicht davon, ohne als Fotostaffage gedient zu haben. Wir führten unsere Gäste dann dem Lauf des Wassers entgegen und so konnten die Landedelfrauen den Zwinger in voller Pracht von oben ansehen.

Nächste Ziele waren dann der Theater- und der Schlossplatz. Hier begegneten wir einem Fahradkonvoi, der sich aus Dynamo- Fans zusammensetzte. Deren Stimmung war noch gut und ihre Begrüßung der Adelsgesellschaft stimmgewaltig. Ob sie, nach dem Gegentreffer der Nürnberger (zum 1:1) in der Nachspielzeit auch noch so gut drauf waren?

Auf der Treppe der Tageszeiten war wiederum ein Fotostopp und dann defilierten wir über die Brühlsche Terrasse. Zu Beginn kam den meisten Flaniergängern Gaffädurscht an, - aber bei diesem warmen Sommerwetter waren alle Gartenplätze so gut wie besetzt. Doch die Hofsängerin war pfiffig und auf deren Anfrage öffnete man uns das Café in der Gaststätte >>Sekundogenitur<<, wo wir uns Türkentrunk und Eierschecke wohl munden ließen. Gestärkt ging es nun zum Neumarkt, wo wir schon von weitem die Schlange vor der Frauenkirche sahen. Da verzichteten wir auf eine Besichtigung und zogen zum Stallhof und anschließend am Fürstenzug vorbei. Am Georgentor begegneten wir einer Junggesellinnenabschiedstruppe, wo wir gern zum Foto postierten und der z(k)ünftigen Braut alle guten Wünsche mitgaben.

Der Rückweg zum „Schießhaus“ führte uns durch das Tor des Glockenspielpavillons zurück zum Zwinger. Dem Wunsch unserer Besucher entsprechend, verweilten wir hier um dem Glockenspiel zu lauschen. Nun ja, es war ein recht kurzes Vergnügen (um 12:00 Uhr wird ausgespielt). Hier im Zwinger trafen wir dann noch ein Paar, welches die Verheiratung schon vollzogen hatte. Es sah (noch) sehr glücklich aus. Majestät gratulierte in unserer aller Namen.

Sehr berührt hat uns die Begegnung mit den vier jungen Männern aus Dänemark. Was für einen Glanz, was für Lebensfreude entströmten den Augen derer, - die Ganzkörper gelähmt in ihren Computergesteuerten Fahrstühlen saßen und die Schönheit des Zwingers in sich aufnahmen. Was gibt es doch für tolle tapfere lebensbejahende Menschen!!!

Am Zwingerteich vorbei ging es dann zurück zum Ausgangspunkt unseres Flanierganges. Hier am „Schießhaus“ lernten wir dann (während sich unser Adelsdamenbesuch umkleidete) vier weitere Erzgebirgsmädels kennen, die noch ganz in freudiger Erregung waren. Deren Kerle, die im Biergarten saßen, waren wohl weniger freudig erregt, denn es hieß nun für sie, vom gekühlten Hopfentrunk weg zu müssen!

Wir verabschiedeten uns und gaben den Erzgebirgsmädels recht, dass es ein wirklich gelungener netter Sommersamstag war (auch für uns), an den man sich noch lange gern erinnern wird. Text und Fotos: Bernd Schwabe (eingestellt am 15.08.2016 )

 



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