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Sabinchenfest und Triathlon vom 10.06. - 12.06.2016

Sabinchen und das Triathlon

Von den Treuenbrietzener Sabinchen Festspielen- zum 15. Moritzburger Schlosstriathlon  (10.06.2016 – 11.06.2016 und 12.06.2016)

 

Einladungen von Freunden folgen wir gern und daher waren wir ein zweites Mal beim Sabinchen- Fest in Treuenbrietzen dabei. Unsere Freunde Manuela, Jaqueline, Nadine, Mike, Matthes und André von der Rokokotanzgruppe >> les danseurs de San. Souci<< aus Potsdam hatten sich, so wie schon 2014, gewünscht, dass wir dem Heimatfest Treuenbrietzens etwas barockes Flair geben. Und dann, wo noch wird man wohl eine Mordtat feiern und das schon zum 22. Male? Das besondere am Sabinchen- Fest ist nicht das Erinnern an das schaurige Ende der Jungfer Sabinen, sondern der Umstand, dass hier eine ganze Stadt IHR Fest ausrichtet. Dazu braucht es die Hilfe von Vereinen, Einzelkämpfern und nicht zuletzt genannt, von Sponsoren, -  und auch von solchen wie uns. Gern waren wir also erneut als Dresdner Hofstaat dabei.

Schon am Freitagnachmittag waren Annerose und Siegmar JENTZSCH vor Ort, auch Hofsängerin und Cämmerer (Regina und Bernd SCHWABE), sowie Anna Cathérina Gräfin Orczelska (Nadin SCHUBERT) entstiegen ihren Chaisen um  ihrem Landesherrn Friedrich August I. (Werner POHLE) ihre Referenz zu erweisen. Selbiger war schon vor Orte, wo er wohl schon eher geweilet, hätt’ sich nicht einer seiner Gäule einen Nagel eingetreten. Da war bei dem lieben Tierchen die Luft raus. Gott lob fand sich eine helfende Hand, die es schaffte, dass nunmehr mit allen Hufen das verträumte Preußenstädtchen Treuenbrietzen erreicht werden konnte. Auch unsere „Franzosen“ waren schon mehrheitlich aus Potsdam eingetroffen. Der Dresdner Hofstaat erhielt am Samstagvormittag mit dem gefürsteten  Reichsgrafenpaar Heinrich XXXVIII. und Johanne Friederike von Reuß zu Köstritz (Kathrin und Thomas HEFFT) weitere hochadelige Verstärkung.

Nach herzlicher Begrüßungscour, der Beschlagnahme der Schlafstellen und erstem Schlüpfens in die Roben, ging es zu Sankt Marien, wo es ein „Orgelfeuerwerk“ mit Joachim THOMS gab, der damit bewies, dass die „Alte Dame“ WAGNER- Orgel von 1741 noch gut beisammen ist. Eine Bilddokumentation veranschaulichte das. Eine weitere Ausstellung im Gotteshaus befasste sich mit dem Thema „Kalter Krieg“, - hier kamen dem Betrachter (z. B. dem Rezensenten) einige Bedenklichkeiten auf. Unbedenklich schön empfand er das wirkliche Feuerwerk exzellenter Orgelklänge, womit er wohl nicht alleine war. Auch mit dieser Veranstaltung in der Marienkirche wurde das Sabinchen- Fest eröffnet, wodurch es auch einige kurze Ansprachen gab, von denen die des Oberbürgermeisters Michael KNAPE in Erinnerung blieb. Weintrinkern wird es mit der Rosenbowle so gegangen sein. Und einige Besucher waren zu hören, die sich gewünscht hätten, dass die Potsdamer Rokokotänzer hier in der Kirche und später auf der Kleinen Bühne auf dem Rathausplatz, etwas mehr von ihrer Tanzkunst zu sehen gewesen wäre. Wie wahr!

Nach dem Orgelkonzert flanierte der Hofstaat noch etwas und erlebte ein zunehmend reger werdendes Markttreiben. Dann ging es zunächst wieder ins Quartier, dem Bürgerhaus „Alte Feuerwache“, wo wir von Detlef vom Sabinchen- Verein so überaus gut umsorgt wurden (nach dem Umfang des Frühstückangebots hätten wir die gesamte Barockszene aus Dresden mitbringen können!) Etwas Ruhe tat nun gut, um mit zunehmender Dunkelheit dem Rathausplatze zuzustreben und das wunderbare Feuerwerk zu erleben. Wir hoffen, dass nicht zu viele Berliner anwesend waren und in der Irritation befangen waren, dieses Feuerwerk bejubelt die Eröffnung ihres neuen Flughafens…

Im alten Spritzenhaus ging es auch noch eine ganze Weile hoch her, - doch Cämmerers Blick auf seine Taschenuhr besagte dann, dass es mit 3:00 Uhr nun Schlafenszeit ist. Wohl dem, der nun gut mit Ohropax ausgestattet war.

Die Nacht war kurz, das Frühstück lecker und unser Unternehmungstrieb enorm. Dem schlossen sich nun unsere Neuankömmlinge von den Potsdamern und unsere Vereinsfreunde Kathrin und Thomas HEFFT an. Ab 14:00 Uhr hieß es: „Eine Reise in die Barockzeit“, mit Kinderschminken, das Schlüpfen ins Prinzessinnenkleidchen oder die Umwandlung der Jungens in finstere Ritter. Hier hatten Manuela & Co. den Hut auf. Der Sachsenadel verlustierte sich derweil im Markttrubel und ließ einige seiner guten sächsischen Joachimsthaler im Preußenland.

Dann rief gegen 15:00 Uhr ein großes Familienkonzert erneut in die Marienkirche, wo es unter dem Titel: „Zum Geburtstag der Königin“ einen köstlich humorischen Musikwettstreit zwischen der Hofsängerin Donna Silberklang (Cornelia ZERM) und dem Hoftrompeter Trompetti (Hannes MARCZEY) gab, - stets gut begleitet vom Organisten (Arno SCHNEIDER). Wer nun in diesem (Wett-) Streit Sieger blieb, wurde mehr oder weniger offen gehalten. Majestät, dem man vorzuspielen hatte, entschied, - beide Interpreten waren gut und würdig zum Geburtstag der Königin ihre Kunst erklingen zu lassen. Damit traf der König sicher auch den Geschmack des Publikums. So ganz unbeteiligt wie dieser auf seinem Throne tat, war er, wie zu hören war, wohl nicht, denn ohne Krone und Hermelinmantel, also als Mike SPRENGER, hat dieser das Stück geschrieben und auch die Regie geführt…

Ganz reizend war auch die kleine Königin, die, als die ursprüngliche Königin- Kandidatin von Mama weggeholt wurde, schnell eine Verwandlung vom Mini- Sabinchen zur Queen durchmachte und voller würdevollem Interesse dem Spektakel folgte. Zum Fressen süß die Kleene…

Diesmal sehr gut zentriert aufgestellt, war der Markttrubel auf ziemlich kurzen Wegen zu erreichen und zu erleben und auch wir nützten das. Künftig werden einige unserer Hofdamen gut preußisch beschirmt durch das Dresdner Barock lustwandeln können. Majestät (Werner POHLE) schloss sich dem Stadtschreiber an und hatte dadurch einen besonders lehrreichen und lustigen Nachmittag…

An diesem Samstag hatte das Sabinchen- Fest 23 Veranstaltungen zu bieten, - woran man leider nur bei einigen dabei sein konnte. Toll war dieses Aufgebot allemal.

Für uns gab es am Samstagabend noch einen besonderen Höhepunkt. Der Treuenbrietzener Bürgermeister Herr Michael KNAPE lud zum Empfang ins Rathaus, wo er neben den Sponsoren, einigen der fleißigsten Helfer auch uns begrüßte und seinen Dank aussprach. Gern haben wir mit dem Stadtoberhaupt und weiteren verdienstvollen Treuenbrietzenern angestoßen und dabei konnten wir sagen, dass es uns auch heuer wieder in ihrer Stadt und bei ihrem Fest sehr gut gefallen hat. Auch das kleine Dankeschön- Feuerwerk haben wir noch genossen. Nach einigen netten Gesprächen mit Honoratioren, Sponsoren und dem Ersten Bürger der Stadt, war es dann Zeit, unserem Quartier zuzustreben. Hier fielen wir „müde matt marode“ bald in die Kiesen und hatte, dank der fürsorglichen Umquartierung Mrs. Eisenhammers (Thomas) eine einigermaßen ruhige Nacht.

Sonntagmorgen, - nochmals ein opulentes Frühstück und dann schon bald  Aufbruchsstimmung. Wir hatten noch ein weiteres Ziel an diesem Wochenende, - in Moritzburg wartete der 15. Schlosstriathlon auf uns, - zumindest glaubten wir das. Anders als die Offiziellen brachten wir den Akteuren (und auch den Moderatoren) Freude ins Geschehen. Wie abgehetzt kamen so manche Aktive die Zielgerade entlang und wie entkrampften sich deren Gesichter, wenn seine königliche Majestät August der Starke diese abklatschte und zu ihrer tollen erbrachten Leistung gratulierte. Oder wie überrascht waren die, die mit letzter Kraft ankamen, und von Hofschranzen untergehakt, die letzten Meter gemeinsam meisterten. Da sahen wir dankbares Lächeln und uns bestätigt, dass wir bei einer Sportveranstaltung, die vor und um das Moritzburger Jagdschloss, - dieser Perle im Friedewald, stattfindet, als Barockleute so unpassend nicht sind.

Liebes Sabinchen, sei unverzagt und warte auf uns, wenn wir dann bei einem deiner nächsten Feste etwas länger bleiben können.  In dem Sinne danken wir unseren Freunden von >>les danseurs de San. Souci<< und den Treuenbrietzenern und möchten Euch sagen, dass wir gerne wieder zu euch kommen um gemeinsam zu feiern. Bis bald. Text und Fotos: Bernd Schwabe (eingestellt am 13.06.2016)     

 

 

 

 

 



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