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Spreewaldcharme und Nachtigallenschlag (Sa.,02.05.2015)

Der TDB begleitet eine Geburtstagsgesellschaft durch das historische Dresden

Spreewaldcharme und Nachtigallenschlag

Sehr kurzfristig, - quasi von einem Tag auf den anderen, setzte man sich mit dem TDB in Verbindung und erbat eine Begleitung durch unsere Stadt, - natürlich in Robe. Da es sich um eine Geburtstagsüberraschung handelte, sagten wir auch so spontan zu, wie den Geburtstagsgratulanten ihr Geschenkidee eingefallen war.

Vorausschauend, mehr als überpünktlich am Samstag, den 2. Mai auf dem Wege, hatten wir manchen Aufenthalt im Zwingergarten und auf dem Theaterplatz, zumal an diesem herrlichen Schönwettertag Unmassen von Menschen in unserer Stadt unterwegs waren. Wir schafften es gerade so, den vereinbarten Treffpunkt an den Anlegeplätzen der „Weißen Flotte“ zu erreichen. Nun warteten wir auf August den Starken, der dann auch pünktlich angedampft kam. Dabei meldete er sich recht lautstark, - als überdimensionierter Luxus- Kahn der Sächsischen Elbeschifffahrt an und das Aussteigen der ca. 1000 Fahrgäste dauerte seine Zeit. Nicht nur die von uns erwartete Geburtstagsgesellschaft hatte das herrliche Wetter für eine Fahrt auf unserem Hausstrom genutzt.

Als der Cämmerer August des Starken, in dessen Namen, die Gesellschaft und vor allem das Geburtstagskind in Empfang nahm und auch die Hofsängerin ihre Begrüßung darbrachte, war der Jubilar doch recht verdutzt, - ja, regelrecht überrumpelt. Der ganze Ausflug von Burg im Spreewald bis zum Schloss Pillnitz und nun hier her in die Residenz mit einem barocken Empfang, war ihm vorher nicht bekannt und er war schon sehr über die Aufmerksamkeiten seiner Freunde und Familie gerührt.

Abgesehen von den hoch betagten Geburtstagsgästen, schloss sich die Gesellschaft der Hofsängerin nun in froher Erwartung an und erfuhr viel neues über das barocke Dresden, seine Bauten, die Wettiner und auch etwas über unser Tun in der barocken Traditionspflege…

Zunächst ging es über die Münzgasse zum Neumarkt mit seiner Frauenkirche, dem Luther- Denkmal, dem Johanneum (heute Verkehrsmuseum) und der gut passenden Neubebauung des Platzes und den Ausgrabungen. Weiter ging es zum Stallhof und Ständehaus an der Augustusstrasse und wir warfen einen Blick in den Stallhof. Dann ging es entlang des Fürstenzuges, mit all seinen Herrschern des Wettiner Fürstengeschlechtes, zum Schlossplatz, wo der Cämmerer am Georgentor den Damen etwas prahlerisch und vielleicht auch neidisch, die Stärke der Sachsenkerle demonstrieren musste…

Über den Theaterplatz ging es zum Zwinger und da konnte ein Kleinod barocker Kunst nicht ausgelassen werden, - wir besuchten das Permosersche Nymphenbad, was unseren Gästen nicht nur ein begeistertes Ah und Oh entlockte. Es ist schon so, - im Zwinger gewesen und nicht das Nymphenbad besucht, ist nicht in Dresden gewesen.

Nun meinte der Jubilar und seine Gäste, wohl genug der Überraschungen erlebt zu haben, aber die Hofsängerin entführte die Gesellschaft noch nach dort, wo im Zwinger die beste Akustik herrscht, - unter das Kronentor.

Es wäre nicht die Hofsängerin Regina Baronessa de Moretti, wenn sie dort nicht ein Ständchen dargebracht hätte.

Das Geburtstagkind, seine Gratulanten und auch sich schnell ansammelnde Touristen hörten begeistert zu und spendeten reichlich Beifall.

Als der letzte Ton verklungen und das Händegeklapper verstummt war, hieß es Abschied von den netten Spreewaldleuten zu nehmen.

Nun wollen wir doch vormerken, im nächsten Jahresplan des Vereins einen Gegenbesuch in Burg am Bootsanlegeplatz zu planen und dann eine adelige Kahnbesatzung auf die Fahrt durch die Spreewaldfliesse staken zu lassen. Das wäre doch mal was. Spreewaldcharme und Nachtigallenschlag passen doch gut zusammen. Text und Fotos: Bernd Schwabe (eingestellt am 06.05.2015)       



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