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15. Schloss- und Hopfenfest in Großkmehlen vom 13. bis 14. September 2014

Sprudelt zum Jubiläum die Chmelen- Quelle, ist der TDB sogleich zur Stelle

Wir waren beim 15. Schloss- und Hopfenfest dabei

(Dorffest am Wasserschloss Großkmehlen vom 13. bis 14. September 2014)

Wir sind wieder gern der Einladung des Großkmehlener Heimatvereins 1205 gefolgt, um beim traditionellen Schloss- und Hopfenfest, - heuer dem 15.,- mitwirkend dabei zu sein. Zwar war unsere Abordnung des Dresdner Hofstaates nur klein, - es lagen an diesem Wochenende weitere besuchenswerte Veranstaltungen an (z.B. Ball auf der Heidecksburg, Schlossfest auf Lauenstein), sodass wir uns geteilt haben. Ob in Lauenstein, oder auf der Heidecksburg (hier vertraten den TDB Heidrun und Günther TENNERT und Kathrin und Thomas HEFFT) oder meinem Bericht vorweggenommen in Großkmehlen, die Beteiligten hatten ein erinnerungswertes Wochenende.

In Großkmehlen wollten wir, Regina und Bernd SCHWABE und Silvia und Frank WEISE, schon am Freitag Präsenz zeigen und unsere Zelte am Wasserschloss aufschlagen, aber die Wetterprognosen waren uns doch zu wässrig, - zumal wir von Freunden angerufen wurden, - „Gegend, Schloss und Park um Kmehlen ist Land unter!!!“, - so dass wir noch eine Nacht im Sächsischen ausharrten. Ohnehin abgemeldet, verbrachten WEISES diese mit uns im Garten, d. h. Grill und Spiele und das anschließende Nächtigen unter schützendem Dach. Wir hatten viel Spaß und nach kurzer Nacht und ausgiebigem Frühstück starteten wir am späten Vormittag gen Preußenland, denn um Ortrand (in der Gegend liegt Großkmehlen) ist man seit Napoleon nicht mehr Sachse sondern Brandenburger. Eine Bürgerbefragung hatte zwar nach 1990 ergeben, dass der Hang nach Sachsen größer war als nach Brandenburg, aber das störte wohl die Politik, die es anders wollte, nicht so sehr…

Das Wetter sah nicht so sehr verheißungsvoll aus, - Grau in Grau, - Nebel hüllte alles wie in der Waschküche ein, - und wir waren heilfroh, unsere Leinwandvillen zuhause gelassen zu haben. Zumal der organisierende Heimatverein sehr flexibel und entgegenkommend war und uns (Silvia, Regina, Frank und Bernd) die Übernachtung im Pfarramt der evangelischen St. Georg – Gemeinde ermöglichte. Danke dem Verein und der Familie WINKLER.

Unser erster Gang führte auf das Festgelände, wo der Heimatverein (extra für uns brandneu angeschafft) einen Zeltbungalow aufgestellt hatte. Hier sollte für uns der Mittelpunkt des Festes sein. Wir waren dort die Ersten nicht, denn unser Freund Frank SCHOBER von der „Königlich - Polnischen und Kurfürstlich – Sächsischen Feldartillerie hatte dank seines mitgeführten Donnerrohres das Zelt bereits annektiert. Herzliche Begrüßung und viel Spaß an diesen beiden Tagen, denn Frank ist schon eine Ulknudel, kann aber auch ganz ernsthaft zur Sache gehen, wenn er mit seiner Kanone hantiert und dem Publikum Erklärungen abgibt.

Soweit waren wir da aber noch nicht.

Zunächst frequentierten wir den (einen) Dorfgasthof Richter, wo wir ausgesprochen gut gespeist haben. Das Essen war schmackhaft und so auf die Tellern gebracht, dass man diese „Kunstwerke“ ungern zerstören wollte.

Wir hatten uns die Zeit gegen 13:00 Uhr besprochen und konnten pünktlich auf die Minute unsere zwei weiteren Festteilnehmer Veronika und Gerd JACOB begrüßen. Nachdem diese sich in ihrer Pension und wir im Pfarramt eingerichtet hatten, war noch genug Zeit, um einen Abstecher zum benachbarten Schloss nach Lindenau zu unternehmen. Wir waren vor Jahren schon dort und waren davon angetan, dass augenscheinlich der neue Eigentümer viel investiert, um dieses prächtige Landschloss nicht dem (weiteren) Zerfall anheim zu geben. Trotz eines Himmels, der sich von hell- nach dunkelgrau verfärbte, starteten wir, nun als Adelsleute gewandet, zum Ziel unserer Wünsche und erlebten bei unserer Ankunft eine herbe Enttäuschung. Nicht nur, dass es gleich nach unserem Eintreffen heftig, - sehr heftig, anfing zu regnen, nein, auch der Anblick, den das Schloss uns diesmal bot, war echt der HAMMER! Abblätternde Farbe und leere Fensterhöhlen, die darauf verweisen, dass das Anwesen nicht bewohnt, noch sonst in einer Weise genutzt, wird. Die Gemeinde Lindenau versucht nun, Schloss und Park zurück zu erwerben! (Ob es auch mit 1 Euro klappen wird?) Letzterer diente jungen Brautleuten einst als Kulisse für die Hochzeitsfotos, denn er war damals (als wir erstmals hier waren) gut als Landschaftspark  gepflegt, heuer konnte man ihn, auf wieder in Verwilderung übergehenden Wegen, auch Dank der geöffneten Himmelsschleusen, nur mit spitzen Schritten passieren. Wir wünschen den Lindenauern das Glück, was den Großkmehlenern beschert wurde, als die „Kulturstiftung Preußische Schlösser und Gärten“ sich des dortigen Schlosses und Parks angenommen hat. Gemeinsam mit den Groß- und Kleinkmehlenern und gewiss auch denen dazwischen und drum herum, ist dort ein Schmuckkästchen am Entstehen. Wir waren nicht das erste Mal dort, aber heuer waren wir sehr sehr angenehm überrascht, was sich dort alles schon zum Positiven verändert hat. Das ganze Areal um Schloss und Kirche und dem Park strahlt eine Frische und Sauberkeit aus, so dass man gern dort als Gast verweilt. Wirklich ganz toll, auch wenn im Schloss noch mancher Handgriff zu tun ist. Die gute Akustik war schon, oder besser immer noch da, was bald zu beweisen wäre.

Das „Kurfürstlich – Sächsische – Barockensemble“ wurde für ein abendliches Konzert gebucht und brachte Musik in das alte Gemäuer. Nach und nach trafen die Musici (Manfred KUGLER / Tasteninstrument und Thomas REUTHER / Bass) ein, die von ihren Musikerkolleginnen Silvia WEISE / Querflöte und Regina SCHWABE als Hofsängerin begrüßt wurden. Am Abend dann, mittlerweile senkte sich die Dunkelheit über den Festplatz und den Ort, die durch viele bunte Lampions und Fackeln des Kinderumzuges erhellt wurde, war Konzerttime. Doch vorher führte der Hofstaat den Fackelzug an und war froh, unangegogelt aus der flammenden Umzingelung herausgekommen zu sein, - Perücken haben einen schnellen Brennpunkt und einige der Kids hatten wenig ruhige Hände beim Fackeltragen!

Eilens ging es nun zum Schloss, in dessen Empfangshalle gute Akustik und Stuhlreihen vorhanden waren. Der Kämmerer war wieder mal als Moderator verdonnert und platzierte sich hinter sein Pult, in seinem Rücken ordneten die Musiker noch ihre Noten, letzte Deko- Handgriffe wurden getätigt und mit Spannung warteten wir auf die drei Böllerschüsse des Artilleristen Frank, der damit das Signal zum Sturm auf die Sitzplätze gegeben hat. Der Raum füllte sich brechend, was Hofsängerin und Kämmerer beim Einzug mit der Eröffnungsmusik (Clarke) wohlwollend zur Kenntnis nahmen. Der übrige Adel hatte Platz genommen und lauschte, wie das Publikum, den Klängen des Ensembles. Neben Musikstücken und den Liedern der Hofsängerin (Regina SCHWABE), gab unsere ehrenwerte Gräfin von Königsmarck (Silvia WEISE) auch einige Rezitationen zu Gehör. Alles wurde vom Publikum gut aufgenommen und daher kam das Ensemble nicht drum herum, eine Zugabe zu geben. Gern widmeten Regina und Silvia diese „Das Ännchen von Tharau“, unserem Freund Frank SCHOBER, dessen Kanonenknallerohren derartig liebliche Töne wie Medizin aufnahmen und auch leicht feuchte Augen machten.

Danach stürzten wir uns in das nächtliche Festgewimmel, erlebten, neben einem Feuerwerk, mittelalterliche Klänge, den von uns schon als guten Bekannten angesehenen Sprüchereimer Theo Theotor und die  mittelalterlichen Kriegsleute aus Spremberg – und ein reges Markttreiben. Chmehlenbier, - nur einmal im Jahr und immer nur für das Hopfenfest gebraut, war das Erlebnis für die durstigen Kehlen, auch der Adelsleute vom Dresdner Hof. Manche neue Bekanntschaft konnte geschlossen werden und so wurde die Nacht wieder einmal recht kurz.

Sonntagmorgen, - wir hatten uns des Nachtens auf allen möglichen und unmöglichen Liegeplätzen im Pfarrhaus ausgebreitet und… verschliefen glatt, - alle Vier! Der ehrenwerte General von Spörcken (Gerd JACOB) scheuchte uns schnell auf und so brauchte das Frühstück nicht mit Mittag kombiniert werden. Da es 11:00 UHR eine Treckerparade gab, war der Ort von Motorlärm erfüllt und trieb uns ins Freie, wo wir allerlei (45) Traktoren – von ganz alt über alt bis neu oder Marke Eigenbau, erleben konnten. Dann zog es uns zu unseren Pavillon, denn die vielen Besucher wollten auch das Barock auf ihrem Fest leibhaftig erleben. Da Kanoniere auch Schlitzohren sind, gelang einem dieser Kerls ein Deal, wodurch die Kanone noch mal kräftig bei Puste war. Erstaunlich viele Festbesucher, nicht nur die zahlreichen Kinder,  wollten es knallen hören und der Korporal SCHOBER hatte anschließend viele Fragen zu beantworten, was er mit Bravour getan hat. Lieblichere Töne waren in der Kirche zu hören, - ein Teil der Hofleute ergötzten sich dort, ein anderer stürzte sich ins Markttreiben. Die Stände waren wieder mit viel Liebe dekoriert und ausstaffiert und für Auge und Gaumen gab  es ein vielfältiges Angebot… Auch die historische Spritze der Kleinkmehlener Altfeuerwehrleute (kommentiert vom Altbürgermeister Horst MÜLLER) war dort eine Attraktion. Gern sahen wir auch den Kabbeleien der Rittersleute zu und hörten deren Musik, oder verschafften uns Durchblick beim Brillendoktor Teo…

Schnell näherte sich der Tag dem Abend und es galt wieder in die Zivilklamotten zu steigen und unser ganzes Zeugs in den Kaleschen zu verstauen. Dazu konnte man beim Korporal in die Lehre gehen, - jeder Handgriff saß und akkurat wurde seine ganze >Schießerei< im Hänger verstaut. Da das Wetter nicht günstiger wurde und schon wieder etwas niesselig, fiel der Abschied von Großkmehlen und seinem Dorffest nicht ganz so schwer, - und dann hatten wir ja viele schöne Eindrücke mit gen Heimat zu nehmen und beim Abendbrot hatten wir mit Frauendorfer Räucherforellen und Landfrauen- Tomaten (die noch nach Tomate schmecken) noch ein Nacherleben des Festes auf der Zunge.

Es war wieder schön (***) und wir bedanken uns beim Großkmehlener „Heimatverein 1205“ für die freundliche Aufnahme, bei Familie WINKLER für das Nachtlager und bei unserem Freund Frank SCHOBER für die lautstarke und manchmal auch zwerchfellerschütternde Unterstützung.

Danke allen TDBern, die hier in Großkmehlen oder auf der Heidecksburg (oder als AKB in Lauenstein) unseren Verein vertreten haben. Text und Fotos: Bernd Schwabe (eingestellt am 17.09.2014)



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