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Vortrag über Benimmregeln im Barock mit Flaniergang am 27.04.2014

Von Benimmregeln, einem Missgeschick, neuen Freunden und Flanieren nach Gelerntem:

Neuerlicher Fortbildungsvortrag des TDB – Benimmregeln des Barock

Und schon gab es am 27. 04. 2014 die nächste Weiterbildung unseres Vereins in Sachen barocker Traditionspflege. Dazu trafen wir uns an diesem Sonntagvormittag an bewährtem Ort, - im >>Bistrocafé am Schloss<< .Wir wissen alle selbst ( und nicht nur wir im TDB), dass es zum Thema manchen Nachholbedarf gibt. Sei es, die Referenz richtig zu erweisen, oder das Verhalten gegenüber höhergestellten oder untergeordneten Adelsleuten und und und, - da kommt allerhand Stoff zusammen. Der Rezensent dieser Zeilen hatte sich des Themas angenommen und will nicht verhehlen, dass das Zusammentragen der Fakten eine wirkliche Fleißarbeit erforderte, die sehr umfangreich wurde und daher sicher auch den einen oder anderen Zuhörer (etwas) forderte…  Ich denke aber, dass dabei keiner überfordert wurde, da in einer Sonderausgabe unserer Vereinszeitschrift „Fächerdepesche“ alles zum Selbststudium niedergeschrieben wurde und bei Bedarf immer nachgelesen werden kann.

Ehe es aber mit dem Vortrag beginnen konnte, gab es noch eine Verzögerung, - unsere „Bosens“ fehlten noch. Doch dann trafen sie ein und Christine war ziemlich niedergeschlagen. In Robe mit der Straßenbahn gefahren, bemerkte sie erst nach dem Aussteigen, dass da am Arme etwas fehlte, - die Pompadour ihre Barockhandtasche… Die war natürlich gut bestückt mit persönlichen Papieren und gefülltem Portemonnaie und den Dingen, die man nicht so sehr gern aus der Hand gibt. Mainelken hatte die „Bosin“ zwar nicht spazieren getragen, aber was da auch auf der Strecke geblieben war, waren die von ihr besorgten Karten für die Rokokooper, die wir am 1. Mai in der Semperoper anschauen wollten. Christine trug es dann doch recht gelassen und rechnete wohl mit der Redlichkeit Straßenbahn fahrender Dresdner. Wir anderen in der Runde waren aufgeregter und Silke kümmerte sich drum und tätigte einige Anrufe mit den Verkehrsbetrieben. Vorweggenommen sei gesagt, dass sich unsere Freundin in der Ehrlichkeit der Dresdner (und ihrer Gäste), sowie in der Fischelants (Sächsisches Wort des Jahres 2009 – nach franz.: vigilant = wachsam) der DVB- Straßenbahnfahrer  nicht geirrt hat und ihr verirrtes Täschchen noch am selben Tag wieder in Empfang nehmen konnte. Semperoper gerettet!!!

Nun konnte der Vortrag beginnen, doch vorher begrüßten wir unsere neuen TDB- Mitstreiter Kathrin und Thomas HEFFT, die aus der Zittauer Ecke stammen und künftig als Reichsgrafenpaar von Reuß zu Köstritz unsere Reihen verstärken wollen. Wir freuen uns drauf.

Der Raum war gut gefüllt, -gnibbeldicke, wie mir Sachsen sagen tun, - aber man hätte sich bei diesem Thema doch eine Vollzähligkeit der Vereinsmitglieder gewünscht. Eine Ausweitung auf den AKB wäre hier aus Platzgründen nicht möglich gewesen, aber der Referent zeigt Bereitschaft zu späterem Vortrag im Arbeitskreis, - zumal der anwesende >El Presidente< keinerlei Kritik an dessen Ausführungen hatte. Näher auf den Inhalt des Vortrages einzugehen, würde hier den Rahmen sprengen, - die Teilnehmer der Weiterbildungsveranstaltung haben mit Heft 07 der „Fächerdepesche“ Stoff zum Nachlesen in die Hand bekommen.

Auch an diesem Sonntag kosteten wir, was die Küche des Hauses zu bieten hat. Danach begaben wir uns auf Flaniertour und konnten dabei schon einige Dinge zur Anwendung bringen, die wir eben zuvor noch  im Vortrag zu hören bekommen hatten. Auch wenn „unsere“ damalige Zeit eine Männerzeit war, folgten wir artig der Reichsfürstin von Teschen  (Renata LINNÉ), die Ranghöchste des Tages war und an ihrer Seite, mit der Zarewna von Russland (Nadin SCHUBERT), eine weitere hochrangige Adelsdame am Flaniergang teilnahm. 

Zunächst ging es zum Neumarkt, von dort zum Georgentor, - dann am Fürstenzug entlang, wo wir unserem Starken August Referenz erwiesen, weiter zum „Hasenberg“ auf der Brühlschen Terrasse, wo wir mitten in frühlingshafter Blütenpracht für uns und die Touristen einen Fotostopp einlegten.

  Nun folgten wir der Terrasse bis zur Treppe der Tageszeiten und über den Theaterplatz ging es zunächst zum Zwingerwall, wo uns Treppen in die Kühle Neptuns und seiner Sirenen , - in das Nymphenbad des großen Bildhauers Baldazar Permoser, führten.  Nach einer kleinen Rast, auch hier von Knipsern umschwirrt, ging es durch den Zwingerhof Richtung Glockenpavillon  Nun führte uns die Reichsfürstin wieder zum Ausgangspunkt unserer Flanierrunde an das „Bistrocafé am Schloss“. Auf dem Weg dahin begegneten wir noch einem stämmigen Kerl aus einer anderen Galaxie, der natürlich nicht, ohne sein Hier sein erklärt zu haben,  an unserer Teschen vorbei kam…

An der Schlossstrasse verabschiedeten wir uns dann voneinander und waren uns in der Meinung einig, dass der Tag lehrreich und beim Flanieren nicht minder schön war. Ich denke, dass es unseren neuen Mitgliedern, dem Ehepaar TENNERT und dem Ehepaar HEFFT in unserer Runde gefallen hat; sicher auch darum, dass wir nicht nur in edler Kledage lustwandeln gehen, sondern uns auch intensiv mit „unserer“ Zeit, - der Augusteischen, befassen und auseinandersetzen. Damit ist schon eine wichtige Benimmregel erfüllt. Text: Bernd Schwabe / Fotos: B. Schwabe/R.Linné (eingestellt am 05.05.2014)

 



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