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AKB- Jahresausklang mit Freiherrn von Spörcken am 24.11.2013

Fortsetzung der Weiterbildungsreihe zu den im TDB verkörperten historischen Personen

Moritz August Freiherr von Spörcken in sächsischen Diensten.

 

Unser Verein hat es sich auf seine Fahnen geschrieben, die in ihm verkörperten Personen der Augusteischen Zeitepoche, - der Zeit also, der wir uns verschrieben haben, allen Vereinsmitgliedern näher zu bringen. Wenn sich das auf den Arbeitskreis ausweitet, kann es der Sache nur dienlich sein.

So erging an die Mitstreiter von TDB und AKB die Einladung zum 24. 11. 2013 in den Saal des historischen Gasthauses „Zum Schießhaus“. Da aber die Rückmeldungen nicht den Erwatungen entsprach, disponierten wir um und trafen uns im „Bistro- Café am Schloss“, in dem wir uns als TDB schon mehrmals getroffen haben. Es war anzunehmen, dass mit dem 24. November, - dem Totensonntag, ein nicht sehr glücklicher Termin gewählt wurde, - was sich aber relativierte, da, wie wir Sachsen so sagen, „de Bude rammelvoll wurde!“ Das Problem des Platzmangels wurde durch das Bedienungspersonal behoben, welches zusätzliche Tische und Stühle aufstellte. Obschon der Vortrag erst für 16:00 Uhr anberaumt war, war der Raum schon 15:00 Uhr bis auf seine Grenzen, mit 26 Interessenten, besetzt und so konnte der Vortrag des Herrn Werner FRITZSCHE von der IG „Historisches Altfranken“ vorfristig beginnen.

Wie schon zu erwarten war, kam „unser“ Freiherr von Spörcken bei der Vorstellung derer von Spörcken, deren Lebenslinie bis in unsere Tage zu verfolgen ist, etwas kurz. Aber das scheint dem Umstand geschuldet, dass Moritz August von Spörcken in der Geschichte unseres Sachsenlandes nicht eben hervorgehoben in Erscheinung getreten ist und daher das Quellenmaterial für den Referenten eher mager ausgefallen sein mag. Als Kriegsmann trat der ältere Bruder August Friedrich eher in Erscheinung, wenn auch nicht für das Kurfürstentum Sachsen. August Friedrich Freiherr von Spörcken war kurfürstlich braunschweig- lüneburgscher Feldmarschall und kommandierender General der deutschen Truppen S.K.M. von Großbritannien und Irland. Der Vater der beiden Brüder entstammte einem Geschlecht, das seit langen Zeiten im Fürstentum Lüneburg ansässig war. Dieser, Georg Friedrich von Spörcken, war der angesehene Landdrost (Adelslandrat) von Harburg, der seinen Söhnen die Militärlaufbahn nahe legte.

Verglichen mit dem älteren Bruder nimmt sich die Militärkarriere des jüngeren Spörcken Moritz August eher bescheiden aus, was aber wohl nicht in dessen Unfähigkeit begründet gewesen sein mag, sondern eher an Mangel von Gelegenheit, sich militärisch hervorzutun. Moritz August verließ den hannoverschen Dienst und trat in das kursächsisch- polnische Heer im Range eines Obersten ein. Als der Siebenjährige Krieg Sachsen mit all seinen Schrecknissen erfasste, trug er seit 1753 die Uniform eines Generalmajors, nachdem er  seit 1746 schon Generaladjutant beim Kurfürsten Friedrich August II. war, was auch nach der 1759 erfolgten Beförderung zum Generalleutnant im Infanterie- Regiment „Prinz Anton“ so blieb.

Durch die Misswirtschaft des allmächtigen Premierministers Grafen von Brühl war die sächsische Armee in einen erbarmungswürdig desolaten Zustand geraten, so dass von ihr keine großen kriegerischen Heldentaten zu erwarten waren, die auch vom General von Spörcken mitgetragen wurden wären. Stattdessen erlebte dieser die Kapitulation und hatte die traurige Aufgabe, mit dem preußischen Generalleutnant Hans Karl von Winterfeld, über den Neutralitätsstatus der Festung Königstein zu verhandeln, auf die sich der regierungsfaule Kurfürst und sein betrügerischer Premierminister verkrochen hatten. Das brachte, dem durchaus talentierten Soldaten keine Lorbeeren ein.

Aber vielleicht legte er mit seinem Verhandlungsgeschick den Grundstein dafür, dass er nach dem Ableben des vormaligen Festungskommandanten Pirsch zu dessen Nachfolger und zum Gouverneur der Veste Königstein ernannt wurde. Diese Stellung war sehr beliebt, da sie gut dotiert und als Alterssitz für einen alten Militär, der kaum noch auf militärische Erfolge hoffen konnte, ideal war. 1761 trat der Generallieutenant Moritz August Freiherr von Spörcken diese Stelle an, die er bis zu seinem Tode am 11. 06. im Jahre 1765 innehatte. Vorher (16.11.1762) vermählte er sich noch mit der blutjungen Johanna Elisabeth Wilhelmine von Schönberg. War deren jugendliches Temperament der Grund dafür, dass Spörcken nicht längere Zeit die Ruhe seines Alterspostens, auch als Oberstall- und Küchenmeister, genießen konnte?

Der schillernde Kriegsheld war Moritz August von Spörcken (mangels Gelegenheit) nicht, aber dennoch war der Exkurs in das Leben des sächsischen Generals vergnüglich und lehrreich, - seine mittel- und unmittelbaren Nachfahren waren es nicht minder und lieferten den Stoff für den Großteil der Ausführungen des Historikers Werner FRITZSCHE.

Es kam die Frage nach der Schreibweise des Familiennamens auf, die damals wohl nicht festgelegt war, denn in der Überlieferung erscheinen Spoercken, Spörcke, Spoercken, Sporeke, Spörken und eben Spörcken. Letztere Variante wird noch heute von den Nachfahren „unseres“ Moritz August so als Familienname geführt.

Wir danken dem Vortragenden Herrn FRITZSCHE und unserem Freund Gerd JACOB, der den Referenten zu „seiner“ Person fand und für uns gewinnen konnte. Der Beifall bezeugte, dass auch diese Folge unserer Weiterbildung angekommen ist.

Erstmals begrüßten wir Ulla und Achim SCHÖNEICH aus Chemnitz mit Freundin, bei einem AKB- Treffen und heißen sie herzlich in unserer Mitte willkommen.

Da auch als Jahresausklang deklariert, hängten wir noch ca. anderthalb Stunden nach dem Vortrag an und verbrachten diese in gemütlicher Plauderrunde   Text und Fotos: Bernd Schwabe (eingestellt am  28.11.2013)

 

 



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