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Festumzug 650 Jahre Gottleuba am 29. 06. 2013

Das Wochenende der Festumzüge

650 Jahre Gottleuba – wir waren beim Festumzug am 29. Juni 2013 dabei

Wie oft haben wir den Ort Bad Gottleuba rechts liegen lassen, wenn es uns nach Petrovice (Peterswald) im benachbarten Böhmen zog. Nun aber hatten wir Grund, der im vergangenen Jahr durch Frau KASTEL in Mühlbach ausgesprochenen Einladung Folge zu leisten, und als Mitwirkende das Bild des Festumzuges, anlässlich des 650jährigen Bestehens der Doppelstadt Bad Gottleuba – Berggießhübel, wirkungsvoll mitzugestalten.

Die 650jährige Geschichte der Stadt beginnt mit der ersten urkundlichen Erwähnung im Jahre 1363 als Gotlauia und im Jahre 1405 wird der Ort bereits als „Stedtchen“ bezeichnet, erhält das Stadtrecht aber verbrieft erst 1463. Zwischen 1746 und1865 wird die aufblühende Gemeinde mehrmals von großen verheerenden Stadtbränden heimgesucht. Das mag der Grund dafür sein, dass wir im Festumzug so viele rußverschmierte Gesichter sahen … Zum Ausgang des 19. Jahrhunderts hin (ab 1881) gibt es erste zaghafte Schritte zum anerkannten und frequentierten Kur- und Badeort, nach dem es bereits 1860 ein erstes Kurbad gab. Vor nunmehr 100 Jahren wurde (1913) der jetzige Gesundheitspark eröffnet. In der Folge mausert sich Gottleuba als Ort heilsamer Behandlungen. Das wurde auch nicht durch die großen Flutkatastrophen der Jahre1897/1927/1957 gehemmt. Die 1965 – 1974 erbaute Talsperre bändigt seither den aus Tschechien kommenden linksseitigen Nebenfluss der Elbe, die Gottleuba, so dass es in neuerer Zeit nicht mehr zu so großen Flutschäden in der Stadt und Region kommt. Mit der Anbindung an das Schienennetz der Sächsischen Eisenbahn (1905), sind die Voraussetzungen geschaffen, im Ort eine große Heilstätte zu erbauen (1909 – 1913), die dann aber im 1. Weltkrieg anderer Bestimmung, nämlich als Lazarett, zugeführt wurde. Das wiederholte sich zwischen 1939 – 1945, - kaum, dass sich Gottleuba (seit 1937) mit dem Zusatz „Kurbad“ schmücken durfte. Ab 1954 (-1990) wird die Heilanstalt als Staatliches „Kliniksanatorium“ geführt. Bis zu 5000 Kuren werden jährlich durchgeführt. Da verwundert es, dass die staatliche Anerkennung als Kurort erst 1978 erfolgte.

Schon immer recht ansehnlich, putzte sich Bad Gottleuba, seit 1990, mit den besseren Möglichkeiten, noch schöner heraus und während der Festwochen zum Stadtjubiläum, setzten die Bürger der Stadt noch eins drauf. Nicht nur die geschmückte Stadt begrüßte uns freundlich, auch Frau Ines KASTL tat dies, indem sie uns von unserem anfänglichen Irrweg zur Gästeinformation führte. Hier trafen die TDBer nun nach und nach ein. Silvia WEISE, Nadin SCHUBERT, Elke METZNER, Siegfried SCHURA und der Rezensent waren gekommen und konnten etwas später auch Ulla und Achim SCHÖNEICH aus Chemnitz an ihrer Seite begrüßen. Bevor wir uns zum Sammelplatz des Umzuges begaben, wurden wir mit Sandwichs und einen schmackhaften Schichtsalat aus der Produktion der Damen von der Gäste- Info, ganz lecker verwöhnt… Als wir dann losgingen, waren nur wenige Menschen auf den Straßen der freundlichen Innenstadt unterwegs und man wollte wenig später kaum glauben, wo die vielen Menschen herkamen, die rechts und links den Weg des Festumzuges säumten. Der Dresdner Hofadel, für seine Überpünktlichkeit (!) bekannt, gehörte zu den ersten Teilnehmern, die sich an ihrer Straßenmarkierung eingefunden hatten. Von hier konnte er nun sehen, wie ein buntes Völkchen von Darstellern ihrem Stellplatz zuströmte. So schön wie die eigene Teilnahme im Festumzug ist, so bedauerlich ist es, dass man viele Bilder nicht zu Gesicht bekommt. Daher registrierten wir jeden Kostümierten, Montierten und Robenträger, die bei uns vorbeizogen mit großem Interesse und manches Hallo begleitete diese inoffiziellen Zusammentreffen.

Bald trafen auch die Kutschen ein, die uns während des Umzuges zu fahren hatten. Wegen der besseren Sicht, fand sich der Hoflichtmaler, - ganz unstandesgemäß, neben dem Gespannführer auf dem Kutschbock wieder. In seinem Nacken hatte er die ehrenwerte Gräfin von Königsmarck (Silvia WEISE), die Baronin von Zetau (Renate AL ATRASH) und das Reichsgrafenpaar Vitzthum von Eckstädt (Achim und Ulla SCHÖNEICH)… Den Reichsgrafen, sowie die hochgeborene Zarewna (Nadin SCHUBERT) hatte zuvor, im Anflug ungebremsten Mitleides, der Kämmerer (und Hoflichtmaler in spe) Graf Schwabe zu Nau (Bernd SCHWABE), aus der „Rüttel – Schüttel – Postkutsche“ – Original Vorbarockzeit - , befreit und auf die beiden noch zur Verfügung stehenden Chaisen aufgeteilt.

Nun konnte es losgehen. Die Runde war recht groß und hatte den Vorteil, dass die im Umzug dargestellten Bilder vom zahlreichen und begeisterten Publikum, sowohl auf dem Hin - wie auf dem Rückweg, gesehen werden konnte. An mehreren Stellen wurden die dargestellten Bilder des Zuges von Moderatoren vorgestellt. Das Publikum geizte nicht mit Händegeklapper und nach unserer Rückkunft, konnten wir am Markt, noch einige der lebenden Bilder bewundern… So wäre nur gutes zu berichten, wenn, - ja wenn, in unserem Gespann, neben dem ruhigen Wallach Kontor, nicht die lebenslustige tatendrangvolle Stute Lissi gegangen, - oder besser gesagt, - gesprungen wäre und ausgeschlagen, hätte. Der arme Kämmerer hatte als „Beifahrer“ auf dem Kutschbock kaum eine ruhige Minute. Zum Glück ging alles gut und kein Besucher des Festes und auch die Insassen der Kutsche blieben heil. Nach dem Schreck gab es noch einen stärkenden Imbiss und nun (nach gut 2 Stunden Umzug) strebten wir unserem Ausgangspunkt,  der Gästeinformation, wieder zu. Unsere Chaisen warteten schon und wir begaben uns auf den Heimweg. Kaum hatten wir den Wettergott Petrus gelobt, dass er uns, trotz zeitweise sehr bedrohlich und schwarz aufziehender Gewitterwolken, diesmal mit Regen verschont hat, packte ihn wohl der Übermut und ließ es auf Autobahn und Dresden heftig niederprasseln… Wir saßen im Trocknen und kamen auch so an. Unser Besuch in Bad Gottleuba – Berggießhübel war aber dennoch kein trockenes Erlebnis, darum werden wir uns immer gern daran erinnern. Text und Fotos: Bernd Schwabe (eingestellt am 04.07.2013)



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