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Herbstflanieren mit dem AKB am 10. 11. 12

Es gab kein Überlegen:

Herbstflanieren bei Wind und Regen

AKB - Stammtisch und Flanieren am Samstag, den 10.11.2012

Seit Jahren lassen wir es uns angelegen sein, auch noch zu spätem Termin im Jahr, nach unserem Stammtischtreffen zu flanieren. Vorher, genau 10:10 Uhr begrüßte unser El Presidente Wolfgang PETZOLDT im Historischen Gasthaus ZUM SCHIEßHAUS die 23 Teilnehmer am Stammtischtreffen.

Marlies FRONHÖFER verlas eine Leserzuschrift in den DDN vom 20./21.10.12, die hier im Auszug wortwörtlich wiedergegeben werden soll:

„..wunderte man sich bei einem Stadtrundgang um Schloss und Neumarkt über die Unfreundlichkeit der Dresdner. Ein Möchtegern- Komödiant im historischen Kostüm regte sich sichtlich erbost und unflätig über den „Pöbel“ auf, der es wagte, ihn und seine Edeldame vor der Frauenkirche zu fotografieren…“

Hier müssen wir etwas dazu sagen, denn wir alle waren reichlich darüber entsetzt, dass Dresdner Historiendarsteller solche unflädige Äußerungen tun. Bei keinem unserer Flaniergänge und von keinem unserer Mitstreiter im Arbeitskreis Barock in Sachsen wurde je so reagiert, denn gerade das Gegenteil wollen wir. Wir gehen auf das interessierte Publikum zu, beantworten Fragen, erkundigen uns nach ihrem Woher und dienen gern als Staffage für das Erinnerungsfoto aus der  lebendigen Barockstadt Dresden. Gelegentlich ist auch die Stimme der Hofsängerin zu hören und trotz aller Ernsthaftigkeit, die wir in unsere Traditionspflege legen, wird auch mal über einen Scherz gelacht, - nie aber wird etwas ins Lächerliche gezogen oder gar ungezogen gegenüber den Menschen reagiert, die sich über unser Auftreten freuen und nicht erbosen sollen…

Wir hoffen, dass Leser der Dresdner Neuesten Nachrichten dies hier lesen oder uns selbst schon mal beim Flanieren begegnet sind, denn zu den genannten Schwarzen Schafen gehören wir nicht, wohl aber kennen wir einige davon und deren Verhalten uns, der vermeintlichen Konkurrenz, gegenüber ist ähnlich! Hingegen haben wir schon oft, ob aus Hamburg, München, Offenbach, Berlin, Stuttgart oder Kiel, gehört, dass ihnen die Freundlichkeit der Dresdner sehr gut gefällt. Bitte Freunde, lasst Euch von einigen Außenseitern nicht Eure positive Blickweise vermiesen und erlebt Dresden und die Dresdner von ihren netten Seiten. Anzumerken sei vielleicht noch, dass gerade einige Touristen von >überm Teich<, um solche handelte es sich bei der Leserzuschrift, oft so ein Auftreten haben, was auch bei uns ein Stirnrunzeln hervorrufen kann! Will man aber Authentizität erleben, muss man ertragen, dass der "Adel" heute, so reagiert, wie der Adel zu "unserer Zeit" reagiert hätte, wenn man sich z. B. ungefragt und fresch unterhakt und ihn unstandesgemäß anspricht.

Danach streifte Wolfgang kurz einige Ereignisse des zurückliegenden Jahres, wozu Werner POHLE mit Winzerzug in Radebeul und Flaniertag in Lichtenwalde zwei Ergänzungen wusste. Ausführlicher wurden kommende Unternehmungen für das Jahr 2013 behandelt, die nach Konkretisierung allen AKB- Interessenten zugehen werden. Jetzt schon erging die Einladung zum TDB - Jahresrückblick 2012 im Januar 2013 und zum 4. Dresdner Lustlager (Besuchertage 01,/02.06.13)  in Moritzburg. Zu letzterem wurden uns aus dem AKB erfreuliche Signale zur Mitarbeit und dem Mitwirken signalisiert. Im März möchte der AKB mit seiner Messe >Barockrundschau< wiederum in die Öffentlichkeit gehen.

Herzlich begrüßen wir die neu am Stammtisch sitzenden Freundinnen Sylke AIDIN und Nadin SCHUBERT - auf gutes Miteinander!

Ehe wir, gekleidet als Edelleute, in die Dresdner Öffentlichkeit gehen wollten, hieß es noch deftig zu speisen. Nun, es blieben dann nur 10 Robenträger (und ein hypermodern gekleidetes hochgeborenes Ariestokratenpaar mit Hund) übrig, den Rest zog es entweder an den warmen heimischen Ofen, oder in ihre Schmollecke oder gar zum Heimkino… Angeführt vom Grafen Wackerbarth (Günter THOMAS) und dem Generalleutnant Moritz Freiherr von Spoerken (Gerd JACOB) ging es dann, trotz kühlen Windes, aber noch trocken, frohen Mutes gen Innenstadt, wo sie noch am barockigsten ist. Gern folgten wir dem geäußerten Wunsch und besuchten die heiligen Hallen der Kathedrale, die einst die Hofkirche war. Silbermannorgel, Deckengemälde, Altar und und und – man verstummt bei dieser künstlerischen Prachtfülle. Dann ging es zur Treppe, die auf Brühls Terrasse führt. An ihrem Fuße fühlte sich Graf Wackerbarth bemüßigt, dem ollen Kämmerer (Bernd SCHWABE) einige orthopädisch- sportmedizinische Hinweise zum Treppensteigen zu erläutern. Kappen der Schuhe aufgestellt und wie Little Muck ging es die Treppe hinan, - bis zur Hälfte, da war die Luft dann schon raus… beziehungsweise die Kappen runtergelatscht.  Der restliche Hofstaat kam nach und obligat, wie (fast) immer, hieß es stille stehen für das Gruppenfoto für die Paparazzi und Mamarazzi, die trotz des windig- kühlen Wetters noch zahlreich unseren Weg kreuzten.  Wetterbedingt kamen wir diesmal nicht bis zum Hasenberg. Die Unbilden des Herbstes schupsten uns in den WOK, wo wir nun nicht mehr im Sommergarten sondern im nicht weniger gastlichen Kellergewölbe „platziert“ wurden. Gestärkt durch Suppe V 4, V 5 oder gebackener Banane, sollte es weiter zum Neumarkt und auf ausschweifendem Wege zurück zum Zwinger gehen. Doch leider begann es zu tröpfeln, so dass wir durch den Schlosshof eilten, um dann weiter durch inzwischen starkem Regen, schnellsten Weges zu unseren Chaisen am „Schießhaus“ zu gelangen.  Trotz des etwas ungemütlichen Abschlusses, konnten wir wiederum konstatieren, dass es doch wieder viel Spaß gemacht hat, als lebender Barock, mit unserem Flaniergang so viel Freude bei den Dresdnern und ihren Gästen erzeugt zu haben. Wahrlich,- was leider in den DNN zu lesen war, hat mit uns nichts zu tun und sollte auch nie für uns zutreffend sein. Traurig wäre nur, wenn bei unserem nächsten geplanten Stammtisch mit anschließendem Flanieren am 23.02.2013 noch weniger Robenträger unterwegs wären. Gerade im Schnee wirken doch unsere Gewandungen erst so richtig! Text und Fotos: Bernd Schwabe (eingestellt am 10.11.12)

 

 



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