Print This Page

Kinderschlossnacht in Moritzburg am 21.09.2012

Ein Schloss nur für die Kids

3. Kinderschlossnacht im Jagdschloss Moritzburg am 21. 09. 2012

Als uns die Bitte herangetragen wurde, diese Museumsnacht für Kinder mit zu gestalten, haben wir vom TDB keinen Moment gezögert und zugesagt, die Veranstaltungen im Jagdschloss Moritzburg, edel gekleidet als Hofstaat des Kurfürsten Friedrich August, zu unterstützen. Leider war das Fähnlein der Aufrechten dann doch bei weitem nicht so umfangreich wie es zu wünschen gewesen wäre. So machten sich an diesem späten Freitagnachmittag, den 21. September, die TDB- Freundinnen Renate AL ATRASH, Elke METZNER mit unserer kleinen Prinzessin JUDIT, Regina SCHWABE und die Freunde Siegfried SCHURA und Bernd SCHWABE auf zum Moritzburger Schloss.

Hier erwartete uns Frau GRAFE von der Museumsleitung und hieß uns herzlich willkommen. Es hat sie sehr gefreut, dass unser TDB diese Veranstaltung für Kinder so tatkräftig unterstützt hat. Als alle Messen gelesen waren, bedankte sie sich ganz herzlich und äußerte den Wunsch, uns zu gleichem oder ähnlichen Anlass mal wieder hier im Schloss zu sehen. Gern versprachen wir unser Kommen und erbaten uns, anlässlich unseres 4. Dresdner Lustlagers, eine Führung der Teilnehmer unseres Biwaks. Nun aber zurück zum abendlichen Schloss Moritzburg. Die letzten Museumsbesucher erfreuten sich an den Adelsleuten in ihren Gewandungen und das letzte Abendlicht wurde für Fotoaufnahmen genutzt.

Dann wechselte gegen 18:00 Uhr die Szenerie und vor dem Schloss und im Kassenbereich mehrten sich die kleinen Leute, deren Schlossnacht auch uns nach hier verschlagen hatte. Um 25 Kinder (zwischen 5 und 9 Jahren) wuselten zwischen uns und ihren Eltern oder Großeltern hin und her und sorgten für Leben und machten außerdem, dass jetzt schon des Kämmerers Vorrat an Goldtalern sichtlich schmolz… Dann erschienen Jolanda und Stephan REHER auf der Szene und während die edel gewandete Hofdame Baronin von Querbeet, die Schar der Mädchen und Jungen mit sich entführte, unterhielt derweil der fahrende Musici, Schauspieler und Taschenspieler Maitre Schüttelbier mit Gesang und Spiel auf seiner viersaitigen Mandoline und allerlei Anekdoten und Geschichtchen die Erwachsenen, was Schmunzeln, manchen lauten Lacher und viel anerkennendes Händegeklapper hervorrief. Doch dann meldeten sich in den weiten des ehrwürdigen Gemäuers der Moritzburg vielstimmig und aufgeregt unsere kleinen Museumsbesucher an, - und, - den Anblick werden wir wohl nie vergessen, ein buntes Gemenge aus kleinen Höflingen und Hofdamen ergoss sich in das Eingangsareal des Schlossmuseums… Die ehrenwerte Zeremonienmeisterin Baronin von Querbeet hatte es nicht leicht, eine gewisse Ordnung in das bunte Völkchen zu bringen. Zunächst brachte sie den Prinzessinnen und Prinzen bei, wie man sich audienzmäßig aufbaut und für ein Gruppenfoto posiert, damit die Ellies und Großellies zu den begehrten Erinnerungsfotos gelangen. Dann hieß es die Knipsen zu verstauen, denn im Schloss herrscht, wie in den meisten Museen, generelles Fotografierverbot, und nach dort, ging es mit dem kleinen Völkchen der Hauptpersonen, nun zur Kinderführung. Ach war man aufgeregt, - manche Großen mehr als die Lütten, aber auch die schon etwas älteren Robenträger blieben nicht unberührt, zumal das Duo Jo und Stephan REHER diesen Museumsrundgang so kindgerecht und schön gemacht haben, dass es schon ans Herz ging. Wenn wohl manches in den kleinen Köpfen nicht hängen bleiben wird, aber das, an diesem Abend Edeldame und Edelmann gewesen zu sein, wird sich einprägen und nicht so schnell vergessen werden. Da wurde der Hofknicks und eine ordnungsgemäße Verbeugung geübt und eine Gasse gebildet, durch die der Kurfürst und König August der Starke zu schreiten gedachte. Damit das Vivat für Majestät auch zu hören war, feuerte auch hier die Oberhofmeisterin Querbeet das kleine Adelsvölkchen so an, dass es Majestät voller Freude vernommen, als er nun, ganz würdig und in voller Gestalt (des Stephan REHER) als der Starke August, die Huld seines angewachsenen Hofstaates entgegennahm. Toll wie die Kinder da mitgegangen sind, toll wie Jo und Stephan die Sache im Griff hatten… Nach viel Wissenswertem über die Jagd, die Geweihsammlung, die Personen auf den Gemälden, die Einrichtungsgegenstände und etwas Geschichte, war auch noch ein Gassentanz angesagt, der zwar eher einer Gänseherde als einer höfischen Tanzgesellschaft glich, aber mit viel Freude und auch ernsthafter Ausführung auf die ehrwürdigen Schlossdielen gesetzt wurde. Als nach gut einer Stunde das Ende dieser Kinderführung nahte, galt es noch das Geheimnis der Schließanlage des Schrankes zu finden, in dem die Truhe mit dem Talerschatz lagerte und… die Spannung stieg, bis Baronin von Querbeet das Geheimnis lüftete, … aber nicht sogleich an die Schatztruhe gelangte, denn der Schlossgeist bewachte die Gulden, Taler und Dukaten… Als Gespenst im Dienste des Dresdner Hofes hatte es sich doch recht ähnlich dem gemacht, der im Dresdner Stadtwappen prangt, - also ich sah einen Löwen, der, der Kämmerer sah es mit sorgenvollem Blick, Händeweise Augusts Goldstücke an die kleinen Adelsleute verteilte. Danach mussten sich die kleinen Museumsgäste wieder in modern gekleidete Schulkinder rückverwandeln und mit ihren Großen den Heimweg antreten.

Nun lag die Moritzburg wieder ganz still zwischen den beiden Himmelsteichen und angestrahlt prangt sie weithin als ein Stern des Sächsischen Schlösserlandes. Doch zu lange sollte die Stille nicht dauern. Meister Schüttelbier hatte wieder zu seiner Klampfe gegriffen und mit lustigen Liedern und Geschichten begrüßte er nun die etwas größeren Kinder (8 – 12 Jahre) und deren begleitenden Eltern, denn  20:30 Uhr hieß das Thema der nochmaligen Führung: „Jägerlatein für Anfänger“ Es war wohl der späten Stunde geschuldet, dass die Kinder jetzt nicht im Kostüm durch des Museums heilige Hallen wandeln mussten/durften/konnten. Wiederum brillierten Jo und Stephan REHER als Hofmeisterin und Kurfürst/König und das Jäger- und andere Latein, was den Kindern vorgesetzt wurde, machte ihnen und den Erwachsenen sichtlich viel Spaß und es wurde sehr interessiert den Ausführungen der Dame Querbeet und des Königs gefolgt, - wie das mit der Fächersprache geht, was die Schönheitspflästerchen bedeuten, wie man seinerzeit grüßte, dem Fürsten Reverenz erwies und vieles mehr. Schön fanden wir, wie der König aus einem Gemälde heraus das Märchen vom Güldenen Ring erzählte, - Ihr wisst schon, der Ring, den der König seinem Fischer vom Finger riss und im Teich versenkte, damit dieser nicht zum Ehering zwischen Fischer und Prinzessin werde… Da die Moritzburger Binnenfischer schon immer tüchtige Leute waren und ihr Gewerke verstehen, kam alsbald ein Eineinhalbmeter großer Karpfen auf die kurfürstlich- königliche Tafel und siehe da, der Ring fand sich in dessen Magen. Die unglückliche Liebe hatte ein Happyend und das Reich einen Fischer zum Fürsten… Warum nicht, nach Geenich BIEDENKOPF und aktuell jetzt TILLICH. Auch nun durfte das Schlossgespenst noch mal Luft schnappen und die Kassette skm August II. plündern.

Als der letzte kleine Gast das Jagdschloss verlassen hatte, und vor dem abendlich beleuchteten Schloss noch mal die Mama- und Paparazzis zu ihrem Ziele kamen, waren wir doch recht fußlahm, aber sehr sehr zufrieden mit dem, was sich uns an diesem Abend bot, und,  dass wir dabei sein durften. Wie herrlich es doch ist, zu sehen, dass es für unsere Kinder nicht nur Nintendo, Ohrstöpsel und Handys gibt… Wer die Idee mit der Museumsnacht für Kinder hatte, dem sollte der Sächsische Verdienstorden St. Georg verliehen werden! Wie schon gesagt, die Vertreterin des Schlosses Frau GRAFE war begeistert und sehr dankbar für unser Kommen und wenn sie Wort hält, dann sehen wir uns gern mal wieder im Kreise kleiner interessierter Museumsgucker. ***(*) Text und Fotos: Bernd Schwabe

 



Zurück