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4. Dresdner Schlössernacht am 14. Juli 2012

Dresdens schönste Nacht des  Jahres                                                                                                                Schlössernacht an den Elbschlössern am 14.07.2012

Es lag so etwas in der Luft,- dunkle Wolken am Himmel und eine gemeldete Regenwahrscheinlichkeit von 95%,- was nicht unbedingt auf einen vergnüglichen trockenen Abend hindeutete und, weil uns eine weitere, sehr am Herzen liegende Unternehmung an diesem Sonnabend, den 14.07.2012 regelrecht ins Wasser gefallen ist. Bei Sonne und den schönsten Fotografierwolken erreichte uns aus Altjeßnitz, wohin wir, als Darsteller, dem diesjährigen Irrgartenfest zustrebten, von der Ortsvorsteherin Frau DIETSCH der Funk, sofort umzukehren, denn ein 10minütiger Gewitterguss hatte den Park, der der Festplatz sein sollte, total unter Wasser gesetzt und manchen Schaden angerichtet. Drei Tage Vorbereitung,- und darin stecken die Altjeßnitzer stets ihre ganze Liebe und viel Fleiß, war in wenigen Momenten zunichte gemacht. Die Nachricht hat uns traurig gemacht. Es war recht kompliziert, alle Jeßnitz- Fahrer von den Wetterunbilden zu benachrichtigen, aber letztendlich waren alle im Bilde und kehrten um. Fast da, haben wir die nächste Ausfahrt genommen und mussten erst mal abwarten. Der Regen ließ keine Sicht zu sicherem Fahren zu. Mit einem Schlag waren Sonne und „Schönwetterwolken“ weg und es goss wie aus Kannen. Da es zwischendurch aufhellte, fuhren wir Schloss Hubertusburg an, wo wir, statt es zu besichtigen, vor verschlossenen Türen durch erneute Flogen eingenässt wurden. Nun hieß es nur noch heimwärts…                                                                                                             Als wir dann gegen 16:00 Uhr am vereinbarten Treff, an den Torhäusern von Schloss Albrechtsberg mit unseren Freunden von TDB und AKB zusammentrafen, sah der Himmel wieder sehr bedenklich aus. Gerade in dem Moment, wo man uns seitens des Veranstalters aus unserer Umkleidekemenate „scheuchen“ wollte, öffnete der Himmel erneut seine Schleusen und wir glaubten schon, dass es das war mit der Schlössernacht. Doch bald beruhigte es sich über uns und hielt bis in den Morgen aus. Es wäre aber auch schade gewesen, wenn Dresdens schönste Nacht so abgesoffen wäre, wie das kleine nette Irrgartenfest im Anhaltinischen. 25 Barockleute,- als solche unkenntlich gemacht, belebten dann bis nach Mitternacht das Terrain der drei berühmten Dresdner Elbschlösser in ihren Roben der Gründerzeit. Da war der König Anton, die königliche Schwester Matthilde, das Ehrenmitglied des Dresdner Staatsschauspiels Antonia Dittrich in ganz jungen Jahren, oder der Verleger Meyer, der mit seinem Universallexikon steinreich wurde, oder Struwe der König des Selterwassers, oder Abraham Katz der Bankier, der russische Gesandte Großfürst Romanow und weitere Persönlichkeiten, denen wir während der Schlössernacht Leben einhauchten. Auf unseren Wegen begegneten uns weitere berühmte Sachsen, wie Melitta Benz, die den „Kaffee auf Türkisch“ satt hatte, oder Karl May, der als Old Shatterhand das Fest lautstark und recht vorwitzig belebte. Stelzenläuferinnen, Meerjungfrauen, Quallen, Seeigel und weitere Fantasiegestalten kreuzten unseren Weg und setzten Farbtupfer.

Begrüßt wurden wir lautstark von einem Ensemble von Blechtrommlern, deren Lautstärke uns zu den verschiedenen Spielstätten trieb. Wahrlich, wir waren nicht hier, um dem Programm unserer Wahl zu folgen, denn wir waren in unseren Gründerzeitroben ein Teil des Programms und für die mehr als 5000 Besucher da. Natürlich schauten und hörten wir bei manchem Künstler etwas genauer und länger hin und so begegneten wir, wie schon erwähnt, den Akteuren von BAROKKOKKO, aber auch den jungen Darstellern der Jugendkunstschule Dresden, der DRESDNER GALABAND, dem Kammerorchester UNTERWEGS und den ursten Burschen der Gruppe DIE ELBHANG ZOMBIES. Kaum ein Besucher wird alle Darbietungen „mitgenommen“ haben, dazu wurde auf den zwölf Spielstätten einfach zu viel (wobei diese beiden Worte in Anführungsstrichen stehen müssen, denn ein Zuviel an gutem Programm gibt es nie!) geboten. Als wir am schon späten Abend dann unsere Füße unter den Bänken von Winzer Müller ausstrecken und erholen lassen konnten, genossen wir dort die kulinarischen Köstlichkeiten, einen guten Tropfen sächsischen Weines oder Bieres und zuvörderst, die Geigenklänge des Prager Violinsolisten LUDEK LERST.

Während sich nun ein Teil unserer bunten Gesellschaft auf den Weg zum Verkehrsmuseum machte, welches in heutiger Museumsnacht seine Tore bis in die Früh geöffnet hielt, genossen wir noch eine ganze Weile das virtuose Spiel des Geigers, dessen Musik so den Ohren schmeichelte, dass man sich trotzdem dabei unterhalten konnte. Doch irgendwann hieß es für uns aufzubrechen.

Als wir sicher schon im Bett lagen, durfte gleichnamige Prinzessin (Kerstin DANIEL) und ihr Hofstaat noch den Mathildenwagen des Luxuszuges letzter sächsischer Könige besteigen und die Huld des Museumspersonals entgegennehmen. Diese Huld drückte sich in dem Wunsch aus, dass die hohen Herrschaften doch bald mal wieder ihr Haus beehren mögen. Nichts lieber als das.

Das bezieht sich auch auf die 5. Schlössernacht in 2013. Dann hat vielleicht der ominöse Nachtarbeiter Wachtelkönig oder Wiesenralle /Crex crex) den Schnabel voll von Dresdener Bürokraten und brütet nicht auf abgemähter (!) Elbwiese, sondern in der Deckung von Büschen und hohen Gräsern (so, wie er es schon immer macht). Dann gibt es hoffentlich wieder Dresdens schönstes Feuerwerk an Schloss Albrechtsberg, dem Lingnerschloss und Schloss Eckberg,- als Krönung der Schlössernacht.

Wir freuen uns drauf und danken den Veranstaltern für die Einladung zu diesem gelungenen Fest,- einem Fest für Dresden und seine Gäste. Gern haben wir dabei mitgewirkt Text und Fotos: Bernd Schwabe - Foto 81 - 87: Frank Weise Foto 90 - 93: Lauterbach (eingestellt am 17.07.2012)



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