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Silvester 2011 auf Schloss Weesenstein

Jahreswechsel auf Schloss Weesenstein

Silvester wenn es blitzt und kracht –

                          geht’s ins Müglitztal zur Venezianischen Nacht

 

Einige der Mitstreiter im Arbeitskreis Barock in Sachsen, darunter auch Elke METZNER und Regina und Bernd SCHWABE vom TDB,  hatten beschlossen, Silvester gemeinsam zu feiern. Wegen der Kürze des Entschlusses kam da als Möglichkeit nur der Garten SCHWABE in Betracht, wo es allerdings in der massiven Laube recht eng zugegangen wäre. Dieser Umstand hielt die Teilnehmerzahl in Grenzen, die auch dann bei der ursprünglichen blieb, als uns unsere Freundin Marlies FROHNHÖFER die Mitwirkung an der Venezianischen Nacht auf Schloss Weesenstein vermittelt hatte. Als dies nämlich bekannt wurde, gab es plötzlich viel weiteres Interesse an gemeinsamer Jahreswechselfete… Marlies brachte einen jungen Kollegen aus der Mittelalterszene mit und wir haben uns über die Bekanntschaft mit Anton aus Warschau sehr gefreut. Da es ihm mit uns auch gefiel, konnten wir zum Schluss der Veranstaltung unsere Hoffnung äußern, ihn bald mal wieder an unserer Seite zu haben. Aber zunächst hieß es Bosens (Christine BARTEL und Wolfgang PETZOLDT)abzuholen und als wir sehr überpünktlich den Treffpunkt Parkplatz Weesenstein ansteuerten, waren unsere Renaissancefreunde Johanna und Frank ROLLE noch pünktlicher und schon eine ganze Weile da. Bald folgte auch Birgit und Ina HIRCHE und unsere Goldy, was die Marlies ist, kam dann aber, kutschiert von Elke METZNER, genau auf die Minute, aber keine einzige eher als abgemacht und so rollten wir in ihrem Gefolge in den Schlosshof ein. Hier, wo einst der Stammsitz derer von Bünau war und heute noch eine Familie von BÜNAU wohnt und wo  der wohl klügste Kopf der Wettiner und volksnahe König von Sachsen Johann seinen Sommersitz hatte, wollten wir unter der Regie von Paula Jana BERTHOLD und unserem Mitwirken als  edle Masken in venezianischer Nacht, in das neue Jahr 2012 hinüber schuckeln... Zunächst haben wir uns mit einem kräftigen Türkentrunk und Kuchen gestärkt. Birgit hatte für leckeren Beerenkuchen gesorgt und Johanna erfreute unsere Geschmacksnerven mit einem trefflichen Kokosraspel- Obstkuchen eigener Produktion. Diese Stärkung erschien uns sehr angebracht, hieß es doch unsere ziemlich umfangreichen Schlafutensilien über die 90 (gefühlten 190) Stufen einer schier unendlichen Wendeltreppe bis fast unters Dach zu buckeln. Wenn für 11 Personen nur 2 Betten vorhanden sind, muss man halt jede Menge Luftbetten, Decken, Schlafsäcke ect mitschleppen. Vornweg gesagt, haben wir uns gut dort oben eingerichtet und die paar Stunden auch einigermaßen gut gepennt. Sollte das am gütigen Blick von Schauspielerlegente Rolf HOPPE gelegen haben, der uns so sanft über unsere Schlafstätten lächelte? Der Berühmte Dresdner Mime hält hier auf Weesenstein seine geschätzten Lesungen und offenbar bettet er danach sein müdes Haupt hier oben im Dachzimmer… Wir dachten jetzt ans schlafen nicht, sondern waren Paula in der Küche und beim Eindecken der Festtafel behilflich und irgendwann zeigte die heraufziehende Dunkelheit an, dass es höchste Zeit ist, um in unsere Roben zu schlüpfen. Als die Silvesterfeier gegen 20:00 Uhr begann, zogen wir maskiert und Inkognito, zum Erstaunen und Freude der illustren Gäste, in der Lagunenstadt ein. Paula, in die Rolle der Schauspielerin des damaligen Morettitheaters Madame Casanova geschlüpft, führte durch ein abwechslungsreiches Programm, in dem sie einige Histörchen, wahre und weniger wahre Begebenheiten aus dem Leben ihres Sohnes, des Schwerenöters, Giacomo zum Besten gab. Drei wackere Musici aus dem böhmischen Pilsen gaben der venezianischen Nacht die rechten Töne, die auch der Discjockey gut drauf hatte, wenn auch in etwas modernerer Tonlage… Das junge Artistenduo aus Leipzig erstaunte neben seinem Können, auch über eine große Vielseitigkeit. Einlagen der tanzenden Zofe, des Barock- und Tanztheaters mit „Bosens“ und Birgit und Ina HIRCHE sowie unserer Renaissancetänzer Johanna und Frank ROLLE vervollständigten das Programm, in das es die ROLLES hervorragend verstanden, die Gäste des Hauses mit einzubeziehen. Auch unsere Darstellergruppe schwenkte außerhalb des offiziellen Mitwirkens das Tanzbein und als in bewegt stampfender Runde das Temperament durchzugehen schien, reiten sich zahlreiche Gäste mit ein und es ging hoch her auf dem ehrwürdigen Parkett des Schlosssaales. Zwischendurch wurde orakelt und die besten Roben bewertet, worin unsere Gastgeberin so ihre Schwierigkeiten hatte. Ihre favorisierte Frau Fortune hatte zwar ihre tolle Jahrhundertrobe selbst geschneidert (sah wirklich gut aus und ist anzuerkennen), aber das junge Paar traf das Thema „Nacht in Venedig“ viel mehr und hätte, da das Publikum ihm den Sieg erklatscht hatte, den Hauptpreis erhalten sollen. Uns hat das Paar, bei dem die junge Frau so mutig viel Bein und Busento gezeigt hat, entschieden besser gefallen. Aber wir haben ja im TV schon erlebt, wie Sieger (aus der zweiten Reihe) aufs Treppchen gebracht werden. Sonst gab es nichts Weltbewegendes zu bemängeln (im Gegenteil), auch die Sorge um das leibliche Wohl der Adelsgesellschaft war gut und kam gerade noch zur rechten Zeit, ehe kurz vor Mitternacht die ersten Darsteller einem Hungerast erlegen wären. Die liebe junge Zofe sorgte sich rührend um unser Wohl. Für Getränke hatten wir selbst reichlich gesorgt und so war die Stimmung groß, als wir der Madame Casanova zur Feuershow in den Schlosshof folgten und dort in das neue Jahr 2012 starteten. Im Festsaal nochmals kräftig angestoßen und uns und dem neuen Jahr alles Gute gewünscht, wurde das Inkognito unserer Adelsgesellschaft von der Gastgeberin gelüftet und die Masken konnten fallen…Bevor es mit Disco- Musik weiter ging, gab es einige Kostproben der Vorgestellten in Barocktanz, Renaissancetanz und Barocklied. Der Applaus der Gäste zeigte, dass unser Mitwirken gefallen hat – und uns, das kann hier festgestellt werden, hat unser Hier sein auf Schloss Weesenstein ebenfalls sehr gut gefallen. Dabei kam unsere Stimmung dann auf der „Bettkante“ noch mal so richtig in Schwung. Ehe wir aber den beschwerlichen Weg in unsere "Dachkammer" auf uns nahmen, - es war so gegen 4:00 Uhr, entstiegen wir erst mal unseren Roben und einige von uns halfen beim Abbau der Dekoration und Ausstattung des Festes. Wir waren froh, unsere Kledage bis zum späten Morgen in der Remise lagern zu dürfen. Der Transport in luftige Höhen der Schlossetagen (wo der Pferdestall im Mittelgeschoss liegt) hätte uns dann doch ganz schön geschafft… Nun wurden im Zimmer noch die restlichen schöngeistigen Getränke niedergemacht, gelacht und gescherzt, ehe das große Konzert des >>Nasenlöchler- Schnarchorchesters<< einsetzen konnte. Wohl dem, der an Ohropax- Ohrstöpsel gedacht hatte. Nach kurzer Nacht, in der ROLLES voller Sorge waren, den Aufbruch zu verpassen und daher schon „mitten in ihr“ ihre Luftmatratzen und das Handgepäck im Auto verstauten, wurde reichlich vom mitgebrachten Frühstücksproviant verzehrt und konstatiert: „Wir sind gut in das neue Jahr 2012 gestartet und in dieser guten Stimmung wollen wir in diesem neuen Jahr wieder viele gemeinsame Unternehmungen in Angriff nehmen.!“

Gegen Mittag rollten wir dann vom Hof und als unsere Mitreisenden abgegeben waren ging es flugs heimwärts und zum Ausschlafen in die Federn.

Schön war es bei der „Nacht in Venedig“ auf Schloss Weesenstein und wir bedanken uns bei der >>Bertholdin – Produktion<< für die Einladung und unserer Goldy für die Vermittlung. Text und Fotos: Bernd Schwabe

 

 



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