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Ostern 2011 in Marienberg

     

 

Ostern in Marienberg
Der TDB erkundet mit dem AKB eine Kulturoase im Erzgebirge
                       (Ostersonnabend, den 23.04.2011)

 

Anfang März erhielten wir einen Anruf von Dieter HEINRICH, dem Ober – Lohnjäger vom Historischen Verein Oederan, dass es da im erzgebirgigen Marienberg ein Kultur- und Freizeitzentrum gibt, welches sich zu Ostern das Barock in seine Mauern holen wolle. Unsere TDB- Vorsitzende Silvia WEISE gab diese Information an die Mitstreiter im Arbeitskreis Barock in Sachsen weiter und erfuhr von dort breiteste Zustimmung. Fast alle AKB- Gruppierungen reisten dann am Ostersonnabend auch zur >>Villa Baldauf<< an, sodass mehr als 25 Historiendarsteller anwesend waren. Ganz pünktlich waren nicht alle, konnten sie nicht sein, denn wer über Freiberg anreiste, bekam eine Kostprobe von verfehlter Verkehrs- und Bauplanung. Die Bergstadt hat sich ganz toll, mit ihrem Gewerbegebiet (Richtung Brand) ein Nadelöhr geschaffen, zu dessen Passierung der Reisende Richtung Mittleres Erzgebirge/Marienberg etliche Zeit mehr einplanen muss. Das haben von uns die wenigsten beachtet. So verschob sich die Eröffnung dieses österlichen Barockevents um eine Stunde, was die interessierten Besucher nicht schreckte und ausharren ließ. Das Gebäude an sich, die aus der Zeit der (vorigen) Jahrhundertwende stammende >>Baldauf Villa<<, Ausdruck unternehmerischen Vermögens des Stadtrates und Fabrikanten Theobald BALDAUF, Besitzer der >>Fa. Knopf- und Metallfabrik Geb. Baldauf Marienberg<<. hat nichts Barockes an sich, denn es wurde in den Jahren 1907 – 09 im Stile eines mondänen Landhauses errichtet. 1936  erfolgt der Verkauf an Herrmann LESSER, Inhaber der Firma >>Lesser, Clausnitzer & Co, Stroh- und Filzhutfabrik<< mit Sitz in Dresden/Leuben. In der (VEB) Firma haben unsere Freundinnen Kerstin DANIEL, Petra TREPPTE und Sonja BADENSCHNEIDER noch ihre Lehre als Putzmacherinnen absolviert. Stationen des ehrbaren Hauses waren Arbeiter- Ferienheim, Entbindungsstation, Sowjet- Kommandantur, Pionierhaus, Schülerfreizeitzentrum, Kreiskulturhaus bis hin zum jetzigen Kultur- und Freizeitzentrum Marienberg als Teilbetrieb des >>kul(T)our<< Eigenbetriebes des Erzgebirgskreises. Barock haben erst die AKB- Freundinnen- und Freunde in das Haus gebracht und das, wie dass kräftige und lang anhaltende Händegeklapper zeigte, mit viel Erfolg. Da es in der Villa auch regelmäßige Konzerte und Theatervorführungen gibt, verfügt sie auch über eine Bühne, die das bunte Gefolge historischer Adelspersonen präsentativ aufnahm, - zum Agieren war das Podium dann doch zu klein, zumal das Publikum einbezogen wurde, und so eröffnete das Ehepaar Johanna und Frank ROLLE den Reigen der Darbietungen mit Tänzen aus „ihrer“ Zeit, der Renaissance auf dem Parkett vor der Bühne. Es folgten die Mitglieder der „Barockbühne Dresden“ Ines LAUTERBACH als Aurora Gräfin von Königsmarck, Martina HERGERT als Zofe Babette und Reinhard LAUTERBACH als Kaiser aller Reusen Czar Peter der Große, deren Spiel und Rezitation sich um das unendliche Thema Amore handelte. Immer wieder herzerfrischend auch das von Martina vorgetragene Gedicht vom „Bärchen, Härchen und Scherchen“. (Ein oller Kämmerer hat sich in diese Reime regelrecht verliebt.) Der TDB stellte mit Silvia WEISE eine weitere Königsmarck, die aus dem großen Fundus volkstümlich- barocken Liedgutes einige Beispiele hervorholte und das Publikum zum Mitsingen animierte. Das so gut, dass ein Besucher sogar als Solist seinen Auftritt hatte. Das Tanz- und Barocktheater Dresden brachte dann „Die Fummel – oder wie das Porzellan nach Dresden kam“ mit Autor Wolfgang PETZOLD (Oberst von Bose), Werner POHLE (Böttger), Günter THOMAS (Graf v. Wackerbarth) und Christine BARTEL (Bäckermamsell) in bewährter Weise auf die Bühne. Natürlich durfte der Barocktanz nicht fehlen und so produzierten sich darin Werner POHLE (August der Starke), Veneta LORENZ (Gräfin Cosel), Günter THOMAS (Wackerbarth), Ina HIRSCHE (Gräfin v. Bünau), Wolfgang PETZOLDT (Graf v. Bose) und Christine BARTEL (Gräfin v. Bose), denen sich dann, angeführt wiederum von den ROLLES, weitere Historiendarsteller und Besucher anschlossen. Den hohen Herrschaften in ihrer erhöhten Loge, - die Gäste unseres Kurfürsten, der Zar Peter I. (Reinhard LAUTERBACH) und der König und Kurfürst von Brandenburg- Preußen (Gerd JACOB) sowie dem Schöngeist Grafen Heinrich von Bünau (Siegfried SCHURA) und dem Zwinger- Bildhauer Balthasar Permoser (Jürgen HERGERT), sowie die Tochter des Marienberger Berghauptmanns  ( Sabine MARZ) haben die Darbietungen gefallen und so gab es im Laufe des Tages Wiederholungen, was auch den Besuchern sehr gut gefiel. Begeistert von unserem Tun war auch Constanze BACHMANN, die Chefin dieser wundervollen Kulturoase. Ihre Komplimente konnten wir gern zurückgeben, denn wir Historiendarsteller wurden sehr warmherzig aufgenommen und  auf das gastlichste bewirtet. Wer nicht gerade eine verrenkte Hüfte (wie der olle Kämmerer) hatte, flanierte gut gestärkt zum Renaissancemarktplatz Marienbergs und besuchte die dort platzierte Kirche. Der Fußlahme Rest der Gesellschaft genoss derweil das schöne Osterwetter und den Flair des großen Parks. Im Schatten uralter ehrwürdiger Baumveteranen, bei Kaffee und Kuchen und mit der Gewissheit, einige barocke Eindrücke ins Erzgebirge transportiert zu haben, um damit Freude zu verbreiten, ließen wir diesen schönen Ostertag zu Ende gehen. Als uns unsere Chaisen Richtung Heimat zurück brachten, konnten wir konstatieren, dass wir alle gern wieder einmal unsere barocke Kultur nach Marienberg tragen wollen. Dem Förderverein des Kultur- und Freizeitzentrums Villa Baldauf  sagen wir unsere weitere Unterstützung zu. Und wir stellten fest, im Kreise der AKB- Freundinnen- und Freunde, hier in Marienberg, weiter zusammengerückt zu sein. (http://www.baldauf-villa.de)   Text und Fotos: Bernd Schwabe

 
 
                          

 

                               



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