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Ein Sonntagsausflug zum Schloss Dahlen (08. 08. 2021)

Es war ein wunderbarer Sommertag, - ein Tag an dem man sprichwörtlich Schulden machen kann, als wir den Ruf aus dem nordsächsischen Dahlen vernahmen, doch dem dortigen Schloss einen Besuch abzustatten. Wir waren frohen Mutes und es sollte sich lohnen.                                                                                                  Zunächst fuhren wir, - die Hofsängerin und der Cämmerer, nach Roßwein, wo wir in die Chaise des Barons von Ossig und der Gräfin von Königsmarck umstiegen, da sie in der anvisierten Gegend ortskundiger als jene sind. Von der Baronie des Freiherren von Ossig stürzten wir uns also in das Abenteuer Dahlen, - wobei dies der Cämmerer und Graf zu Nau sehr,  sehr wörtlich genommen hat. Er legte eine glatte Bauchlandung hin, deren Folgen sich noch nach Wochen schmerzhaft bemerkbar machen. Aber nach nicht allzu langer Fahrt gelangten wir gut in Dahlen an und konnten konstatieren, dass wir eine recht angenehme und sehenswerte Landschaft durchstreifen konnten.

Pünktlich zum ausgemachten Treffpunkt traf  auch die Kutsche des ehrenwerten Kammerherr Carl Friedrich Freiherrn von Erdmannsdorff auf Schönfeld ein. Nun bot er  seiner werten Gemahlin, der Freifrau Erdmuthe Sophie behilflich die Hand zum Ausstiege an. Dergleichen geschah der mitreisenden Kammerfrau Marie Sophie Helene Gräfin zu Köstritz.

So war nun unsere kleine Gesellschaft gut in Dahlen angekommen und sah aus der Ferne, dass wir auf dem Schlossvorhofe schon sehnlichst von den Schlossherren und -frauen erwartet wurden. Die Begrüßung durch den Vorsitzenden des Schloss- und Parkvereins e.V. Herrn Karl BERGER war genauso herzlich wie die Aufnahme im Schloss und die sachkundige Führung.

Der Verein wurde im Jahre 2009 gegründet, - wohl von den Dahlenern, die den Verfall des spätbarocken  Kleinodes nicht mehr ersehen konnten. 1973 brannte das Gebäude nach jahrzehntelanger zweckentfremdeter Nutzung nahezu völlig aus. Damalige Stadtobere hatten kein Interesse am Erhalt des Schlosses und so ging der Verfall zur Ruine seinem ungebremsten Ende entgegen.

Aber es gab ein >Stopp<  dem Verfall, - dank der mittlerweile mehr als 80 Mitglieder des Vereins, die sich den Erhalt und die kulturelle Nutzung des Schlosses auf ihre Vereinsfahnen geschrieben haben. Was wir im Schloss sahen, hat uns glatt die Sprache verschlagen. Was hier geleistet wird lässt sich mit Worten kaum würdig genug ausdrücken….   Da der Bau des Dahlener Schlosses auf Heinrich Graf von Bünau Mitte des 18 Jh. zurückgeht, würde sich dieser aufgeklärte Adelsmann wohl sehr über die Aktivitäten seiner (heutigen) Dahlener freuen.

Sicher würde sich auch ein preußischer Hagestolz namens Friedrich II., - von der Nachwelt Alter Fritz oder Friedrich der Große genannt, über das langsame aber stetige Wiederentstehens des Schlosses positiv äußern, wurde doch in den Mauern des Schlosses Geschichte geschrieben. Er hat hier (21.02.1763) die Schlussakte des Friedensabkommens zum Siebenjährigen Krieg unterschrieben. Zum Thema gibt es in der Ausstellung des Schlosses viele interessante Dinge zu erfahren.

Auch der Schlosspark hat allerlei interessante Blickpunkte zu bieten. Gern haben wir die Gelegenheit zur Besichtigung genutzt. Bevor wir aber dem gastlichen Schloss ade sagten, drückten unsere beiden Damen, die Hofsängerin Regina Baronessa de Moretti, unterstützt durch die Zweitstimme der Aurora Gräfin von Königsmarck, in unser aller Namen gesanglich unser aller Dank aus. Damit ging ein wirklich erquicklicher Sonntagnachmittag seinem Ende zu. Vorher stärkten wir uns in einer nahegelegten Waldgaststätte an Himbeer- und Erdbeerkuchen… Auf dem Rückweg ließ es sich der Baron von Ossig nicht nehmen, die Reiseroute so zu legen, dass wir nähere Eindrücke von seiner Heimatgegend mitnehmen konnten. Schön war es, und gern wollen wir weitere Touren dieser Art ins Auge fassen.

 

Urheberrecht:

Text: Bernd Schwabe / Fotos: M. H. + Silvia Weise



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