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Osterflanieren am 04.04.2010

Barocke Farben - barocke Vielfalt am Ostersonntag 04.04.2010 :
Osterflanieren des TDB, gemeinsam mit dem AK >>Barock in Sachsen<<

  Hatten wir am 27.03. mit unserem Anflanieren schon Generalprobe, so konnten wir es kaum erwarten, dass es zum Osterflanieren geht. Der Ostersonntag war dazu auserkoren und so trafen wir uns vor dem historischen Gasthaus >>Zum Schießhaus<< zum gemeinsamen Start. Wir waren erfreut, wie viele Historiendarsteller gekommen waren um sich uns anzuschließen und vor der Hofkirche wurden es noch mehr, so dass sich der Hofstaat auf fast 30 Personen erweitert hat. Die Lohnjäger vom Historienverein Oederan, die mit ihrer Darstellung die Zeit des Frühbarock verkörpern, waren in großer Besetzung, sprich mit mehreren Familien, erstmals zum Flanieren angereist und aus Leipzig kam als Überraschungsgast Rudolf FRITZSCHE und aus Belgern kam das Ehepaar Johanna und Frank ROLLE, welches sich im Vorfeld nach den Aktivitäten des Arbeitskreises informiert hatte und schloss sich mit sichtlicher Freude unserem Gefolge an (und dem AK). Auch unsere junge Freundin Ina HIRCHE war dabei. Sie, die junge Schauspielerin, nutzte die auftrittsfreien Ostertage um mit uns zu flanieren. Im „Gepäck" ihre Mama Birgit HIRCHE als Lichtmalerin. So waren wir eine beachtliche und auch wieder stark beachtete Truppe. Es war, besonders auf der Brühlschen Terrasse, kaum ein Vorwärtskommen. Dabei vermissten wir und die Ostergäste Dresdens eine Person sehr, - unsere Majestät. Leider fühlte sich Tilo MEIßNER nach seinem Krankenhausaufenthalt noch nicht so richtig auf dem Posten und so musste der Hofstaat ohne den Starken August flanieren. Unsere besten Genesungswünsche sollten skm Tilo schnell wieder auf den Posten bringen.
Zunächst ging es am Zwingergraben entlang zur Grabenbrücke und dem Kronentor. Einige unserer neuen Freunde, die noch nie oder schon vor ewigen Zeiten hier waren, staunten nicht schlecht und als es zum Wallpavillon ging und sich dahinter das frisch renovierte Nymphenbad zeigte, wurde das Staunen noch verstärkt. Wie sollte es auch anders sein bei dieser Meisterleistung Balthasar PERMOSERS. Ging es durch den Zwinger noch relativ zügig, denn der Wettergott hatte eine merkwürdige Auffassung von Osterwetter, was sicher die Kassen in den Museen klingeln ließ, so gab es an der Sempergalerie den ersten größeren Stopp durch die Touristen, die uns partout nicht ohne das vorher geschossene Erinnerungsfoto passieren lassen wollten. Der Theaterplatz, plötzlich tauchten Heerscharen von Touristen auf, war die letzte „Hürde" vor unserem Treff an der Kathedrale. Hier gesellten sich die Freundinnen der IG >>Barock 1690<< zu uns. Leider tränten Petrus daraufhin die Augen und so mussten wir schleunigst das schützende Georgentor am Schloss aufsuchen. Getäuscht durch kurzzeitige Himmelsbläue machten wir uns dann auf den Weg zum „Balkon Europas", wie unsere Brühlsche Terrasse etwas großspurig auch genannt wird. Hier trafen wir mit „Bosens" weitere Versprengte des Hofstaates. Da wir wussten, dass sich an diesem Ostersonntag weitere Barockfreunde in Dresden aufgemacht hatten, hielten wir nebenbei auch Ausschau nach ihnen, denn warum sollte es nicht möglich sein, dass sich unsere Wege nicht nur kreuzen sondern gemeinsam weiter gehen. Wir trafen uns nicht, aber dafür wirkliche Unmassen an Besuchern, was, bei dem nicht sehr günstigen Wetter, doch recht verwunderlich war. Dresden ist halt immer und bei jedem Wetter einen Besuch wert. Wer so gut ankommt, zig Mal auf die Linse gebannt wird und auch viele interessierte Fragen beantworten muss, lässt sich durch Wetterwidrigkeiten nicht verdrießen und so gelangten wir zum Hasenberg mit seinen prächtig bepflanzten Stiefmütterchen- Rabatten. Hier bat uns die Lichtmalerin Birgit HIRCHE um Aufstellung für ein Gruppenfoto. Jetzt erst, als wir uns auf der dortigen Treppe postierten, wurde uns so richtig bewusst, dass der AK jetzt schon nicht mehr zu übersehen ist. (Wenn es uns gelingt, alle AK'er zusammen zu bringen, kommen wir gut auf 40 Leute.) Wir besuchten die Gedenktafel für Johann Friedrich Böttger (2010: Jubiläumsjahr der Manufaktur in Meißen), der hier in Dresden in der Jungfernbastei mit Ehrenfried Walther Graf von Tschirnhaus das europäische Hartporzellan erfand. Ganz in der Nähe zog es uns zu einer „Kraftmeierei" und skm Cämmerer Graf von Schwabe zu Nau erläuterte den im Terrassengeländer vorzufindenden Daumenabdruck August des Starken und seine Wirkung auf die Lendenkraft der Herren, die ihren Daumen in selbigen Abdruck legen und fest daran glauben (Es ist ein gern angelaufener Punkt für die kleinen hoffnungsfrohen schwarzhaarigen freundlichen Männer aus Fernost!). Was macht dabei, dass das Geländer erst 12 Jahre nach Augusts Tod angebracht wurde? Trotzdem ging jetzt ein Ruck durch die hochedlen Herren und mit neuem Elan und Tempo ging es Richtung Neumarkt, der uns schon aus der Ferne einen stimmgewaltigen Musikgenuss ankündigte. Einige Herren vom weltberühmten >>Don Kosaken Chor<< hatten im Lichtschatten der Frauenkirche ihren Auftritt, den die Sänger, mit unserem Auftauchen, uns zuwandten. Nicht nur für mich, der ich russische Männerchöre besonders liebe und Zeit meines Lebens ein Fan des sowjetisch/russischen >>Alexandrow - Ensembles<< bin, war das Gehörte ein Genuss. So empfand wohl auch unsere Hofsängerin (Regina SCHWABE) und daher revanchierte sie sich mit einem Lied aus „unserer" Zeit. Die Gesangskosaken waren auf das angenehmste überrascht und erfreut. Ein Teil unseres Gefolges warf mittlerweile einen Blick in die Frauenkirche. Danach hatten alle Gaffähdurscht und im Pulverturm stillte man unser Verlangen auf angenehmste Weise. Frisch gestärkt flanierten wir nun noch über den Neumarkt, der, mit einigen wenigen Ausnahmen, ein ganz wunderbares bauliches Ensemble rund um unsere Steinerne Glocke bildet. Vorbei am Fürstenzug ging es dann noch zum Zwinger, wo Lohnjäger und Adelsleute nochmals zum gefragten Fotoobjekt wurden. Es war wahrhaftig ein schöner Ostersonntag, auch wenn er stellenweise etwas feucht war, aber was macht das schon, wenn man im Kreise von Freunden und Gleichgesinnten unterwegs ist und durch hundertfache begeisterte Aufnahme die Richtigkeit seines Engagements spürt?! Text: Bernd Schwabe/Birgit Hirche



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