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Ankes 2.Comic-Präsentation,26.02.10

Lutz Anke, - der zweite Streich:
Präsentation des zweiten Teils der Comic- Trilogie über Dresden
George Bähr und die Erfindung der Frauenkirche

Schon im Oktober 2008 hatten wir das Vergnügen den zeichnenden Architekten Lutz ANKE in den Dresdner Kasematten bei der Präsentation seines ersten Comic- Bandes über Dresden und Dresdner Persönlichkeiten kennen zu lernen. Damals stellte er >>J.F. Böttger & die Erfindung des Porzellans<< vor und er kündigte den Folgeband über >>George Bähr und die Erfindung der Frauenkirche<< an und seither waren wir gespannt darauf. Daher waren wir erfreut dass uns der Künstler und sein Verlag zu neuerlicher Buchpräsentation eingeladen haben. Wir folgten der Einladung am Freitag den 26. Februar 2010 in den Marmorsaal des Zwingers gern und verlebten wieder einen sehr vergnüglichen Abend. Aus Erfahrung, - in den Kasematten war damals auch nur eine begrenzte Anzahl Sitzplätze vorhanden, sicherten wir uns hier, wo noch weniger Sitzgelegenheiten geboten wurden, durch zeitiges Kommen unsere Plätze und das war gut so, denn der Abend zog sich hin, zumal er nicht gerade pünktlich zur angesetzten Zeit 20:00 Uhr begann. Zunächst wurden wir durch vier Barockdamen, die uns, den Besuchern der Veranstaltung, vom Moderator des Abends als „Kasematten- Ratten<< vorgestellt wurden, bewillkommnet. Auf jeden Fall waren es edel gewandete „Ratten", die da das Empfangskomitee bildeten. Wir glaubten uns zu erinnern, dass uns diese vier Damen aus der Presse als die „Gräfinnen von der Brühlschen Terrasse" bekannt waren. Sie blieben nicht der einzige barocke Bestandteil dieses gelungenen Abends, denn wir bekamen noch Barockgesang und barocke Gedichte zu Gehör. Etwas moderner war dann ein Auftritt, der aus einem musicalähnlichen Bühnenstück eine Voraufführung brachte. Das weltweit erste >>Porzellanical<<, welches im September 2010 seine Uraufführung im Großen Saal der Albrechtsburg zu Meißen erleben wird, lieferte dazu den Stoff. Die Akteure waren mit viel Stimme und Gestik dabei und machten manchem Besucher Appetit für den Besuch der Aufführungen in Meißen. Höhepunkt des Abends war, so will ich meinen, das „Interview, dass der Verlagsleiter (Die Verlagsgesellschaft) mit dem Künstler Lutz ANKE machte. Leider saßen wir nun doch nicht ganz so günstig, - die Beamer-Präsentation war nur mit stärksten Halsverrenkungen einigermaßen zu erfassen. Doch das Gesehene entschädigte für die Schiefhälse, denn der 1968 in Chemnitz geborene Künstler, der später Architektur, zeitweise auch in Dresden wo er heute als Architekt tätig ist, studierte, hatte sein zeichnerisches Talent schon in der Kindheit. Die gezeigten Zeichnungen des 12jährigen waren beeindruckend und man wollte es nur schwer glauben, dass der Autor dieser Bilder ein Kind war. Später als Architekt kam ANKE das Talent zum Zeichnen auch beruflich zu Gute. So kam er, als er bei der Restaurierung des Moritzburger Federzimmers involviert war, die Idee, eine Dresdner Barock- Trilogie als Comic zu schaffen. Nun, die beiden jetzt vorliegenden ersten Teile kann man als sehr gelungen betrachten, auch wenn uns darin der Autor mit einer recht eigenwilligen Geschichtsbetrachtung überrascht. So ist George Bähr, der Baumeister der >>Steinernen Glocke<< durchaus nicht der erste Held des Bandes. Das ist eher der Freiberger Architekt Johann Gottlieb Ohndorff, der in ANKES Story ein übler Ideenklauer vor dem Herrn ist. Er maust sozusagen dem Damenschneider Bähr, der gern (zumeist wohl aus beruflichen Gründen) unter Damenröcken verweilt, die „Erfindung der Frauenkirche" - wohl wohl, die Form der Kirchenkuppel hat schon was von einem der ausladenden Röcke der Barockzeit. Schaue beim nächsten Besuch der Frauenkirche nach oben in die Kuppel und Du wirst ANKE zustimmen müssen. Ein Ästhet wird die gezeichneten Figuren nicht gerade schön finden, - besonders George Bähr ist bei Lutz ANKE recht schlecht weggekommen, aber gerade das hebt diesen Comic vom Einerlei anderer Zeichengeschichten ab und fesselt den Leser und noch mehr in ihm den Beschauer. Ich denke, wir dürfen auf den dritten Band >>Graf Brühl & Die Erfindung der Sammlung<< oder >>Graf Brühl & Das ganz große Geschäft<< sehr gespannt sein, auch darauf, für welchen Titel sich nun Künstler und Verlag entscheiden werden!? Mit dem soeben erworbenen Frauenkirchen- Band ging es zum Signiertisch des Künstlers und der schrieb unserer Hofsängerin eine schöne persönliche Widmung hinein. Gern wären wir noch geblieben, aber Unser Freund Lars aus Leipzig musste zum Zug und der Hunger - so ist es, wenn man direkt vom Dienst zur Kultur hastet - trieb uns in der 11. Stunde zum Aufbruch. Auf den Arkaden des Wallpavillons erlebten wir noch einige moderne und schwer verständliche Performances und hinter den Sandsteinputten die bunten Lichtspiele in den Fenstern des Marmorsaales und des Wallpavillons. Ein rundum gelungener Abend und nun warten wir auf das Kommen des Grafen Brühl - gesammelt oder geschäftlich.
Danke Lutz ANKE.  Text und Fotos: Bernd Schwabe

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



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