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Im Stadtmuseum von Stolpen am 7.10.2009

Museumsbesuch am 60. Tag der Republik
Bernd Schaller führte uns im Stadtmuseum zu Stolpen und in „seiner" Sonderschau
Dieser 7. Oktober 2009 zeigte sich, trotz schon vorangeschrittener Herbstfärbung im Hochland, von seiner besten, regelrecht sommerlichen Seite, als wolle er uns an seine Bedeutung erinnern, die dieser Tag vor nunmehr 19 Jahren das letzte Mal für uns hatte. Wir waren aber weniger von Nostalgie erfüllt, als vielmehr von Neugier und so nahmen wir die, schon wiederholt ausgesprochene, Einladung in das Museum, wo er seit Jahren unermüdlich ehrenamtlich wirkt, gern von unserem Freund Bernd SCHALLER an und besuchten die Burgstadt Stolpen, die fest gefügt auf einem festen Basaltfesten drohnt und einst zum Lebensgrab der bekannten Mätresse Gräfin von Cosel wurde. Gegen 16:00 Uhr konnte uns Bernd in seinem Reich, dem Stolpener Stadtmuseum begrüßen. Ich möchte vornweg nehmen, dass wir bas erstaunt waren, in welche museale Schatzkammer uns unser Freund entführen konnte. Zunächst besuchten wir die Sonderausstellung, die Bernd SCHALLER eingerichtet hatte und viele, künstlerisch und dokumentarisch wertvolle Fotografien aus der Darstellerszene des Barock und der Napoleonic zeigte. Hier wurde unser Wirken mit den bildlichen Mitteln der Fotografie überzeugend dargestellt. Da sich einige Freunde unseres TDB in der Exposition wieder gefunden haben und sich hier nicht zum Maxen gemacht fühlten, waren sie besonders begeistert und dem Initiator dankbar. Viele sach- und fachkundige Ausführungen durch die Schau und alle Räume des Museums, vom Keller bis zum Dach, machten uns diesen Museumsbesuch besonders wertvoll. Eine Fülle von Exponaten wurden hier im Laufe der Jahre zusammengetragen und man spürte die kundige Handschrift des erst unlängst verstorbenen bisherigen Museumsdirektors Herrn WOLF. Von ihm und weiteren Beteiligten am Zustandekommen dieser umfassenden Museumsschau sprach Bernd SCHALLER mit größter Hochachtung, auch wenn er in seiner bekannt bescheidenen Art geflissentlich vergaß seinen eigenen Anteil am erfolgreichen Wirken des Heimatmuseums Stolpen herauszustellen. Seine mit Jugendlichen und Kindern praktizierte Heimat- und Traditionspflege kann man als beispielgebend bezeichnen und man möchte hoffen, dass dem gebürtigen Stolpener von der Stadt entsprechende Anerkennung und Achtung seiner Arbeit gezollt wird. Wir in der Szene sind jedenfalls stolz auf unseren Garnisons- Handwerker, denn, im Gegenteil zur Mittelalterszene, ist sein Metier, das Handwerk, in der Barock- und Napoleonic -Szene eher selten und bei jedem Biwak eine echte Bereicherung. Wir wollen auch die Mithilfe durch seine Frau Anita und den Sohn Steffen nicht vergessen. Auch von ihrem handwerklichen Geschick wird im Museum Zeugnis abgelegt. Ob über das Eisenbahnwesen, die Post, das Schulwesen oder die Tradition des Landmaschinenbaus hier in Stolpen und in der Umgebung, sowie über die alterwürdige, einstens Altstadt genannte Stadt Stolpen selbst und ihre Burg da oben auf dem Basaltfelsen, oder was Karl May mit Stolpen verband, oder was Napoleon und seine Invasionsarmee hier trieb, und über einen einst hier tagenden Pfeifenraucherklub mit strengster Satzung und Regelwerk und vieles mehr, weiß dieses Stadtmuseum und ihr fachkundiger Gästeführer zu berichten. Ein Besuch dieser Stätte des Wissens, der Traditions- und Heimatpflege und des persönlichen Engagements kann nur wärmstens empfohlen werden, zumal man die Fülle des Erlebten nicht zu schildern vermag. Man muss es selbst gesehen haben. Von Dienstag bis Sonntag hat das Stadtmuseum von 14:00 bis 16:00 Uhr geöffnet. In den Schulferien ist zusätzlich auch Montags und am Vormittag von 10:00 bis 12:00 Uhr geöffnet. Wir waren begeistert von diesem Museum und wir danken unserem Freund Bernd SCHALLER herzlich für seine Sonderführung und sein persönliches Wirken in dieser Bildungs- und Bewahrungsstätte sächsischer Traditionen und sächsischen Fleißes und Lebensart. Im Frühjahr, wenn am Markt die Magnolien, die die schönsten und größten ihrer Art weit und breit sein sollen, in vollster Blüte stehen, kommen wir gern wieder nach Stolpen und in das Stadtmuseum. Text und Fotos: Bernd Schwabe



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