Print This Page

10.Schloss-u. Hopfenfest in Großkmehlen,12.-13.09.09

Barockmusik- und Tanz, altes Schloss in neuem Glanz, Starker August und Kanonen, Cmehlenbier das tat sich lohnen und dazu noch >>Dreyerley<<, - da war Vergnügen viel dabei:

Das 10. Schloss- und Hopfenfest in Großkmehlen (11./12. bis 13.09. 2009)
Mit den Kmehlenern zu feiern haben wir schon des Öfteren gemacht und so freuten wir uns über die Einladung zum Jubiläumswochenende ihres 10. Schloss- und Hopfenfestes in deren Gemeinde im brandenburgischen Landkreis Oberspreewald- Lausitz, hart an der Grenze zu Sachsen. Hier sind Leute zu Hause, die zu feiern verstehen und in der Lage sind, den ganzen Ort und die Dörfer der Nachbarschaft für ihre Feste zu mobilisieren. Wir sind zudem deshalb so gern dort, weil unser säkksischer Dialekt gesprochen und in unserer Lebensart der Alltag, aber eben auch die Feste, angegangen werden. Dazu kommt, dass uns Einwohner wie die Vorsitzende des „Heimatvereins 1205" Frau KUNZE, der langjährige Bürgermeister Herr Horst MÜLLER, oder der gute Geist von St. Georg Frau WINKLER und viele andere Großkmehlener überaus sympathisch sind. Dieses nette Völkchen hatte bei unserem 2. Lustlager im Juni für ihr Schloss- und Hopfenfest mit eigenem Stand geworben und es wäre ihm zu wünschen gewesen, dass mehr Historiendarsteller nach Großkmehlen gekommen wären. So war unser Biwak im schönen Park hinter dem Wasserschloss überschaubar, aber nicht zu übersehen und daher auch gut frequentiert. Neben dem Hofstaat aus Dresden hatten „Österreichische Kanoniere" aus Erfurt ihr Domizil aufgeschlagen und ihre Kanone einsatzbereit aufgestellt. Auch sie, waren wie wir, schon am Freitagnachmittag vor Ort und weitere Verstärkung gab es durch unsere Blankenburger Freunde des BTG, Martina und Wilfried FOCKE, die als Preußisches Generalquartiermeisterpaar anreisten und als Verstärkung den Grenadier Marcel des Füsilierregiments Jung Braunschweig Nr. 39 dabei hatten. Die edlen Herrschaften waren aber in ziviler Absicht hier und statt der Muskete oder einer Kanone hatte Marcel einen Kavaliersstock in der Hand und zur Seite führte er seinen Degen mit. Während wir unsere Zelte aufschlugen und später mit der Zubereitung des Abendessens befasst waren, hatten die Kmehlener noch letzte Handgriffe zu tun, - aber nach getaner Arbeit waren sie zum „beschnorcheln" des Adelsvolkes noch an unseren Zelten und brachten ein Tablett vom hellen Cmehlenbier als Kostprobe mit. Dabei hatten sie am Nachmittag schon das versprochene Schwarze,- besonders köstlich mundende, und extra für dieses Fest gebraute Bier, in reichlicher Menge Kästen angekarrt. Der Leibkoch unseres Grafen von Weißenberg war wieder mit von der Partie und machte sich am Grill zu schaffen, so dass wir unsere Altliebgewonnenen Brandenburger- und die eben neu gewonnenen Freunde Frank HAUKE und Dieter ROSENTRETER aus Erfurt, zur Abendtafel in den Leinenpavillon, der uns von der Fa. „Storied Events" als schützendes Dach zur Verfügung gestellt wurde, bitten konnten. Auch das Ehepaar ZECH aus Schraden, welches uns einst die Schlossfeste der Gemeinde Großkmehlen empfohlen und schmackhaft gemacht hatte, war unser Gast. Wir erlebten einen wunderbaren Abend mit viel Spaß, interessanten Gesprächen, leckerem Fleisch und Wurst vom Grill, Salaten, Jubiläumsbier und anderen hochgeistigen Getränken. Das Lagerfeuer sorgte für Idylle und Wärme, und als es in später Nacht nur noch glimmte, verkroch sich die Gesellschaft in ihre Leinwandvillen und... an schlafen war wenig zu denken, man konnte der variablen Vielstimmigkeit und Lautstärke königlichen Schnarchkonzertes lauschen. Etwas zerknittert begrüßten wir den neuen Morgen, der uns einen schönen spätsommerlichen Tag versprach (und hielt!). Auf dem Dorfplatz war (wie über Nacht) ein historischer Markt entstanden, der mit viel Liebe und Sorgfalt und auch gestalterischem Geschick die Händler und Handwerker gegen Mittag begrüßen konnte. Wie gesagt, hier und während des ganzen Festwochenendes, war die Handschrift eines überaus rührigen Heimatvereins zu spüren. Auch eine gute Gastronomie war vorhanden und das Bogensportzentrum Dresden hatte seine Zielscheiben zu sportlicher Betätigung aufgestellt. Der Markt wurde durch „allerley fahrend Volcks" von Volksmusikern der Gruppe „Springstein", über Frettchen - Zirkus, bis hin zu dem Spielleute- Duo DREYERLEY (Theo THEODOR und Rüdiger NEICK) belebt. Letzteres ist eine Klasse für sich und wer die Kerle engagiert, braucht sich um die gute Laune der Besucher nicht sorgen! Diese Art Comedy hebt sich wohltuend von manchem Klamauk, den uns das Fernsehen immer wieder bietet, ab. Gesang und Spiel mit historischen Instrumenten und Theos Talent zum Reimen (in jeder Lebens- und Körperlage, Tages- und Nachtzeit, zu jedem Stichwort und jeder Situation passend) ist die richtige >>Gutelaunemischung<< für derartige Festivitäten. Begonnen hatte das Schloss- und Hopfenfest an diesem Samstag 13:00 Uhr mit der traditionellen Treckerparade, die einige sehr originelle und mit viel Liebe aufgebaute Kleintraktoren zu bieten hatte. Gegen 14:00 Uhr, die Kanoniere des Österreichischen AR von 1812 machten mit einem Kanonenschuss darauf aufmerksam, hatte der Bürgermeister Herr Dr. Gerd MÜLLER- HAGEN das Wort und er eröffnete dieses Fest seiner Gemeinde. Nun wurde auch das Schloss geöffnet und es wurden Führungen angeboten. Auch wenn das Innenleben desselben nicht mit der schmucken Außenfassade konkurrieren kann, schlossen sich dem Bürgermeister und am Sonntag Herrn AUGUSTIN von der Brandenburger Schlösser GmbH, viele interessierte Besucher an. Darunter waren, neben einigen Hofschranzen aus Dresden, auch die nun auch eingetroffenen hochedlen Damen und Herren aus Potsdam, die im späteren Verlauf des Samstag, als >>les danseurs de Sans, Souci<<, noch ihr Können als Tanzformation höfischer Tänze des Barock und Rokoko unter Beweis zu stellen hatten. Barocke Musik erschallte ebenfalls auf der Bühne vor dem Schloss und wurde vom >>Kurfürstlich- Sächsischen Barockensemble Dresden<< dargeboten. Die angebotenen Sitzplätze waren bei diesen Darbietungen bis auf den letzten besetzt und nicht nur skm August II. (Tilo MEIßNER), mit seiner Dame zur Linken, der Reichsfürstin Ursula Katharina von Teschen (Renata LINNÈ), quittierte diese beachtlichen Darbietungen mit viel Händegeklapper. Der König- Kurfürst und sein Hofstaat war erfreut, dass die Fürstin auf direktem Wege von Warschau kommend, sich die Zeit für diesen Abstecher in die sächsische Provinz (zu „unserer" damaligen Zeit noch!) gefunden hat. Mittlerweile hatte sich der Dorfplatz weiter gefüllt und wir und unsere Gäste waren von dieser Anteilnahme der Großkmehlener sehr beeindruckt. (Während des Samstagnachmittag erfuhren wir vom Zugunglück im Lösnitzgrund und waren sehr beunruhigt, denn unsere Freunde Christine BARTEL und Wolfgang PETZHOLD waren beim Jubiläumsfest der Schmalspurbahn "Lösnitz- Dackel" in Jahrhunderdwende- Robe unterwegs. Wie froh waren wir, als sie uns am Handy sagten, dass ihnen besagter Unglückszug zu voll gewesen ist und sie daher nicht mitgefahren sind. Ein Stein fiel uns vom Herzen.) Dann gab es gelegentliche weitere Kanonenböller die der Umgebung kund gaben, dass das Fest in vollem Gange ist und offenbar wurden die Schüsse gehört, denn der Besucherstrom riss nicht ab, und teilte sich aber dann mit Einbrechen der Dunkelheit. Der eine Teil nahm am Fackelzug teil, der von einigen der Adelsleute und Militärs angeführt wurde und der andere Teil begab sich zum Gruseln in die Kellergewölbe des Schlosses. (Ein „Rest" blieb mit schweren Beinen und vollem Bierkrug am Festplatz zurück.) Der Gruselbedarf muss sehr hoch gewesen sein, denn der schubweise Einlass verursachte lange und bis tief in die Nacht anhaltende Warteschlangen. Während wir in unserem eigenen Festzelt dem Abendessen zusprachen und dabei die gesponserten echten ( und auch so schmeckenden) Thüringer Bratwürste mit Genuss vertilgten (Danke Frank und Dieter), konnten wir, direkt vis- à - vis eine Feuershow und etwas später das Feuerwerk erleben. Vor der Kulisse des Schlosses hatten diese feurig- sprühenden Darbietungen eine besonders gute Wirkung. Wir verfolgten sie, gemeinsam mit unseren Gästen Theo und Rüdiger des Duo DREYERLEY und dem Altbürgermeister Horst MÜLLER, mit Aufmerksamkeit und leider bemerkten wir dabei nicht, was sich hinter unseren Zelten tat. Am frühen Morgen, die vermaledeiten „österreichischen" Kanoniere aus Erfurt, - die Sauhunde, die verfluchtigten, hatten pünktlich 7:00 Uhr den ersten Kanonenschuss in den grauen Sonntagmorgenhimmel abgegeben (so ein Schmäh aber auch!), und so sahen wir, aus den „Strohsäcken" aufgeschreckt, dass das Fehlen von Abfallbehältern am Schloss unschöne Spuren hinterlassen hatte (fleißige Bienchen sammelten alsbald alles auf!) und, dass einige, der offenbar jugendlich Besucher, unsere Freibiervorräte stark dezimiert hatten. Zum „Glück" war das Wetter nicht mehr sonnig und warm, so dass sich der Durst in Grenzen hielt. Während sich der Vormittag noch einigermaßen trocken verhielt, - wir beschlossen, die Zelte bis zum späten Nachmittag stehen zu lassen, setzte dann doch ein recht heftiger Regen ein und während im Festzelt und im Pfarramt musiziert wurde, ein sehr umfangreiches Kuchenbuffet auch verwöhnteste Schleckermäuler zufrieden stellte (der halbe Ort muss gebacken haben!), im Schloss Märchenspiele zur Erheiterung der Kinder beitrugen, die Silbermannorgel in St. Georg vom Organisten Herrn KOCOUREK getreten wurde und DREYERLEY unermüdlich für Kurzweil sorgte, mussten wir, wohl oder übel ans Einpacken denken. Es war eine Plage das ganze nasse Zeug zu verstauen und es dann die nächsten, auch nicht ganz regenfreien, Tage versuchen zu trocknen. Mittlerweile war es Spätnachmittag und wir machten als Zivilisten noch einen Rundgang über den Dorfplatz, um noch etwas der leckeren Gaumenfreuden zu genießen, Kleinigkeiten einzukaufen und um uns von den Großkmehlenern, den Vertretern des >>Heimatvereins 1205<< und Darstellerkollegen und Freunden zu verabschieden. Es war keine trockene Angelegenheit, - nicht Abschiedstränen, nein die Himmelsschleusen waren dafür verantwortlich. Mit Erstaunen konstatierten wir, dass die Großkmehlener und ihre Gäste sehr wetterfest sind, denn der Festplatz war, trotz des schlechten Wetters, noch immer stark von Besuchern des 10. Schloss- und Hopfenfestes frequentiert. Alle Achtung! Wir fuhren heimwärts und einhellig konnten wir nur eine Meinung haben: „Das 10. Schloss- und Hopfenfest in Großkmehlen war eines der Events, an die wir noch lange und gern zurückdenken werden.
„Liebe Großkmehlener, werte Frau KUNZE, lieber Horst MÜLLER und alle beteiligten Helfer, wir, die Mitglieder des >>Traditionsvereins Dresdener Barock<< kommen gern wieder in Eure gastfreundliche Gemeine und zu Euren Festen. Also dann, bis zum nächsten Fest am Schloss, Eure Freunde aus Dresden". Text und Fotos: Bernd Schwabe

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



Zurück