Print This Page

13.Altstadtfest in Pegau

13. Altstadtfest im sächsischen Pegau (05.09.2009)

Wenn hat man das schon mal, beim Eintreffen am Ort des Events, mit Posaunenschall begrüßt zu werden. In Pegau, einer Kleinstadt 25 km südlich von Leipzig (Kreis Leipziger Land), unweit der Grenze zu Sachsen- Anhalt, war das so. Vom Turm des Rathauses (erbaut 1559- 61 von Hieronymus LOTTER) begrüßte uns der evangelische Posaunenchor, der im August sein 10jähriges Bestehen feiern konnte, lautstark mit Stücken aus der Kirchen- und Volksmusik. So besonders bewillkommnet, waren wir Pegau und seinem Altstadtfest sofort sehr zugetan, auch wenn wir als Barockverein etwas aus dem Rahmen gefallen sind, denn das Gros der Darsteller war den Befreiungskriegen verpflichtet. Für uns war das keineswegs ein Makel, denn dieser Ausflug in die „Napoleonic" war für uns Neuland und sehr lehrreich. Zudem freuten wir uns, einen „Enkel" des Stolpener Festungshandwerkers und Premierleutnants, nebst Familie (Bernd, Anita und Steffen SCHALLER) getroffen zu haben. Auch in der militärischen Darstellung der Zeit der napoleonischen Kriege sind unsere Freunde zuhause. Napoleons Truppen und deren Verbündete, - die Sachsen waren damals leider auch dabei, hatten ihr Lager im Schatten der evangelischen Stadtkirche St. Laurentius aufgeschlagen, welches wir zunächst besichtigten und dabei neue Bekanntschaften machen konnten. Die Uniformierung, von Stiefel bis Kopfbedeckung, war so völlig anders als in „unserer" Zeit, aber sehr farbenfreudig und vielgestaltig (vor allem bei den Offizieren und Generalen), so dass wir allerhand zu sehen hatten. Mittlerweile war auch Dame Hülsch (Kerstin DANIEL) mit ihrem „Damenkränzchen" und dem Grafen Vitzthum in Pegau eingetroffen. Wir freuten uns über diese barocke Verstärkung, denn vom TDB waren nur Silvia, Regina und Bernd, mit Verstärkung der Bosens Christine und Wolfgang, beim Altstadtfest dabei. Wir sind aber gern nach hier gekommen, denn wir wurden seinerzeit so rührend und aus eigener Tasche des einen mitveranstaltenden Vereins beim Schlossfest in Wiederau (siehe Bericht hier in der Galerie) betreut, dass wir uns gewissermaßen in der Pflicht und Schuld sahen. Daher nahmen wir die Einladung von Frau MATTES gern an und erlebten hier ein Altstadtfest, zwar in anderer Zeitepoche war, als sonst von uns mitgetragen, aber sich dennoch sehr erlebnisreich gestaltete.(So war unsere Teilnahme durchaus kein Pflichtprogramm!) Der Besuch von St. Laurentius war lohnend, denn das Innenleben dieser Kirche war sehr interessant und die Akustik stimmte auch. Natürlich konnte es die Hofsängerin (Regina SCHWABE) nicht lassen, diese mit ihrem „Ave Maria" zu prüfen. Auch der Markt um den Kirchplatz, mit seinem bunten Gemisch von Handwerker, - Händler- und Versorgungsständen, lud zu ausgiebigem Rundgang ein. Nach dem wir uns sehr umfassend beim „Feind" (oder damaligen Verbündeten auf der falschen Seite) umgesehen hatten, lenkten uns unsere Schritte auch noch zum Biwak der Lützower Husaren. Das waren wir den wackeren Helden der Befreiungskriege schuldig. Die „wilde verwegene Jagd" erlebten wir zwar nicht, aber den Fleiß der Marketenderinnen, die für ihre Helden jede Menge Plinsen in der Pfanne zauberten.
Beim Aufmarsch dann 14:00 Uhr erlebten wir das schwarze Lützower Freikorps dann Schulter an Schulter mit den Franzosen und Sachsen. So friedlich sollte das Miteinander in der heutigen Welt überall vonstatten gehen, - auch wenn ein Tiroler Freiheitskämpfer aus der Truppe von Andreas HOPFER sich unbedingt mit der geballten Kraft Sachsens anlegen musste und zu Boden gerammt wurde. Ist man eigentlich mit dem Herzen beim Patrioten, so freut man sich doch über den sächsischen Sieg - selten genug waren die ja!! An der Marketenderie gut versorgt, wenn auch dort etwas verunsichert, war doch das ganze Spannzelt einem kräftigen Windstoß nicht gewachsen gewesen und zusammengebrochen, - der starke Balken verfehlte die junge Marketenderin nur knapp, konnten wir frisch gestärkt den Weg in den Rathausturm wagen. Hier erwartete uns ein sehr vielseitig orientiertes Museum, - von der Frühgeschichte, über die Kriege der Napoleonzeit (Pegau war selbst Kriegsschauplatz) bis zu den 1020'/30'er Jahren, der Zeit der DDR und der Jetztzeit. Eine Sonderausstellung machte mit Handwerkerfleiß- und Können vertraut. Der alte Graf musste noch etwas höher hinauf um die gute Aussicht auf das Städtchen und das umliegende Leipziger Land zu genießen. Dass er dabei beinahe seine Allongeperücke als Drachen hat steigen lassen, erwähnte dieser nur beiläufig. Nach dem die Eisdiele besucht wurde und es noch Schnäppchenmacherei im nahen Antiquitätengeschäft gab, war der Tag schon weit fortgeschritten und es galt an die Heimreise zu denken. Der Exkurs in die Zeit des großen Franzosenkaisers, unser Mitwirken beim Altstadtfest und die allseits freundliche Aufnahme wird uns diese Veranstaltung in guter Erinnerung behalten lassen. Text und Fotos: Bernd Schwabe

 



Zurück