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1.Dresdner Schlössernacht am 18.07.09

Die Erhabenen luden ein:
1.Dresdner Schlössernacht am 18.07.2009

Erhaben thronen sie über dem Elbtal und hatten die „Hauptschuld" am Weltkulturerbe, das die UNESCO diesem lieblichen Teil der Elbhänge zugesprochen und nunmehr, wegen der Streitbrücke, wieder aberkannt hat - die drei Elbschlösser. Nun lud dieses Dreigestirn zur Schlössernacht ein, die aber genau genommen nur eine Nacht der Wege in den Parkgeländen am jeweiligen Schloss war. Im Schloss Eckberg, einst Jugendtouristhotel der FDJ, wollten die Hotelgäste (verständlicherweise) unter sich bleiben und so durfte der neugierige Schlössernachtbesucher mit der Außenfassade, dem sehr gepflegten und mit vielen Sommerblumen wirkungsvoll bepflanzte Park und dem Angebot einiger, mehr oder weniger, exquisiter Imbissstände vorlieb nehmen. Ähnlich erging es ihm am Lingnerschloss, zu DDR- Zeiten der vom Kulturbund betriebene „Klub der Intelligenz", wo sich im Inneren nur ein erlesener Kreis geladener Gäste vergnügen und von den Sekthappen naschen durfte, aber die Türme konnten von Jedermann, zwecks guter Aussicht auf das schlummernde Dresden, bestiegen werden. Beim Schloss Albrechtsberg luden das Römische Bad und die Terrassen zum nächtlichen Schlossfest ein. Hier, am ehemaligen Pionierpalast „Walter ULBRICHT", konzentrierten sich die meisten Bühnen und zwischen Rock und Opernarie war wohl für jeden Besucher etwas Passendes dabei. Im Schweizerhaus hatten wir barocken Darsteller und die zahlreichen Kleinkunst- Darsteller ihren Ausgangs- und Verpflegungspunkt. Hier direkt gab es auch eine kleine Bühne, wo wir, wenn der Regen zu stark wurde, einige Darbietungen mitverfolgen konnten. Hier gefielen uns besonders die „Blue Dragon",- eine sehr junge Jazzband aus Dresden, die ebenso vom Publikum gefeiert wurde, wie die Oldtimerband „Nierentisch".
Zu den vielfältigsten kulturellen Darbietungen gehörten u. a. das Schauspiel- Ensemble „Barokkoko", die Italienische Nacht mit dem „Orchestra della Zona Alpina", die Puppenbühne Susanne BÖHMEL, GEMCLASS- klassische Klänge im Popgewand, „The Firebirds" und und und ... Alles sehr schön, bis auf..., man ahnt es in diesem Pseudo- Sommer schon, bis auf das Wetter. Wir Darsteller kamen ja, am frühen Nachmittag, gerade noch einigermaßen trocken zur Einweisung an, aber danach hieß es schon Regenschirm aufspannen. Gab es zunächst noch kurze trockene Phasen, setzte sich mit einbrechender Dunkelheit immer mehr der Regen durch. Wir waren erstaunt, dass dennoch so viele Besucher die Schlossareale besuchten. Dank wohl dem Vorverkauf, - an der Abendkasse wird wohl bei diesem Wetter kaum Andrang geherrscht haben. Auch beim, gegen 23:00 Uhr beginnenden, Feuerwerk, welches dem Anlass angepasst, sehr prächtig war, regnete es in Strömen. Uns störte das nicht. Wir sind der geschlossenen Gesellschaft im Lingnerschloss untergekrochen und konnten Raketen und Knaller bei Sekt und delikaten Häppchen verfolgen. Wir haben aber in dieser Schlössernacht auch gelitten. In Robe auf Wegen, die Schweinesuhlen nicht unähnlich waren (Ausnahme am Hotel Eckberg, wo es Pflaster gab), machte das Flanieren nicht unbedingt viel Spaß, aber wir alle hielten bis weit nach Mitternacht durch. Andere Barockdarsteller, u. a. der Paradiesvogel mit dem überdimensionierten Kopfschmuck (der arme Kerl tat uns leid, wurde er doch sehr belächelt und belästert), waren längst entfleucht, „aber eisern wie mir Sacksen äben sinn, wechen mir lieber bis zu de Hifden ein, als das mer de Faxen dicke krieschen tuen tun!!! In der Tat, unsere hochedlen Damen zog es immer mehr gen Boden, denn die bis über die Hüften nass gesogene Robe wurde immer schwerer und hatte ihre Farbe in ein dezentes Dunkelgrau verändert. Auch der edlen Herren Kniestrümpfe, die nunmehr die Funktion kalter Wadenwickel übernommen hatten, ließen kaum mehr ahnen, dass diese einstens blendendweiß gewesen sind. Inzwischen wurde die Kleetage den Waschweibern übergeben und strahlt wieder wie neu. Damit erscheinen wir, Kurfürst August der Starke (Tilo MEIßNER), Kurfürstin Eberhardine (Iris MEIßNER), Oberst Graf von Bose (Wolfgang PETZHOLD) mit Gemahlin Gräfin von Bose (Christine BARTEL), sowie der Kämmerer Graf von Schwabe zu Nau (Bernd SCHWABE) mit seiner Hofsängerin Baronessa Regina de Moretti, Gräfin zu Nau (Regina SCHWABE) und der heuer verhinderte Teil des Hofstaates, auch gern wieder bei den Dresdner Elbschlössern, wenn es nächstes Jahr die 2. Schlössernacht geben wird. Unser Dresden hat damit eine weitere Attraktion und es sollte derer noch viele geben. *** Text Bernd Schwabe  Fotos: Bernd Schwabe/Carsten Rietzkow



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