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13.05.2007 Sponsorentreff für Themenpark in Moritzburg (Hellhaus)

Wo einst der Schwanenwärter Flagge zeigte 

Mitten im Moritzburger Friedewald, in direkter Längsachse zum Wildgehege, liegt das Hellhaus, oder „besser" die Ruine desselben, gut über den Wipfeln der Bäume platziert.
Zwischen 1780 und 1787 (die verschiedensten Quellen geben unterschiedliche Zahlen an) entstand diese jagdliche Einrichtung, unter der Bauleitung von Daniel SCHADE, direkt im Schnittpunkt von 8 Schneisen. An dem einst prächtigen Gebäude nagte der Zahn der Zeit, wie sonst kaum an einem anderen historischen Gemäuer Moritzburgs. Seinem Urzweck nicht mehr dienend, geriet das Hellhaus in Vergessenheit und wurde zur Ruine.
Als noch hochedle Jagdgesellschaften dem edlen Wild des Friedewaldes nachstellten, oder richtiger gesagt, es sich innerhalb der Ringmauer der Dardanellen vor die Flinte treiben ließen, hatte das Hellhaus noch größte Bedeutung und wurde wie Schloss oder Fasanenschlösschen gepflegt und baulich gut erhalten. Hier auf dem Dach des Hellhauses hatte der höfische Schwanenwärter während der Parforcejagden seinen Platz. Mittels Flagge zeigte er der Hofgesellschaft an, welche Richtung das gehetzte Wild genommen hat.
Glücklicherweise hat sich die Jagd im Laufe der Zeit von derartigen unsportlichen Ritualen befreit und kein Schwanenwärter braucht mehr Flagge zu zeigen.
Wohl aber gibt es heute in der Region Leute, die durchaus Flagge zeigen und dem weiteren Zerfall des historischen Hellhauses Einhalt gebieten wollen. Sie planen in Moritzburg, im Lichtschatten von Schloss, Fasanenschlösschen, Leuchtturm, Tiergehege, den Teichanlagen und eben dem Hellhaus, einen Themenpark.
Aber was schafft guter Wille ohne finanzielles und organisatorisches Hinterland?
Das erkannten auch die Organisatoren und so luden sie sich Leute von Bedeutung für das Vorhaben, mit politischem Einfluss und mit dem entsprechenden Zaster, zu einer Rundwanderung in das Gebiet des künftigen Themenparks ein.
Diese Führung durch das Sponsorenland endete am Hellhaus, wo die Gäste ein Picknick erwartete. Aber nicht nur das, denn der Kurfürst August, den man auch den Starken nannte, war extra aus seiner Gruft auferstanden, um den potenziellen Gebern vor Augen zu führen, was für eine Sünde seine Nachwelt auf sich geladen hat, in dem derartige Gebäude, wie das Hellhaus, so dem Zerfall preisgegeben wurden. Ihm zur Seite standen hochedle Damen und Herren des Dresdner Hofstaates und der kurfürstliche Fasanenheger, nebigst seiner Hegerin. Zum Wohlgefallen der Gastgesellschaft erklangen barocke Lieder, wurde Menuett getanzt, erklangen Waldhörner und Beizvögel erfreuten allemal die Tier- und Naturfreunde sehr. Nicht zuletzt wurde den Anwesenden das Vorhaben „Themenpark" ausgiebig erläutert und es ist zu glauben , dass damit mancher Euro gelockert wurde und die anwesenden Lokalpolitiker für das Vorhaben eingenommen wurden.
Sie alle, auch wir, die dort darstellenden Mitglieder des TDB, sind überzeugt, dass dieser „Themenpark - Moritzburg" ein weiterer Anziehungspunkt für Besucher aus Nah und Fern werden wird. Wir sind froh und stolz, beim Start dieses Vorhabens mit dabei gewesen zu sein.
Gern zeigen wir unseren Gästen die dortigen Schönheiten.
Als die letzte Kelle Wildsuppe ausgeschenkt war, Wein und Bier verkonsumiert waren, die Waldhörner und die „Sächsische Nachtigall" verklungen sind, begab sich die Gesellschaft der geladenen Gäste auf den Rückweg, - nicht ohne auf weitere historische Begebenheiten zu stoßen, - wie z. B. dem Kaiser Napoleon, den sie aus seinem Schlummer im Stroh hochscheuchten.
Wir danken unserem Freund, dem Fasanenwärter Renè KREHER dafür, dass er uns in dieses Hellhausfest mit eingebunden hat. Und wir freuen uns, dort, vor dem Gemäuer des Hellhauses, unseren Grafen Hoym (Bernd ROßMANN), als neuen Mitstreiter gefunden zu haben. B.S.




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