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01.05.2007 - 350. Jahrestag der Gründung des Herzogtums Sachsen - Zeitz

„Zeit der Herzogtümer auf Zeit" - Residenzkultur der Barockzeit in Zeitz


Am 1. Mai 2007 jährte sich zum 350. Mal das Gründungsdatum der sächsischen Sekundogenitur - Herzogtümer. Der sächsische Kurfürst Johann Georg I. verfügte in seinem Testament die Landaufteilung auf seine vier Söhne, so dass es zur Bildung der Sekundogenituren kam. Der älteste Sohn Johann Georg II. erhielt als sein Nachfolger die Kurwürde mit Residenz in Dresden. Der Zweitgeborene August wurde mit der Nebenlinie Sachsen- Weißenfels bedacht, hingegen der mittlere Sohn Christian, Herzog von Sachsen- Merseburg wurde. Der jüngste Sohn Moritz wurde mit Sachsen- Zeitz bedacht. Durch diese territoriale Aufteilung kam es zu einer Zerstückelung und Schwächung Kursachsens. Alle Sekundogenitur- Herzöge wollten es dem kurfürstlichen Bruder in Dresden gleichtun und entfachten eine emsige Bautätigkeit und eine Hofhaltung, die in ihrer Prachtentfaltung weit über die wirklichen wirtschaftlichen Verhältnisse hinausgingen. Alle drei Herzogtümer blieben dagegen in politischer und militärischer Abhängigkeit zum Dresdner Hof.

Unser Verein war eingeladen, an den Feierlichkeiten zur 350. Wiederkehr der Gründung des Herzogtums Sachsen- Zeitz teilzunehmen. Wir nahmen diese Einladung gern an und erlebten eine hervorragende Veranstaltung ohne Fehl und Tadel.
Im spätgotischen Rathaus, dem Wahrzeichen der Stadt Zeitz wurden wir schon von einer offiziellen Vertreterin der Kommunalverwaltung empfangen, - ebenso von Herzog Moritz und seiner Gemahlin.
Die Kutschen fuhren dann am Rathaus vor und nahmen die hochedlen Gäste auf. Der  (etwas nachgeborene) Kurfürst August I. als Vertreter des Dresdner Hofes bestieg die Edelkalesche mit seinem Hofstaat und führte, noch vor dem Hausherrn Herzog Moritz, den Festumzug an.
Mit Fanfarenklang rollten wir in den Hof der Moritzburg ein. Mit viel Beifall der Begrüßung durch das zahlreiche Publikum bedacht, begrüßte uns auch der Zeremonienmeister und gebot uns, an der, nach barocker Festkultur gedeckten, Festtafel Platz zu nehmen. Hier erwartete uns in aller Köstlichkeit ein Festmahl, welches in seiner Reichhaltigkeit und Güte, den echten Fürsten damaliger Zeit, ebenso gut zu Gesicht gestanden hätte.
Nach getanem Mahl erging sich die Festgesellschaft in den Weiten des schönen gepflegten Schlossgartens, welcher wohl mit dazu beiträgt, dass Zeitz den Beinamen „Grüne Stadt an der Weißen Elster" erhalten hat. Auch das sehenswerte Museum lud uns ein und begeisterte uns.

Zu gleicher Zeit gab es im Festsaal des Rathauses die offizielle Auftaktveranstaltung zum Jubiläum der drei Herzöge. Mit der Teilnahme und Festrede des Kultusministers von Sachsen- Anhalt, Professor J.- Hendrik OLBERTZ, wurde der hohen Wertigkeit dieser Jubiläumsveranstaltung Ausdruck verliehen.

Warum wir uns während des ganzen Tages nicht nur als ausschmückendes Beiwerk oder als Statisten fühlen mussten, zeigte sich auch dadurch, dass wir, die hochedlen Herrschaften der Höfe, in unseren hochherrschaftlichen Roben, neben den Damen und Herren in Festkleid und feinem Zwirn, beim festlichen Dinner- Empfang dabei sein durften. Das hob, nicht nur wegen der köstlichen Delikatessen dort, unsere Stimmung ungemein und ließ vergessen, dass dieser 1. Mai sich mit ziemlich unterkühlter „Kampfeslust" zeigte. Auch die abendliche Feuerwerksmusik mit anschließendem prächtigen Feuerwerk erwärmte uns am Leib nicht sehr, aber im Herzen hatten wir viel Wärme. Wir danken es der freundlichen Stadt Zeitz und ihren Machern der heutigen Festkultur. Wir kommen gern wieder in diese schöne geschichtsträchtige Stadt des anhaltinischen Burgenlandes. B.S.

 

 

 




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