Print This Page

Statt nach Pillnitz ins Dresdner Schloss

Feiertagsflanieren am 3. Oktober (nicht) in Pillnitz

 „Sprichwörtlich ins Wasser gefallen“ – was wäre das für eine Überschrift für unser diesjähriges Feiertagsflanieren im Schlosspark zu Pillnitz gewesen! Aber „leider“ war das Wetter, entgegen aller Prognosen der Medien, so schön an diesem 3. Oktober, dass nicht nur diese Überschrift unpassend wurde, auch der Ort unseres Flanierganges war es nicht mehr. Denn am Vortag und auch noch am frühen Morgen des Nationalfeiertages regnete es in Strömen (so wie wir es schon in den Vorjahren gewöhnt waren) und wir planten um und luden unsere TDBer und die anderen Barockfreunde (als Schlechtwettervariante) zum Museumsbesuch ins Dresdner Residenzschloss ein. Daraus ergab sich nun diese Unterschrift:

 

Besuch in des Starken Augusts Paraderäumen

Man konnte nicht wissen, ob alle am Feiertagsflanieren interessierten Freunde das neue Ziel erfahren hatten und so starteten wir (Regina und Bernd SCHWABE) zunächst nach Pillnitz, wo wir aber keinen unserer Freunde antrafen und so ging es zurück nach Dresden, wo wir unsere Chaise im Keller von Sempers Musentempel abstellten und in die passende Garderobe schlüpften.

Da wir glaubten, etwas spät dran zu sein, spurteten wir zum Schloss, wo schon drei neue Gesichter auf uns warteten, - die Alteingesessenen kamen dann so peu à peu, - und mit Erstaunen zählten wir 17 Teilnehmer. Eine Zahl, die wir schon länger nicht mehr erreicht haben. SCHÖN.

Als wir niemanden mehr erwarten konnten, - der Geenisch kam später inkognito- zivil gewandet dazu, konnte an der Kasse der verbilligte Gruppeneintritt in Anspruch genommen werden.

Dann konnte es losgehen. Bereits am 28. 09. 2019 konnten die Königlichen Paraderäume Augusts des Starken, im, in Sanierung begriffenen Residenzschloss, als bisherige Krönung dieser Arbeiten, der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Der Andrang war an diesem Tag (wohl auch wegen des freien Eintritts) sehr groß und mancher Barockfreund wurde abgewiesen. Heute klappte das besser und als wir, durch andere Expositionen gehend, in den Räumen unserer Begierten anlangten, wollte es uns glatt den Atem verschlagen.

Die aufwendig rekonstruierten Räume wurden gemeinsam mit originalen Ausstellungsstücken mehrerer Museen der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden zu einem einzigartigen musealen Ensemble.

Im harmonischen Zusammenspiel von Wandtextilien, Gemälden, Prunkmöbeln und Porzellan, prächtigen Staatsgewändern und den Herschaftsinsignien August des Starken wurde die höfische Repräsentations- und Festkultur wieder erlebbar gemacht. Wem blieb da vor Staunen nicht der Mund offen stehen?

In solchem Erstaunen sollte auch die Braut des Kronfolgers, die Kaisertochter Maria Josepha von Österreich, mit diesem, erstarrt sein, als der Schwiegervater im September 1719 die Paraderäume zum ersten Mal für sie öffnete.

Was soll der Rezensent sagen, - es blieb ihm die Luft weg und wenn er alle Eindrücke und alle diese präsentierten Wunder kommentieren wollte, käme ein ziemlich langer Roman dabei heraus. Hier kann seine Empfehlung nur lauten: „Leute seht Euch alles selbst an und wenn Ihr das Staunen verlernt haben solltet, hier erlernt Ihr es wieder!“

Wir hielten uns gut zwei Stunden in den Ausstellungsräumen des Schlosses auf und das konnte nur eine Stippvisite sein. Was sich hier präsentiert, braucht Zeit und daher empfiehlt sich unbedingt ein Besuch mit mehr Zeit…

Besonders unsere Flanierneulinge hatten nämlich den Wunsch, nach dem Museumsbesuch noch eine Flanierrunde zu drehen, was ihnen gewährt wurde und so gingen wir los, was auch sehr zur Freude der Feiertagsbesucher geschah.

Allerdings war dann die Tour doch nicht so lang, wie vielleicht gewünscht, denn am Coselpalais kam unsere Flaniergesellschaft nicht vorbei… Kaffee und Kuchen (fantastische Eierschecke) lockten zu sehr. Danach kam es leider zu keiner Fortsetzung unseres Flaniergangs und die Gesellschaft löste sich auf.

Mancher will aus einer Wolkenlücke heraus, Tilo (unseren August II.) gesehen und gehört haben, als er seinen Schönwetterhofstaat erblickte: „“Na, es geht doch, - von drei morgendlichen Regentröpfchen lässt man sich doch nicht abhalten“. Wie recht er doch hatte. Dresden hat eine Sehenswürdigkeit mehr zu bieten und wir waren dort. Text und Fotos: Bernd Schwabe (eingestellt am 09.10.2019)      

 



Zurück