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Festungstage Pfingsten 2019 in Magdeburg

Eine Pfingstreise zu den Magdeburger Festungstagen und dem Spectaculum Magdeburgense (06. – 09. 06. 2019)

Wir kannten dieses großartige Event schon aus eigenem Erleben. Die erste Einladung erhielten wir von den Freunden aus Magdeburg bereits zu Pfingsten 2016 (siehe in der Galerie) und die zweite im vergangenen Jahr. Beide Male hat es uns gut gefallen, auch wenn uns der, uns zugedachte Platz unseres Auftretens im Festungsareal RAVELIN 2, wegen der etwas ungepflegten Staubigkeit, nicht so recht gefallen wollte. Die äußerst rührigen Freunde vom Sanierungsverein RAVELIN 2 sahen das ähnlich und versprachen, diesbezügliche Abhilfe zu schaffen.

Wir hatten also das Wort der Magdeburger, über dessen Einlösung uns die Festungssanierer informieren wollten. Also luden sie uns (Regina und Bernd) an einem überaus frühlingshaft- sonnigen 23. Februar 2019 zu einem Ortstermin ein. Wir folgten dabei auch der Einladung unserer Freundin Gabi SCHIEBOLD von der Adelsgesellschaft der Garnisonsstadt Magdeburg, in ihrem Hause zu nächtigen.

In Begleitung ihrer Tochter Alexandra (Mutti des Prinzen Jano) trafen wir dann im Areal Maybachstraße der Festung RAVELIN 2 ein, - und was wir hier sahen, hatte uns fast die Sprache verschlagen. Wie in einem Ameisenhaufen waren hier die Freundinnen und Freunde des Sanierungsvereins emsig am Wirken. Da wurde gebohrt, gehämmert geschippt, gemalert, gekarrt, gerodet, Gras eingesät und und und… Uns blieben keine Zweifel, dass wir zu Pfingsten einen ganz anderen, überwiegend positiven Eindruck haben werden. Das hat sich dann zu den diesjährigen Pfingsttagen voll bestätigt.

Wir besichtigten das Gelände, was uns am Pfingstwochenende für unser Auftreten zur Verfügung stehen würde und waren erfreut, dass auch an eine Schlechtwettervariante gedacht wurde. Regina traf mit den Organisatoren des Sanierungsvereins Absprachen zu unserem Auftreten, der Platzierung des Festzeltes (der Adelsgesellschaft), den Parkmöglichkeiten ect. Dabei, wir haben es positiv bemerkt, hatten wir kaum staubige Schuhe bekommen. 

Zurück in Dresden, konnten wir unseren Vereinsfreundinnen- und Freunden nur Positives von unserem Besuch bei den Freunden des Sanierungsvereins RAVELIN 2 berichten. Das hatte zur Folge, dass sie zu Pfingsten, einschließlich der Musiker des Barockensembles, sehr erwartungsfroh und motiviert in der Landeshauptstadt Sachsen- Anhalts einrückten.

Wir hatten, seit Jahren bewährt und immer gut dort untergekommen, in Langenweddingen in der Pension ILONA Quartier genommen. Dazu rückten wir alle bereits am Freitag an. Dank der rührigen Pensionswirtin kamen wir alle gut unter und zum Abendessen diesmal auch wieder als Selbstversorger. Dabei sahen wir unseren Frank wieder bei einer seiner liebsten Lieblingsbeschäftigungen, dem Grillen.

Nach gemeinsamem Frühstück am Samstagmorgen steuerten wir die Rote Festung an und fanden glücklicherweise gleich einen Parkplatz für alle vier PKW. So waren wir pünktlich 11:00 Uhr vor Ort. Die Musiker transportierten ihre Musikinstrumente zur Bühne, unsere musizierenden Mädels ließen sich verkabeln und wir öffneten das Festzelt den neugierigen Blicken der ersten Besucher. Nicht nur diese waren der Meinung, dass das wieder ganz außerordentlich festlich und mit viel Prunkt ausgestattet war. (Wir möchten unser Lob und das vielfache der Besucher an Gabi und ihre Mitstreiter an dieser Stelle weitergeben.) Wir haben auch gut darauf aufgepasst. Dauerbewacher war der alte Cämmerer, der wegen seiner äußerst schmerzhaften Venenentzündung zu nichts weiter zu gebrauchen war. Dafür freute er sich über all das, was die Freunde vom Sanierungsverein bis zum heutigen Tage an Verschönerung und Sanierung geschafft haben. Wir fühlten uns in dieser Umgebung wohl.

Bald war unser erster Bühnenauftritt angesagt. Dieser wiederholte sich am Samstag und Sonntag jeweils 13:00 Uhr, 15:30 Uhr und 17:00 Uhr. Ein buntes Programm von Instrumentalstücken und Liedern aus barocken Zeiten, wurde vom >>KURFÜRSTLICH- SÄCHSISCHEN BAROCKENSEMBLE<< dargeboten und erfreute das Publikum, was zunächst sehr verhalten, dann aber sehr rege und interessiert Anteil nahm. Auch die Tanzeinlagen von Nadin, Annerose, Silvia und Siegmar wurden gut aufgenommen. Dabei wurde auch das Publikum nicht verschont. Gern beziehen wir dieses in unsere Tänze ein. Einer unserer Tänze, - ein Gassentanz, ist so angelegt, dass er vom Publikum relativ schnell verstanden wird.

Dann konnten wir Verstärkung der Damen der Adelsgesellschaft begrüßen. Damit bekam das Bild der Barockdarstellung während der Festungstage noch mehr Farbigkeit. Am Freitag hatten unsere Magdeburgerinnen schon am Festumzug teilgenommen, der zum Dom führte, wo Blumen niedergelegt wurden. Auch sie wurden in unsere Tänze einbezogen.

Uns blieb zwischen unseren Auftrittszeiten nicht viel Zeit zur Erkundung des Festgeländes, zumal es, wie uns scheinen wollte, heuer noch einigen Zuwachs erfuhr. Es donnerten die Kanonen der Kaiserlichen des IR 66, der Schwertstahl der finsteren Ritter klirrte, der Hammerschlag der Schmiede war zu hören, Filzer, Töpfer, Tucher, Steinschläger, Glasbläser und Lederer gingen ihrem Handwerk nach.  Der Drache Fangdom war offenbar vor allerlei finsteren Gesellen der Mittelalterlichen geflohen. Wir sahen ihn versteckt in einem Zelt und hörten ihn bei unserem Rundgang nicht.

Dafür trafen wir wieder einige für uns neue Darsteller und auch Bekannte vom vergangenen Jahr, - was immer sehr herzlich vonstatten ging. Das Zusammenlegen des großen SPECTACULUM MAGDEBURGENSE (Mittelalterdarstellungen) mit den FESTUNGSTAGEN (Kaiserzeit, Barock) scheint uns für alle Beteiligten ein Gewinn zu sein.

Was wir aber alle sehr bedauert haben ist der Umstand, dass unsere lieben Prinzen Jano und Rudi mittlerweile ihren Roben entwachsen sind und wohl auf Entdeckung anderer Interessen sind. Aber wir konnten ja noch fünf schön herausgeputzten kleinen Prinzessinnen unsere Referenz erweisen.

An beiden Tagen, an denen wir unser Mitwirken zugesagt hatten, meinte es die Sonne fast ein bisschen zu gut. Es schlauchte doch ziemlich und wir waren froh, uns nach 18:00 Uhr im Gasthof ZUM SCHWAN wieder zu finden, wo wir, entsprechend unserer Rollen, fürstlich speisten.

Ähnlich verlief für uns auch der Pfingstsonntag, der allerdings einen deutlichen Zuwachs an Besuchern zeigte. Unsere Freunde Heidrun und Günther, die als Gäste einer Konfirmation in Magdeburg weilten, gaben uns auch die Ehre ihres Besuchs. Wir waren auch wiederum Anlaufpunkt mit unseren Bühnenauftritten und unserer Präsentation als sächsischer Hofstaat. Sahen wir Pfingsten 2016 noch zahlreiche Teilnehmer aus der Barockszene, - zivil gekleidet, wie uniformiert, so fehlten diese heuer gänzlich. Aber bei den Mittelalterlichen gab es ja genug zu sehen und viele von ihnen besuchten uns in unserer Barockecke.

Im Gespräch mit unseren Gastgebern vom Sanierungsverein kam zum Ausdruck, dass unser Mitwirken bei ihnen sehr gut angekommen ist. Die Einladung für Pfingsten 2020 wurde ausgesprochen und wir freuen uns drauf.

Die Festungstage waren schön und erlebnisreich, aber auch etwas anstrengend, sodass wir dann doch etwas erleichtert „Gott zum Gruße“ zu unseren Magdeburger Freunden, den kennen gelernten weiteren Mitwirkenden und dem Publikum sagten. Unsere Teilnahme an den FESTUNGSTAGEN hatte ihren Abschluss im ASIA- PALAST, wo wir uns besonderen Gaumenfreuden hingaben. Unsere treuen Musiker hatten sich vorher schon auf den Heimweg begeben, aber die anderen Darsteller ließen sich noch ein letztes Mal in ILONAS Betten fallen. Gut ausgeruht nahmen wir von unseren Wirtsleuten Abschied und gegen 10:30 Uhr stürzten wir uns in den Rückreiseverkehr, der nur halb so schlimm war, als von uns angenommen.

Wir verlebten ein schönes Pfingstfest, welches gern seine Wiederholung in den alten Gemäuern der Festung finden kann. 1873 herrschte hier noch preußischer Drill, heutigentags 2019 herrschte Frohsinn mit viel gutem Erinnerungswert, - auch Dank der fleißigen Freunde vom Sanierungsverein, die dem Verfall mit viel ehrenamtlichen Engagement entgegenwirken.

Ein Dankeschön allen, die uns die Teilnahme an diesem schönen Event ermöglichten und dafür mitwirkten. Text: Bernd Schwabe, Fotos: Bernd Schwabe, Frank Weise. (eingestellt am 15. 06. 2019)     

    

 

 

 



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