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Geburtstagsbesuch bei August II. in der Gruft

Ein Kreuz im Kalender

Geburtstagscour beim Kurfürsten – 1670 – 2019

Bevor es zum Besuch anlässlich des 349ten Geburtstages des Kurfürsten in die Katholische Hofkirche ging, besuchten wir den Striesener Friedhof um am Grab unseres Freundes Tilo MEIßNER zu verweilen und ihm einen Blumengruss zu entbieten. Wir, sind hier Silvia WEISE, Regina und Bernd SCHWABE von der TDB, sowie aus unserem Freundeskreis Werner POHLE und die „Bosens“ Christine BARTEL und Wolfgang PETZHOLD, die sich 10:00 Uhr am Friedhofstor trafen.

Und das hatte seinen guten Grund. Sind wir barocken Traditionen verpflichtet, so müssen wir unbedingt auch daran denken, dass die alljährlichen Geburtstagsbesuche am 12. Mai von Tilo und Silvia initiiert wurden, damals, als sich noch ganz zaghaft eine Dresdner Barockszene zu etablieren begann. Wenn wir immer wieder unseren Friedrich August I. ehren, so ehren wir damit auch unseren Tilo, der bis zu seinem frühen Tode unser Darsteller des Kurfürsten war und bis zuletzt seinem Vorbild an dessen Herzkapsel huldigte und uns in seiner Begleitung hatte.

Nach dem Ablegen unserer Blumengrüße trennten sich zunächst unsere Wege, und wir von der TDB begaben uns zum Treffpunkt für das Flanieren ans Kronentor. Nachdem wir bei der Parkplatzsuche schon unseren Siegmar JENTZSCH aufgelesen hatten, begrüßten wir dann am Kronentor unsere Freundinnen Martina HEBING und Elke METZNER. Letztere hatte mit dem Ehepaar UFER eine weitere in Barock gekleidete Begleitung.

Nach einem Gruppenfoto mit Austauschschülern aus Thailand, ging es durch den Zwingergarten bis zur Semper- Treppe an der Langgalerie, wo es für die Besucher das obligate „Foto mit Adel“ gab.

Der Flaniergang führte uns über die Brühlsche Terrasse, die Münzgasse hinab bis zum Neumarkt. Immer begleitet von Handy- Knipsern, die im Gegensatz zu den (meisten) Fotografierenden mit Kamera, keine Bitte auf den Lippen hatten. Die Sitten ändern sich halt mit der Zeit.

Dann, als der Zeiger der Uhr schon auf 13:45 ging, hieß es den Treff an der Hofkirche anzusteuern. Beim Anblick der, vor dem Kircheingang versammelten, Adelsleute, verlor unser kleiner Hofstaat seinen ranghöchsten Anführer, aber dafür, in solch großer Personenzahl, nicht erwartete Teilnehmer. Erfreulich, dass so viele Barockenthusiasten der Einladung des Kämmerers gefolgt sind. Dabei waren besonders der kleine Prinz mit seinem Schwesterchen zum knuddeln. Sie waren beide ganz wunderhübsch herausgeputzt. Mit ihnen begrüßten wir die Mitglieder der Tanzgruppe (um Fam. SCHMIEDEL / TABARA), deren Name noch nicht zum Berichterstatter vorgedrungen ist. Gern begrüßten wir auch die IG Barock 1690, Christoph RULAND und allbekannte Dresdner Flanierfreunde (siehe Fotos).

Auch unsere Freunde vom >>Festungsverein Königstein e. V.<< um Kirk und Elke strömten nun mit in die kühlen Gewölbe der Fürstengruft in der Katholischen Hofkirche. Wir schafften es gerade so, dass dort im Gelass, wo sich Augusts Herzkapsel befindet, alle Platz fanden. Das waren um die 30 Robenträger zzgl. Festungszivilisten. Ja, das waren erfreulich viele Teilnehmer, die unserem Starken August, an seinem Geburtstag, die Ehre erwiesen.

Die Hofsängerin (Regina SCHWABE) legte nun an der Herzkapsel die Blumen, - Königslilien, - der TDB und befreundeter Barockdarsteller nieder. Auch die Radebeuler Barockfreundin Frau SCHMIEDEL legte ein hübsches Gebinde in Form eines Blumenkranzes nieder.

Werner POHLE, diesmal nicht als Kurfürst und Polenkönig zu erkennen, da zivil gewandet, richtete nun, wie alle Jahre zuvor, ein paar Worte an die anwesenden Vertreter unserer heimischen Barockszene. Es waren heuer gewichtige Worte, die wir alle mit an die Helligkeit dieses schönen Frühlingstages nehmen konnten. Und da wir diesen Worten das nötige Gewicht gaben, steuerten wir zum „Sophien- Keller“, um mit dem geplanten gemeinsamen Kaffeetrinken, diesen so erfolgreichen Tag ausklingen zu lassen. Ganz so vollzählig wie beim Beginn unserer Unternehmung waren wir zwar nicht, aber was fehlte, fehlte uns nicht. Tags zuvor fehlte uns ja noch der Glaube an ein sonniges Miteinander, aber St. Petrus hatte ein Einsehen und verschloss am Sonntagmorgen alle Himmelsschleusen.

Tilo wird dort oben schmunzelnd festgestellt haben, dass sein „Schönwetter- Hofstaat“ riesiges Glück mit dem Wetter hatte, sonst hätten sich Augusts Geburtstagsgäste vermutlich in weit geringerer Zahl gezeigt.

Allen, die unserer Einladung in die Hofkirche folgten, auch zu Tilo, und zum gemeinsamen Flanieren, sei herzlich gedankt. Nun folgt am 12. Mai 2020, - übrigens ein Dienstag, - der 350. Geburtstag des Kurfürsten, - was uns auf die Idee bringt, aus diesem Anlass etwas Ausgefallenes zu machen. Wer hat dazu Vorschläge? Text und Fotos: Bernd Schwabe (eingestellt am 14.05.2019)     

      

 



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