Print This Page

Geburtstagsgratulation 2018 für die Cosel

Als Geburtstagsgratulanten auf die Burg Stolpen

Als unfreiwillige Burgherrin kann die Reichsgräfin von Cosel auf den 338ten Geburtstag schauen – wir gedenken dieses Tages

Es war ein wirklich schöner Herbsttag, dieser 17. Oktober anno d. J. d. H. 2018, an dem sich traditionsgemäß die Barockenthusiasten Dresdens in der Burgstadt Stolpen trafen, um der wohl bekanntesten Sächsin (die von Geburt überhaupt keine war), der Reichsgräfin von Cosel, zum heuer 338ten Wiegenfeste zu gratulieren.

Der Markt zeigte an seinen Gehölzen die buntesten Herbstfärbungen, das warme Licht der Herbstsonne vergoldete den Marktplatz Stolpens und das düstere Schwarzgrau des Basalts bekam ein freundlicheres Aussehen, als sich neun unentwegte Barockfreunde Richtung Burg auf den Weg machten…

Seit unserem Feiertagsflanieren (am 3. Oktober) scheint die Teilnehmerzahl auf Neun festgeschrieben zu sein. Dass beim späteren Rückweg zehn Barockleute den Burgberg hinab gingen, war dem Umstand geschuldet, dass einer unserer Freunde den Weg von Senftenberg über Bautzen Zittau und Oppach genommen hatte und uns, schnaufend vom schnellen Aufstieg, gerade noch beim Abschiedskäffchen im Verzehrgarten der Burg erwischt hatte.

Aber mit dieser Schilderung hat der Rezensent arg vorgegriffen. Nach einem Gruppenfoto vor dem Burgtor, wurde uns, an der Kasse vorbei, freies Geleit gewährt und wir nahmen den Weg Richtung Grablage der Gräfin Cosel. Dem überaus schönen Wetter war wohl geschuldet, dass wir auf zahlreiches Publikum trafen, das ebenfalls dem Verbannungsort der Cosel einen Besuch abstattete. Den wenigsten war bewusst, warum wir heute und hier und mit Blumen den Aufstieg zur Burg gemacht haben.

Dankbar für die Aufklärung gesellten sich dann zahlreiche Besucher zu uns, als wir an der Grabtafel mit Blumen und ehrenden Worten der Reichsgräfin gedachten. Der Kurfürst und König (Werner POHLE) hatte erklärende Worte zum Traditionsbesuch auf der Burg und zu der von uns zu ehrenden Person.

Nachdem sich der Kurator der Burganlage Herr GAITZSCH zu uns gesellt hatte, erfuhren wir so einiges zum wahren Leben der Cosel auf der Burg und über die um Gräfin Cosel rankende Legenden. Mittendrin während unseres Gedenkens, konnten wir mit Herrn Bernd KARA auch einen weiteren Burgherren begrüßen.

Als sich die Burgbesucher längst zerstreut hatten, waren wir noch interessierte Zuhörer, - und lernten einige für uns neue Dinge zur Burg und ihrer prominentesten Bewohnerin, -  vom Burgkurator. Doch auch ein Blick in die herbstlich besonnte und so geschichtsträchtige Umgebung ( u.a. Napoleonischer Krieg) Stolpens, ließen wir uns nicht entgehen.

Nach dem wir uns von der Reichsgräfin verabschiedet hatten, meldete sich bei uns der Appetit auf Gaffee und Guchen, der im Verzehrgarten aufs beste gestillt wurde. Das Wetter war regelrecht prädestiniert, um hier unter dem Dach herbstlich gefärbter alter Bäume etwas länger zu verweilen und über so manche erlebte Begebenheit übers Jahr zu plaudern.

Als gerade der letzte Kuchenkrümel vertilgt und der letzte Bockwurstzipfel seinen Weg Richtung Magen genommen hatte, war ein keuchendes Geräusch zu vernehmen, noch ehe uns die Ursache bekannt war. In der Hoffnung, uns noch auf der Burg anzutreffen, kam unser Freund Christoph RUHLAND mit voller Puste und in voller Montur den Burgberg hinaufgejagt… Nun, es war gerade noch Zeit, ihm eine Tasse Heeßen, zum besseren Verdauen seiner Marathon- Tour, zu gönnen, ehe wir dann im Zehnertrupp den Burgberg hinab stiegen.

Resümierenden können wir sagen, dass wir wiederum eine schöne gemeinsame Unternehmung hatten, die uns allen sehr gut gefallen hat. Die Cosel wäre gerührt gewesen, so unvergessen zu sein, - zumindest bei uns vom TDB und unseren Freunden, denen auch Gemeinsamkeit eine Herzensangelegenheit ist. In dem Sinne sollten noch manche gemeinschaftlichen Unternehmungen möglich sein. Text und Foto: Bernd Schwabe (eingestellt am 19. 10. 2018)

       

 



Zurück