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Unser Auftritt bei WIR sind WIR in Weißwasser

Wir waren am 6. Oktober 2018 bei „WIR sind WIR e. V.“ in Weißwasser eingeladen und repräsentierten dort unser Dresdner Barock

Als sich eine Gruppe dieses Integrationsvereins aus Weißwasser im vergangenen Jahr an unserem traditionellen Feiertagsflanieren in Pillnitz beteiligte und sich dabei recht wissbegierig zeigte, sagten wir zu, als der Wunsch geäußert wurde, in deren Heimatstadt Weißwasser einmal einen Workshop zum Thema Barock zu halten.

Wir meinten, dass dabei besonders die erwachsenen Vereinsmitglieder von „WIR sind WIR“ Interesse an einer Weiterbildung hätten. Es sollte sich aber herausstellen, dass wir Kindern und Jugendlichen das Barock, - so wie wir es verstehen und leben, nahe bringen sollten. Das freute uns, weil erfahrungsgemäß gerade das junge Publikum viel Interesse zeigt. Hier in Weißwasser war das jedenfalls so.

Sprachbarrieren gab es dabei nicht. Außer einem Geschwisterpaar, was erst vor kurzer Zeit aus Russland kommend hier eine neue Heimat gefunden hat, sprachen die Kids und Jugendlichen alle ein einwandfreies Deutsch. Die uns betreuenden Damen hatten da schon etwas mehr Mühe, - aber was hätten wir daran zu bemängeln, - wir mit unseren „guten“ Russischkenntnissen nach fünfjährigem Unterricht?

Nach flotter Fahrt (Elke reiste mit uns mit) und dem Eintreffen von Silvia, gab es zunächst eine längere Wartezeit vor verschlossener Tür des Vereinsheimes. Das lag wohl an Kommunikationsschwierigkeiten der Weißwasserinnen und dem (uns unverständlichen) Fernbleiben unserer Vereinsfreundin aus dem benachbarten Muskau, die seitens des Vereins in Weißwasser, alle Fäden in der Hand haben sollte. Wir sahen sie an dem Tag nicht.

Die Wartezeit trieb uns keine Tränen in die Augen, aber ansonsten schon an anderer Stelle. Wie waren wir froh, von den eingetroffenen Vereinsfreundinnen das „Dobro pojalowat“ zu hören und nun offene Türen einrennen zu könnten.

Sehr erleichtert nahmen wir an der, extra für uns hergerichteten Frühstückstafel Platz. Kuchen und russische Wurstspezialitäten tilgten unseren zweiten Frühstücksappetit.

Nach dieser Stärkung stiegen wir in unsere Roben, - Silvia passender weise in das Outfit einer Magd. Sie hatte einen Part in dieser Veranstaltung, wo auch Küchenarbeiten angefallen sind.

Da wir zunächst ziemlich einsam blieben, trafen dann doch mit der Zeit zahlreiche Teilnehmer am Workshop ein. Widererwarten tauten die Knirpse schnell auf, die jungen Damen auch, aber etwas verhaltener.

Nachdem unsere Barockgewandungen hinreichend bestaunt wurden, rief die Magd zur Bastelstunde auf, was von allen Teilnehmern wahrgenommen wurde. Hier sollte ich wohl eher Teilnehmerinnen sagen, denn der Verein „WIR sind WIR“ scheint ausschließlich feminin zu sein!

Jedenfalls waren die jungen Leute mit Feuereifer bei der Sache und zauberten Papiergebilde, wie sie auch schon in der Barockzeit gefertigt wurden (Tischschmuck).

Der Eifer war noch größer, als Magd Silvia zur Küchenarbeit rief. Es galt „Apfelmus a.- la. Baroque“ zu fertigen. Gemeinsames Apfelschälen, - Schnippeln - und Passieren wurde von den Lütten begeistert in Angriff genommen. Gewürzt und mit vielen Mandelsplittern versehen, kam das ganze aufs Backblech und in den Ofen. Alles begleitet von viel Anteil nehmender Freude der Kinder. Als dann verkostet wurde, war das Hallo noch größer und auch die Hofschranzen waren vom Geschmack dieses Gebackenen Apfelmuses begeistert.

Bleibt nachzutragen, dass dem Adel auch das Mittagsgericht unserer Gastgeber, „Kartoffelpüree mit russischem Goulasch“, - eingenommen mit ihnen, - sehr gemundet hat.

Die größeren Mädchen wagten erste barocke Tanzschritte und lieferten einen ganz guten Contratanz ab. Beim Gassentanz hatten sie etwas mehr Mühe, obwohl wir meinen, dass der viel einfacher zu tanzen ist. Letztendlich legten wir gemeinsam eine einigermaßen gute Sohle aufs Parkett.

Inzwischen waren unsere Freundinnen Heidrun und Martina, - kutschiert von Günther, eingetroffen, womit der Adel seine Präsenz festigen konnte. Auch unsere beiden Weißwasserinnen waren nun barock gewandet und bezeugten augenscheinlich, dass der Qualitätssprung in Sachen Barockgarderobe, - seit unserem gemeinsamen Flanieren im Oktober 2017, - sehr groß ist. Die Gewandungen waren selbst genäht und gefielen uns auch sehr gut.

 

Aber was war dagegen der Jubel der Kids, als sie von unserer Gewandmeisterin Heidrun in kleine Baronessen, Gräfinnen und Prinzessinnen verwandelt wurden?

Waren im Klub bisher Mädchen, waren diese nun in kleine Damen verwandelt. Wie lange bewährte Profis gaben sie sich und schlugen unsere Hofsängerin bei mancher Runde der barocken Kartenspiele. Letztere hatte schnell eine kleine Freundin gefunden, die sie gar nicht wieder loslassen wollte und ihr das Versprechen abgerungen hat, wiederzukommen…

So war das Abschiedslied der Hofsängerin und Magd kein Abschied für alle Zeiten, sondern ein Versprechen wieder zu kommen zum gastfreundlichen deutsch - russischen Verein, - wenn wir gerufen werden.

Unsere Gastgeber waren sichtlich davon angetan, was wir ihnen in Sachen unseres (gemeinsamen) Hobbys geboten haben. Daher und betreffs der überaus herzlichen und gastfreundlichen Aufnahme, fiel uns allen der Abschied schwer. Vielleicht können wir unsere Freundinnen von „WIR sind WIR“ auch wieder einmal bei einem unserer Flaniergänge oder anderer Gelegenheit begrüßen. Schön wäre es.

Neben einem herzlichen Dankeschön an unsere Gastgeberinnen und unsere aufmerksamen Barockelevinnen, möchte ich nicht verabsäumen, unseren Mädels für ihre Beiträge zu danken. Rundum ist durch ihren Einsatz eine rundum gelungene Sache herausgekommen, zu der wir uns selbst gratulieren können. Text und Fotos: Bernd Schwabe (eingestellt am 08. 10. 2018)   

      

 

 

 



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