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Feiertagsflanieren am 3.10.2018

Feiertagsflanieren mit etwas Sonne und etwas Regen

 Mittwoch der 3. Oktober 6:00 Uhr: Ein Blick aus dem Fenster um festzustellen, dass das Wetter so trüb war, wie sich unser Blick auf diesen Waschkessel trübte. Dennoch stand fest, wir werden am geplanten Feiertagsflanieren zum Tag der Deutschen Einheit festhalten. Schon während wir unsere Gewandungen anlegten, zeigte sich der Himmel schon weniger trübe und bei unserer Ankunft in Pillnitz zeigte sich sogar schon die Sonne. Zaghaft nur, aber immerhin Hoffnung machend, dass wir nicht alleine bleiben würden.

Immerhin begaben sich dann, - ziemlich pünktlich gegen 11:00 Uhr, neun Barockenthusiasten in Richtung Kassenhäuschen an der Maillebahn. Wir waren über diese Verstärkung sehr froh, denn es war schon beinahe zu erwarten, dass, so wie in den beiden Vorjahren, sich die Himmelsschleusen mit voller Wucht öffnen würden, was nicht unbedingt werbend für unseren Flaniergang sein konnte.

Vorweg gesagt, ein paar Tröpfchen trafen uns auf unserem Weg, aber das sorgte nicht für Abbruch. Artig, wie die Wetterprognose des Wetterdienstes es im Internet verkündete, begann es gegen 14:00 Uhr wirklich zu regnen an. Aber da waren wir schon auf dem Weg zum Parkplatz und das bei (fast) trockenem Fuß.

Nun aber zum Verlauf unseres Flanierens, was wir traditionell seit einigen Jahren im Veranstaltungsprogramm stehen haben, - und dem sich unsere Freunde der Dresdner Barockszene gern anschließen. Und die hier und heute ihre Schritte durch den Schlosspark lenkten, sind die Harten und Unverwüstlichen.

Kastanien und das Laub der Bäume, in reichlicher Menge verstreut, zeigten uns an, dass nun der Herbst wirklich Einzug gehalten hat. Den ersten Stopp gab es am Kassenhäuschen, was m. E. wenig erfreulich war, - aber wir sind ja gar nicht so, - und finanzieren gern die teuren Bitterorangebäumchen des Zwingers mit.

Wenn man bedenkt, wie wenig optimistisch sich das Feiertagswetter angelassen hatte, waren doch recht viele Besucher im Park. Sicher staunten diese ebenso wie wir und waren erfreut, wie wunderschön die Ornamentrabatten bepflanzt sind und sich gut gepflegt präsentieren…  Erfreut war das Publikum auch über unseren Auftritt. Wir hatten viele Fragen zum WARUM und VON WEM unseres Tuns zu beantworten. Die trotzdem respektvoll gewahrte Distanz, hat uns sehr gut gefallen. Nicht so, wie z. B. im Zwinger, wo man uns manchmal, laut spektakelnd und schupsend, fast auf den Buckel springt.

Die Momente, während sich in selbigem die Sonne zwischen den Wolken zeigte, zauberten ein wunderbar warmes Licht auf die Gebäude des Schlossensembles, die Rabattenblumen und das herbstliche Laub der Bäume. Für den Fotografen eine Freude und ein Muss. Auch die Tritonengondel unseres Kurfürsten August des Starken verlockte zu einem Fotografieraufenthalt.

Nach einem Abstecher zur Orangerie und zum Palmenhaus, zog es uns an einen weiteren gastlichen Ort und die Bedienung der Schlossschänke hatte kein Problem uns einen Tisch zusammenzustellen, an dem wir alle gemeinsam Platz fanden. Zwar hatten die Preise nicht unbedingt etwas mit denen anderer Gartenlokale gleich, aber gemundet hat es uns allen. Das Bedienungspersonal war freundlich und aufmerksam um uns bemüht. So gelangten wir alle zu einem Festtagsmahl, - dem Tag der Deutschen Einheit würdig.

Da wir nun mal das kostenpflichtige Areal des Schlossparks verlassen hatten, führte uns unser Weg durch den Fliedergarten (mit seiner botanischen Besonderheit, - den gedrehten Stämmen der Fliederbäume) zur Freitreppe am Wasserpalais. Hier war unseres Bleibens nicht, denn der Wind, der uns von der Elbe her die Hutfedern und Perücken zauste, war ziemlich heftig. Ihm war zuzuschreiben, dass wir nicht in den Park zurückkehrten, sondern an der Schlossmauer entlang, über die Maillebahn zum Parkplatz hasteten. Ganz ohne Regen ging es auch heuer, - bei unserem dritten Anlauf, - nicht ab, aber wir konnten uns (fast) trocken in unsere Chaisen retten.

Schon am Künstlerhaus in Loschwitz hatte uns die Sonne wieder, - und verließ uns bis zum Anlangen zu Hause nicht mehr.

Ich danke unseren TDBern Annerose, Elke, Regina und Siegmar, sowie unseren Freunden Simone, Christoph, Wolfgang und dessen Freundin, dass sie unserer Flaniergesellschaft Farbe und Substanz gegeben haben.

Also dann bis zum Nationalfeiertag 2019, - wenn dieser 3. Oktober dann ganz im vollen Glanz der Herbstsonne erstrahlt, - ohne auch nur einen einzigen Regentropfen, - und wodurch dann auch die Schönwetter- Flanierer den Weg nach Pillnitz finden werden.

Das meint Euer Schreiberling Bernd Schwabe, der auch wieder der Lichtmalerei frönte. (eingestellt am 04. 10. 2018)     

  



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