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Freunde zu Besuch in Dresden am 3. bis 4.10.2008

 

Nieselig und grau, dazu noch kalt, so zeigte sich der Oktober an seinem Anfang. Der Goldene Herbst hatte allerhand trübe Patina angesetzt und laut Wetterbericht hatte das Wochenende um den Nationalfeiertag nicht mit freundlichem Wetter zu rechnen. Wir hatten uns, für den Besuch unserer Freunde aus Blankenburg im Harz, schönstes Sonnenwetter ausgebeten, aber offenbar erhörte uns Petrus nicht. Noch am Mittwochabend stellte uns stürmischer Wind hart auf die Probe, der letztendlich, nach mehreren Sicherungsmaßnahmen, auch unser „Partyzelt" trotzte. Nun konnten unsere Gäste kommen, ein Dach über den Kopf hatten sie. Im Laufe des Donnerstag trafen unsere Freunde dann auch ein und..., sie brachten bestes Sonnenwetter und damit das Gold für den Herbst mit. Leider kamen nur Freunde, ohne „Innen", denn trotz ausdauernden Bemühens war für die hochedlen Damen in Dresden und Umgebung kein Quartier zu machen. Leider schlug es auch in unsere Reihen Lücken, da unsere hochedle Gräfin von Friesen (Christine JAHN) akut erkrankte und ins Krankenhaus eingeliefert wurde. (Gute Besserung nach Borna) So wurde die edle Weiblichkeit des Dresdner Hofes und der Adelsgesellschaft aus dem Harz, lediglich durch die dhl. Gräfin von Königsmarck (Silvia SCHUSTER) und die Hofsängerin Baronesse de Moretti (Regina SCHWABE) vertreten. Es bleibt zu erraten, wer trotzdem das Sagen hatte!?!
Auf Wunsch besuchten wir am Donnerstag Schloss und Park zu Pillnitz. Dort noch in Zivil, war es uns möglich, ohne Anhang (von fotografierenden Japanern und Altbundis) uns die Schönheit des Parks und der „chinoies" gestalteten Schlossgebäude unabgelenkt zu Gemüte zu ziehen. Besonders das Wasserpalais mit seiner großen Freitreppe zur Elbe hin, die Wasserstandsmarken der Jahrhundertflut von 2002 („Solche Wassermassen kann man sich nicht vorstellen...!"), und der Park mit vielen dendrologischen Besonderheiten, wie der uralten Kamelie (ein Besuchermagnet nicht nur zur Blütezeit), beeindruckte unsere Freunde aus dem „Preußischen". Zurück im Sommersitz derer „von Schwabe zu Nau", war nun auch die Nachhut aus dem Harz eingetroffen und so konnte der Abend gesellig und mit viel Lachen, Austausch von Begebenheiten der Events des Jahres, schöngeistigen Getränken und Gegrilltem, diesem Tag einen schönen Abschluss geben. Der Feiertagsmorgen begann mit dem Frühstück und der Kurfürst und König (Tilo MEIßNER), nebst seinem hohen Gast dem Generalquartiermeister von Preußen (Wilfried FOCKE), hatten nichts an der Konsistenz des Inneren der Frühstückseier auszusetzen und so begann dieser Tag auch für den „Eiergrafen" mit bester Laune. Allerdings wunderte dieser sich sehr, dass sich der Generalquartiermeister während seines Besuchs überwiegend vegetarisch („") ernährte, was ihm wohl sonst von seiner Dame nicht gelitten wird(!) Aber was soll's, Grünzeug findet sich im Garten SCHWABE genügend.
Gestärkt ging es mit unseren hochedlen Gästen aus Preußen in die nahe Residenz, wo wir uns dem sehr (sehr) zahlreich versammelten Volke zeigten und nur sehr schleppend vom Flecke kamen. Im Zwinger war Hochbetrieb und das Bedürfnis, sich mit diesen Robenträgern ablichten zu lassen, war ebenfalls sehr groß. Der Kurfürst (Tilo MEIßNER) hatte viel zu erklären, zumal unter unseren Gästen auch Dresdenneulinge waren. Erfreut waren wir alle, das frisch restaurierte Nymphenbad (eine barocke Wasserfall- und Fontänenanlage) wiedereröffnet vorzufinden. Über den Theaterplatz, am Reiterstandbild König Johanns vorbei, flanierten wir zur Brühlchen Terrasse, wo uns das Vorwärtskommen durch die Touristen wiederum erschwert wurde (was aber sehr befriedigend ist!) und wo Tilo wieder viel zu erklären hatte. Besonders der Grenadier Andreas war ganz Auge und Ohr, war er doch bisher kaum über die Landesgrenzen Preußens heraus gekommen. Besonders die Mär vom Daumenabdruck des Starken August interessierte unseren jungen Freund sehr. Bevor es über den "Hasenberg" zum Neumarkt ging, statteten wir der >>Dresdener Unterwelt<< noch einen Besuch ab. Unter dem „Balkon Europas" liegen die Kasematten der ehemaligen Festungsanlage Dresdens. Als diese wegen der neuen Waffentechniken ihren Zweck nicht mehr erfüllten, wurden sie aufgefüllt und wir können heute auf ihrem Rücken lustwandeln. Mittlerweile zwickte der Appetit und Durst in den Eingeweiden der Adelsleute und so wanden sich diese zum >>Pulverturm<< zu. Hier wart schnell Platz für Augustus Rex und sein Gefolge gemacht und bald konnte ungezügelt einem opulenten Mahl zugesprochen werden. Das gute Schwarzbier mundete, - besonders der Hofsängerin lief der edle Gerstensaft, aus großem Trinkgefässe, in die durstige Nachtigallenkehle, womit sie ihrem Landesherrn wohl bestes Paroli bieten konnte. Danach ging es zum Neumarkt und in die Frauenkirche, wo uns aus junger Kehle der Zuruf erfreute: „Mutti gucke mal, dass sind doch die, die bei uns im Pfadfinderlager waren". Am Fürstenzug entlang wandelnd, konnte uns Tilo viel zu den Persönlichkeiten der Wettinerschen Herrscherfamilie erklären. Den ganzen Tag auf den Beinen zog es uns dann doch mit (königlicher) Macht in unser „Lager" zurück. Hier erwarteten uns die bekannten „Steaks a.- la. Asiatika" ,Grünzeug für den Generalquartiermeister (als Gebirgskräuter in Flaschen abgefüllt) und viel Spaß und gute Laune. Nach kühler Nacht, das Dahlienkraut war angefroren, die harten Preußen in ihren Zelten gottlob nicht, ging es, gut gefrühstückt, die Elbe abwärts nach Meißen. Noch vom Vortag gezeichnet, schniefte eine luftarme Adelsgesellschaft den Burgberg hinauf um die Albrechtsburg und den Dom in Augenschein zu nehmen. Der Besuch dieser markanten sächsischen Touristenmagnete ist immer wieder lohnenswert und so waren auch unsere Freunde aus Blankenburg: Wilfried, Helge, Marcel und Andreas sehr beeindruckt. In der Gewissheit bei guten Freunden zu Gast gewesen zu sein, viel gesehen und erlebt zu haben, verabschiedeten sie sich von uns und wir alle wünschten uns ein baldiges Wiedersehen. Der sächsische Rest begab sich nun gen Heimat und nach kurzer Verschnaufpause wurden alle Spuren barocker Festlichkeiten beseitigt. Mit diesem gemeinsamen Wochenende hat für uns TDB'er das Veranstaltungsjahr 2008 wohl einen gelungenen Abschluss erhalten. Zum Jahresabschluss werden wir uns gern unserer Teilnahme an den verschiedensten Events erinnern. Text und Fotos: Bernd Schwabe

 




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