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Rokokofestspiele Ansbach 2018

Ein besonderes Erlebnis

>>>Rokokofest des Markgrafen von Ansbach vom 29. 06. – 01.07. 2018 – Wir waren dabei<<<

Bei jedem unserer eigenen sechs Lustlager, hatten wir Gäste aus der fränkischen Residenz Ansbach und jedes Mal erfolgte von ihnen eine Einladung zum dortigen Rokokofest. Leider waren unsere Terminkalender stets knüppelvoll, was bisher unseren Gegenbesuch verhinderte. Nun aber wollten wir dem Ruf von Christiane und Stefan folgen und Ansbach stand nun rot unterstrichen bei den dringlichen Terminen.

Am Freitag, den 29. Juni machten wir uns nun auf den Weg, - einen Abstecher in die Fränkische Schweiz und den köstlichen geräucherten Forellen in Pottenstein inklusive. Mit an Bord hatten wir (Regina und Bernd) unsere Freundin Renate, während Silvia und Frank unseren Rudi in Leipzig zugeladen hatten. Während wir schon mit den Gräten kämpften, avisierten sie per Handy ihr Kommen und ihr momentanes Verweilen im Stau. Aber dieser hatte auch mal ein Ende, so wie zwei Flossenträger es vor dem Räucherofen hatten. Überraschenderweise tauchten dann dort auch noch Annerose und Siegmar, - unabgesprochen, auf und taten sich ebenfalls an Forellen gütlich. Außer Heidrun und Günther, waren wir nun alle hier versammelt und starteten im Schlepptau von Frank (auf etwas verschlungenen Wegen) Richtung unseres Quartiers.

Als wir unsere Wochenend- Bleibe in Oberdombach erreichten, waren unsere beiden Ebersbacher, - man sollte es nicht glauben, schon vor Ort. Sie hatten von ihrem Zimmer schon Besitz ergriffen und waren des Lobes voll. Als wir ebenfalls all unser Gepäck verstaut und ein Probeliegen veranstaltet hatten, war unsere Meinung vom Quartier ebenso positiv.

Zur Ruhe gekommen und, nachdem wir uns ein opulentes Abendessen (mit Aufschnitt vom Leipziger Handwerksfleischer) gegönnt hatten, hieß es nun, langsam in die Ballroben zu steigen, denn in den markgräflichen Gärten wartete ein Maskenfest auf unsere Teilnahme. Dazu trafen wir uns am Vereinshaus unseres gastgebenden Heimatvereins und strebten dann gemeinsam zum Ort des Vergnügens.

Herausgeputzt, - auch mit Orangebäumchen, aber diese in Form geschnitten ohne störende Halteseile, präsentierten sich des Markgrafen Gärten in voller Pracht und Lust. Wir empfanden die lockere Atmosphäre und das freundliche Bekannt machen mit den anderen Darstellern, als sehr angenehm und daher fühlten wir uns hier gleich sehr wohl.

Uns begegneten Kostümierte als Harlekine, Feen, Bacchanten, Sagen- und Märchengestalten und jede Menge Masken, hinter denen die unsrigen, - selbst gebastelt oder dankenswerterweise von unserer Freundin Gabi aus Magdeburg ausgeliehen, sich nicht verstecken mussten. Trotz Verkleidung und Maskerate konnte uns unsere liebe Freundin Anneliese nicht unerkannt entwichen. Beiderseits haben wir uns über diese Begegnung gefreut. Auch Simone konnten wir herzen.

Wir flanierten durch den Park und hatten noch manch nette Begegnung mit Darstellerfreunden und den zahlreich erschienenen Ansbachern, ehe wir uns in den Kreis der Tänzer einfügten und in die Nacht hineintanzten. In der späten Elften Stunde wurde der Eröffnungstag des Festes noch mit einem barocken Feuerwerk gekrönt.

Während einige von uns, - recht fußlahm, auf die abholenden Chaisen warteten, hatten wir so nette Konversationen mit Ansbachern, wie wir es selten erleben.

Müde und matt, wie wir nun waren, gab es im Quartier noch ein paar Betthüpferl und gen nächsten Tag ging es in die Federn.

Der Samstag begann mit einem fürstlichen Frühstück und setzte sich mit einem Stadtbummel durch das schöne Ansbach fort. Wir sahen viele schön renovierte alte Patrizierhäuser und Kirchen und dann im Park vier unserer tanzenden Freundinnen, die uns mit barocken Schritten erfreuten.

Danach ging es zurück ins Quartier und in eine Ruhepause. Auch der Genuss von Schäuferla und köstlichem Fränkischen Schweinsbraten muss hier lobend erwähnt werden.

Den ollen Cämmerer und den Herzog Philipp hatte es ein wenig ausgeschert, sodass sie in Obhut ihrer Pflegerin Regina das Quartier mit Wissensquiz und anderen Spielen ausfüllten.

Die etwas flotteren Hofschranzen begaben sich in den frühen Abendstunden wiederum zur Orangerie, wo, auch mit ihrer (tanzenden) Mithilfe, eine historische Hochzeit nachgestellt wurde, abschließend wieder mit Feuerwerk. Unsere teilnehmenden TDBer waren begeistert und hatten nach ihrer Rückkunft allerhand zu berichten. Das sorgte dafür, dass die Nacht recht kurz wurde.

Der Sonntag zeigte sich ebenso sommerlich schön und heiß und wir zeigten erneut unsere Roben, in denen wir mit den vielen anderen Barock- und Rokokoleuten in den Tag tanzten, flanierten und uns an den vielen sehenswerten Programmpunkten ergötzten…

Dieser Sonntag, der TAG DER FRANKEN, war, wie man uns sagte, dafür verantwortlich, dass es besonders viele sehens- und hörenswerte Programmhöhepunkte DIESES Rokokofestes 2018 gab.

Wir begaben uns zunächst in die Weiten des Hofgartens, wo wir den Einzug des Markgrafen Carl Wilhelm Friedrich erwarteten. Sehr, sehr salopp kam der Fürst daher gefahren, - in Weste und mit Strohhut. Wir gafften da die Dresdner Hofleute, die bei ähnlichen Aufzügen in Dresden, andere Pracht an ihrem Kurfürsten Friedrich August I. und dessen Gefolge bewundern können.

Aber was nun folgte, stimmte versöhnlich. Die Damen und Herren der Markgräflichen Hofkavallerie zeigten erlesene Reitkunst auf ihren edlen Rössern.

Danach präsentierte man dem Publikum etwas, was dem Markgrafen besondere Freunde bereitet, - die Jagd. Eine nachgestellte Parforcejagd, mit einer laut bellenden Meute Beagles, sorgte für reges Treiben im markgräflichen Park. Wir waren ebenso begeistert, wie es Carl Wilhelm Friedrich und seine Markgräfin Friderike Louise, zu ihrer Zeit gewesen sein mögen.

Am Rande dieser Darbietung hatten wir noch ein Erlebnis, was besonders unsere Hofsängerin Regina und deren Zweitstimme Silvia erfreut hat. Die Jagdhornbläsergruppe intonierte (probeweise) den „Jäger aus Kurpfalz, worauf unsere beiden Sängerinnen ihre Liedversion anstimmten, was die Damen und Herren der Bläsergruppe sehr erfreute und mit Lob nicht sparen lies. Man stimmte das ganze noch mal gemeinsam an… Das sind so die Momente, wobei wir viel Spaß und Freude empfinden.

Im Park erlebten wir weitere >>Fürstliche Gartenlust<< , wobei uns besonders die Darbietungen der Folktänzer aus dem Baskenland und der Militärs des Heimatvereines begeisterten.

Im Barockparterre erlebten wir den Einzug des Hofstaates, bei dem wir als Gäste der sächsischen Residenz dabei waren und mittanzten. Es war einfach herrlich und einhellig die Meinung aller teilnehmenden TDBer, dass wir selten ein so schönes Event besucht haben. Auch das Eis im Orangerie- Restaurant war köstlich (hatten mit Rudi einen Kenner dabei).

Nach dem Ausmarsch der Akteure waren auch wir recht geschafft und suchten im Schatten der Parkbäume etwas erholsame Ruhe. Danach ging es in die Stadt, wo wir uns vor der Festhalle von der Sonne schmoren ließen. Wie waren wir froh, als uns unsere Freunde vom Heimatverein in die Kühle des Bankettsaales baten. Hier erwartete uns ein köstliches Abendbuffet, - ein Höhepunkt dieses Tages, sicher, aber für den krönenden Höhepunkt sorgten die Freunde vom Heimatverein durch ihre freudige Spontaneität und Begeisterungsfähigkeit.

Als wir uns nämlich zum Aufbruch rüsteten, hatte unsere Hofsängerin die Idee eines Abschiedliedes, als Dank für die erwiesene Gastfreundlichkeit. Das von ihr und Silvia dargebotene Abschiedslied, - und auch die Zugabe, erzeugten so einen regelrecht tosenden Beifall, mit stehendem Ablauts, wie es weder unsere Interpretinnen noch wir als Zuhörer je erlebt haben.

Da konnte es, nach diesen so schönen erlebnisreichen Tagen, feuchte Augen geben… Wir freuen uns, bei so einer duften Truppe zugast gewesen zu sein und kommen bestimmt gern mal wieder.

Am Montagmorgen ging es, nach letztem gemeinsamem Frühstück, wieder gen Heimat, denn einige von uns mussten noch zur Arbeit. Aber alle bekräftigten nochmals, dass wir soeben eines der schönsten Events erleben durften, was wir als TDB besuchten. Danke an alle Beteiligten des Veranstalters, die Freunde vom Heimatverein und an unsere teilnehmenden TDBer. Es war ein Fest!!! Fotos Bernd Schwabe/Frak Weise - Text: Bernd Schwabe (eingestellt am 01.08.2018 )

        



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