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Im Museum der Sorben in Bautzen am 02.04.2018

Der Sorbenleuthe Brauch sey Uns zur Freud und Wissen

Vereinsausflug am Ostermontag zum Sorbischen Museum Bautzen

Unsere Vereinsfreundin Carola GEPPERT,- selbst Sorbin, hatte uns darauf aufmerksam gemacht, dass im Salzhaus, auf der Ortenburg, derzeit eine Ausstellung über den legendären KRABBAT läuft.

Und da uns diese Figur seit langem interessiert, wurde vereinbart, dass wir uns am Ostermontag, den 2. April, an historischem Ort in Bautzen treffen wollen. Alle zehn Teilnehmer (incl. Gäste) waren rechtzeitig auf dem Burghof versammelt, - davon sechs Teilnehmer in barocker Gewandung.

Wir wurden von der netten jungen Museumsmitarbeiterin herzlich begrüßt und zu einer Führung durch das Museum eingeladen, welches die Kunst, Kultur und das Brauchtum ihres Volkes vorstellt. Mit 23000 inventarisierten Positionen kann das >>Serbski muzej << aufwarten, um uns Besuchern das Leben der kleinsten slawischen Völkerschaft Europas nahe zu bringen.

Natürlich interessierten uns besonders die Trachten, deren Farben- und Formenvielfalt das Besondere an den Obersorben, - in deren Hauptverbreitungsgebiet,- der Oberlausitz wir uns gerade befinden, und den Niedersorben der Niederlausitz, ist.

Hier im Siedlungsgebiet der Oberlausitz sind die Sorben überwiegend katholisch, während die Wenden der Niederlausitz meist evangelischen Bekenntnisses sind. Dieser Glaubensunterschied wird auch in den Trachten zum Ausdruck gebracht. In Glasvitrinen konnten wir diese Gewänder betrachten. Da gibt es Alltagstrachten, Festtrachten, Trachten der kleinen Mädchen, solche der unverheirateten- und verheirateten Frauen, Trachten der Witwen, Hochzeitstrachten und auch die Anzüge der Hochzeitsbitter. Ausgenommen diese Spezies, ist das sorbische Mannsvolk eher einfach und mehr oder weniger schmucklos gekleidet. Auf den Kopf tragen sie, je nach Gegend und Anlass, Dreispitz, Rundmütze oder Zylinder.

Ob der Fülle von Informationen, die uns so nett und wissensreich gegeben wurden, empfiehlt sich, dieses Sorben- Museum nochmals zu besuchen, denn mit einem Male kann man diese vielen Details aus Leben und Kultur unserer sorbischen Mitbürger nicht erfassen.

Aber unsere Gästeführerin, - manchmal von ihrer Landsmännin Carola GEPPERT ergänzt, verabsäumte auch nicht, uns mit berühmten Persönlichkeiten ihres Volkes aus Kunst, Kultur, Brauchtum und Politik bekannt zu machen. Auf dem Wege zu diesen, kamen wir in einen Saal, in dem uns, hoch zu Ross, DIE Persönlichkeit des Sorben- Landes, der unserer eigentlicher Besuch auf der Ortenburg galt, begrüßte, KRABBAT die Sagengestalt und der wirklich existent gewesene kroatische Söldner und Hofmann.

Hier wurde ihm zu Füßen (oder besser zu Reitsporen) ein Gruppenfoto gemacht und im Festsaal machten Regina und Silvia eine Akustikprobe, die unsere junge Sorbin und das dazugekommene Publikum sehr erfreute.

Ostern im Sorbenland und nicht dort gewesen, wo so liebevoll und künstlerisch Eier zu Ostereiern werden, hieße, nicht da gewesen zu sein. Also wurden wir auch zu den Kunsthandwerkern geführt, die diese Kunst noch beherrschen und mit Leben erfüllen und hier im Museum dem Publikum nahe bringen. Wir hatten angenehme Gespräche mit den Volkskünstlern und erfuhren u. a.,- auf den Leib geschnitten, - den Unterschied zwischen katholischer und evangelischer Tracht. Letztere wurde extra für den Lichtmaler angelegt. Es gibt im überwiegend katholischen Bautzen eine kleine evangelische Sorben- Gemeinde.  

Als wir uns von unserer freundlichen sorbischen Gästeführerin verabschiedeten, hatten wir in diesem >>Haus der Sorben<< so viel Wissenswertes erfahren und gesehen, dass das Urteil kein anderes sein konnte, als dass wir einen sehr schönen letzten Osterfeiertag hatten, - auferstanden aus unserem Alltagsleben in die geschmückte Welt der Sorben und Wenden. Es gibt auf der Welt nur drei Museen der Sorben (eines sogar in den USA), - das in Bautzen gelegene liegt uns nahe und wir sind überzeugt, dass wir wiederkommen werden.

Ehe es heimwärts ging, besuchten wir noch ein Restaurant zum Mittagessen, um danach noch einen kleinen Verdauungs- Rundgang durch das >1000jährige Bautzen zu unternehmen. Von dem Vielen, was wir hier hätten erkunden können, konnte nur wenig gesehen werden. Auch ein Grund wiederzukommen.

Bozemje – Dzakuju so ! 

Text und Fotos: Bernd Schwabe (eingestellt am 04.04.2018)



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