Print This Page

Beim Freischütz in Rathen

Gemeinsames Gruseln in der Wolfsschlucht:

Einlösung eines Geburtstagsgeschenks – Webers „Freischütz“ in der Felsenbühne Rathen am Samstag, den 12. August 2017

Wie schön, wenn sich Wünsche erfüllen. Für unsere Freundin Heidrun TENNERT hat sich der Geburtstagswunsch erfüllt, einer Vorstellung von Carl Maria von Webers „Der Freischütz“ in der Felsenbühne Rathen, - der schönsten Naturbühne Europas, zu erleben. Ihre VereinsfreundInnen haben ihr den Wunsch erfüllt.

Dazu machte sich ein Teil der weiblichen Vereinsmitglieder auf den Weg in die Sächsische Schweiz, - verstärkt durch ein paar Mannsen. Eigentlich sollte es ja eine „Weiberpartie“ werden, aber wie das (leider) bei uns im Verein so ist, gibt es immer wieder kurzfristige Absagen, sodass die Truppe maskulin verstärkt werden musste, um die Karten nicht verfallen zu lassen. Das wäre wohl sehr schade gewesen, denn die Aufführung war sehens- und mit Einschränkung – auch hörenswert. 

Zunächst trafen wir uns im Rathener Lokal „Zum Elbblick“, wo uns die Wirtin 10 Plätze reserviert hatte. Das klappte auch alles, - selbst die Hauptperson Heidrun war mit ihrem Günther im Schlepptau überpünktlich 16:00 Uhr zum Abendschmaus anwesend.

Was Küche und Getränkekeller hergab, war sehr gut und so konnten wir uns gestärkt auf den Weg zur Felsenbühne machen. Der Anstieg durch den Wehlgrund in die romantische Felslandschaft unterhalb der Wehltürme ist schon etwas schweißtreibend, aber letztendlich erwartet die Wanderer ein einmaliges Bild, - besonders bei der Aufführung des „Freischütz“, was alle Mühen vergessen lässt (Einmalig die natürliche Kulisse im Sächsischen Fels).

Unsere kleine Gruppe war frühzeitig da und hatte genügend Zeit, sich durch das Lesen des Programmheftes mit dem Stoff der ersten deutschen Oper bekannt zu machen:

Das Lebensglück des Jägerburschen Max hängt von einem einzigen Probeschuss ab. Nur wenn ihm dieser perfekt gelingt, kann er seine geliebte Agathe zur Frau bekommen und Erbförster werden! Da Max als guter Schütze in der letzten Zeit jedoch nichts mehr trifft, fühlt er sich von finsteren Mächten umgarnt. Um den Teufelskreis aus Angst und Versagen zu durchbrechen, lässt er sich schließlich überreden, Hilfe anzunehmen – und zwar ausgerechnet von Kaspar, der mit dem schwarzen Jäger Samiel im Bunde steht und Max rät, in der Wolfsschlucht Freikugeln zu gießen, die immer treffen. Die stimmungsgeladene Oper, die sich musikalisch zwischen Himmel und Hölle bewegt, zwischen Brautkrone und Totenkranz, zwischen volkstümlicher Fröhlichkeit und finsterer Dämonie, ist in einer opulenten Inszenierung der Landesbühnen Sachsen dort zu erleben, wo das Werk von Carl Maria von Weber einst komponiert wurde, in der wildromantischen Wald- und Felslandschaft vor den Toren Dresdens.“ (Text Landesbühne)

Wer darüber hinaus den Blick in die Runde frei machte, konnte allerhand Prominenz aus Politik und der Theaterszene ausmachen. Es gab dann auch vom Veranstalter Grund, dass sich der erste Takt zur Ouvertüre etwas verzögerte. Ein Grund, der vom Publikum mit einigem Beifall bedacht wurde. Ein Macher der Landesbühne wurde in den verdienten Ruhestand entlassen.

Aber für die Akteure, - Sänger und Chor des Radebeuler Hauses und Musiker der Elbland- Philharmonie, - ging es nun erst richtig los. Die Größe dieser Oper hatte hier den allerbesten Rahmen, - Bühnenbild (aus Fels gehauen), Pyrotechnik und der Gesang der Solisten und des Chores trugen bestens dazu bei, auch wenn auf unseren Plätzen (die wahrlich nicht in der hintersten Reihe lagen) der gesungene Text nur schwerlich zu verstehen war. Aber wie gesagt, wir hatten uns ja über die Handlung kundig gemacht.

Wenn aus den guten Leistungen aller Akteure eine besondere hervorgehoben werden kann, dann m. E. wohl die des Feuerwerkers (hervorragend passende Pyrotechnik). Der Applaus zum Schluss dieses Opernerlebnisses galt einer Gesamtleistung und war verdient.

Als wir nun zu später Stunde den Wehl- und Amselgrund hinab stiegen, waren wir alle zufrieden mit dem Erlebten und das empfand auch unser Geburtstagskind Heidrun. Das wiederum freute uns, ihre Begleiter. Text und Fotos: Bernd Schwabe (eingestellt am 16.08.2017)  

 

 



Zurück