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Festungsspektakel in Senftenberg, 22. - 23.07.2017

Knall und Schall, Gesang und Tänzerschritt – beim Festungsspektakel machen wir mit

Sachsens Festung in Brandenburg – wechselvolle Geschichte dargestellt und von unserem TDB miterlebt – Senftenberg am 22. und 23. Juli 2017

 

Nach unserem „Schnupperkurs“ im vergangenen Jahr, stand fest, dass wir auch heuer wieder am Festungsspektakel in Senftenberg teilnehmen würden. Zumal dem Veranstalter, das >>Museum des Landkreises Oberspreewald- Lausitz<<, nach unserer 2016er Stippvisite, sehr an unserem Mitwirken gelegen war. Unser Traditionsverein Dresdner Barock war ebenso gefragt, wie das >>Kurfürstlich- Sächsische Barockensemble<< und die >>Dresdner Barocktanzgruppe<<.

So nahmen wir uns am Samstag die Stadt Senftenberg zum Ziel und wären auch gegen 10:00 Uhr pünktlich vor Ort gewesen, wenn es nicht in der Doppelstadt Brieske- Senftenberg auch doppelte Strassen geben würde, - zumal unbemerkt blieb, in welchem Teil der Doppelstadt man sich befand. Aber nach der Auskunft einer netten Brieskerin fanden wir dann doch noch unsere Pension, wo uns Silvia WEISE schon aufs sehnlichste erwartete. Ihr Begleiter Tim WAGNER war mit seinem Cello als ganz gleichwertiger Ersatz für den Bassisten, einsatzbereit. Nun schnell in die Roben und der Zitadelle schnellen Schrittes zugewandt, Hier begrüßt uns unsere Freundin Carola GEPPERT, die ihren Weißstickerstand bereits besetzt hatte. Vielen Freunden galt es die Hände zu schütteln, - so u. a. Klaus BRUCKER, dem Darsteller des Fürsten Leopold und der Regimentsinhaberin Gräfin Rogucka (Jutta NESTLER), sowie dem 38ten Heinrich, Gefürsteter Reichsgraf von Reuß zu Köstritz mit Gemahlin (Thomas und Katrin HEFFT), der im Range eines Rittmeisters als Feldbeobachter zugegen war. Und herzlich zu begrüßen war auch Martina HEBING, die für unser dort sein und diesen Bericht noch von größter Bedeutung sein würde.

Nun fehlte nur noch der Pianist, denn an diesem Samstag war der Hauptgrund unserer Anwesenheit, der Auftritt des Barockensembles. Leider waren nun die Tore der alten Zitadelle geschlossen (aus Sicherheitsgründen, die wegen der ballernden Donnerrohre sein mussten!!!) und so musste in der schattenlosen Schwüle vor der Festung ausgeharrt werden, - samt Klavier. Es gelang aber dann doch noch, die Bühne zu erobern, sodass pünktlich das erste Konzert 12:00 Uhr stattfinden konnte. Der Schlosshof war dazu bis auf die letzten Plätze gefüllt, - mittendrin die kritische Jutta NESTLER. Sie schloss sich dem Händegeklapper des zahlreichen Publikums begeistert an, - beim 1. Teil mit barocker Musik ebenso, wie beim Volksliederteil. Als sie zu Silvia und Regina kam, war ihr großes Lob wie Balsam für die Seelen der beiden Akteurinnen. Schade war lediglich, dass der Wettergott, - dieser Musikmuffel, es hat beim 2. Teil regnen lassen, sodass die Musiker ihr Konzert kurz vor Ende abbrechen mussten…

St. Petrus ließ es krachen und wollte wohl den Kerls Konkurrenz machen, die da draußen um die Herrschaft des Schlosses kämpften. Es waren während dieser beiden Tage recht wechselhafte Gefechte, - einmal siegten die Preußen mit dem IR Nr, 4 von Kalnein und dem Freikorps von Kleist, das andere mal besetzten die Sachsen  mit der Artillerie „Alter Stolberg“ und dem 3. Kreisregiment die Festung, die im 18. Jh. immer sächsisch war. Jutta NESTLER hatte die passenden, Geschichte erklärenden, Worte für das Publikum. Ein Schönburgischer erklärte die Exerzitien und das Schlachtgetümmel. Das Publikum trotzte dem Regen, was für die Qualität der Darstellungen spricht.

Ringsum die alte Zitadelle duckten sich die Zelte der Kämpfer beider Parteien, die Stände der Händler und Krämer und die Garküchen, Trunkzapfstellen und Bäcker in beeindruckender Vielfalt. Zur Vielfalt des Programms gehörte am Samstag u. a. der Auftritt der Theaterfechter vom SV „Blau – Weiß“ Glashütte. Damit kam, nach zarten Barockklängen, Action in den Schlosshof.

Leider hielt das Schlechtwetter vorerst an und die drei Dresdner Adelsleute verzogen sich in ihre Pension. Später klarte der Himmel wieder auf und sie starteten eine Tour in den „Himalaja“, - einem indischem Restaurant, mit köstlich mundender Küche.

Gesättigt zog es uns doch noch mal in Richtung Schloss, zu einem Parkspaziergang. Der führte uns auch zum Zelt des Fürsten von Reuß zu Köstritz, wo wir dessen Gastfreundschaft in Anspruch nahmen. Der Himmel nun ganz in Rot, - für Sonntag Schönwetter prognostizierend, zog uns zum nahe gelegenen Senftenberger See. Hier wurde uns klar, dass dieses Badeparadies eines schönen Wochenendes unser sein wird. Danach ging es ab in die Falle, - der Zapfenstreich der >>Schönburgischen Schlosswache von 1757 zu Glauchau<< lag schon etliche Zeit zurück.

Der Sonntag versprach das Wetter, was das Abendrot angekündigt hatte. Zum Glück, kann man sagen, denn eine nasse Bühne hätte das Tanzen unmöglich gemacht. Wir TDBer hatten dem Veranstalter das Tanzensemble wärmstens empfohlen und da sollte alles klappen. Mit der Tanzgruppe trafen weitere TDB- Mitglieder beim Festungsspektakel ein. Im Laufe des Tages gab es drei Auftritte unserer Freunde.

Nicht zu übersehen war der Beitrag unserer Vereinsfreundin Heidrun TENNERT, die an hand der Entblätterung einer Modepuppe aufzeigte was Frau im Barock darunter trug. Ganz „nebenbei“ erfuhren wir, ganz texttreu, einige interessante Dinge aus der Modekultur damaliger Zeit und über die Geflogenheiten bei Hofe. Bei dieser dreifachen Vorführung hat die Referentin ganz bewusst junge Mädchen als Zofe zur Hilfe herangezogen. Man sah den jungen Leuten an, dass es Spaß bereitete und stolz machte, dabei sein zu dürfen. Ich glaube, dass dieser Beitrag auch ein wesentlicher Punkt war, dass das Festungsspektakel mit etwas neuem Glanz versehen wurde.

 

Wie am Vortage auch schon, betätigte sich unsere Freundin Martina HEBING ganz fleißig als Schnellmalerin. Warum sie? Majestät (Werner POHLE) wollte dies ergründen und der Cämmerer (Bernd SCHWABE) musste mit hängenden Ohren gestehen, dass er Sack und Pack und eben auch die Schnellmalerapparatur in der Residenz vergessen hatte. So zeigt sich der Tribut des Alters, was Majestät versteht, - vergisst er doch auch schon mal etwas, was er fünf Stunden vorher noch wusste und meinte!

 

Als wir dann unsere Chaisen gen Heimat anrollen ließen, konnte unsere Einschätzung nur sein: „Es war ma wieder rischtsch scheen.“ Text: Bernd Schwabe, Fotos: Martina Hebing (eingestellt am 26.07.2017)

           



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