Print This Page

Irrgartenfest des Barons von Ende am 8. Juli 2017

Vaterfreuden beim Altjeßnitzer Irrgartenfest

Parkfest 2017 – Ein „Barocker Gartentag“ mit Baron von Ende 

Viele Events machen uns im Vorfeld erwartungsfroh, aber das ganz besonders dann, wenn der ehrenwerte Baron Hans Adam von Ende alljährlich Anfang Juli zu seinem Gartenfest einlädt. Der Gutspark, mit seinem alten Baumbestand und dem Namensgeber für das Fest, dem Irrgarten, geben einen wundervollen Rahmen für dieses tolle Ortsfest der kleinen Gemeinde Altjeßnitz (OT von Raguhn). Längst hat sich herumgesprochen was dort geschieht und seit langem ist dieses Dorffest eine feste Größe im Veranstaltungskalender der Region und wird nunmehr von Besuchern aus nah und fern besucht und als Höhepunkt betrachtet.

Auch unser TDB sieht das so und daher unsere ungebremste Vorfreude. Und dann stellen wir ja seit Jahren den Gastgeber des Festes, den Baron von Ende. Freilich, ohne den Förderverein Irrgarten Altjeßnitz gäbe es das Parkfest nicht und dem Veranstalterverein kann man nur Respekt und Dank zollen. Stellvertretend für alle möchten wir Gudrun DIETSCH und Jochen DIETSCH, sowie Annett PAUL hervorgehoben erwähnen. Was der Verein jedes Jahr (für uns) auf die Beine stellt ist alle Achtung wert. Festtafel und Bühne mit dekorativ gestaltetem Blumenschmuck, Hausmacherkuchen, Marktstände mit vielseitigem Angebot, flanierende Fabelwesen, Ponnykutsche, fleißige Bienchen die für das verwöhnte Wohl der Adelsvolkes sorgten, und ein vielseitiges Veranstaltungsprogramm, sind die Eckpunkte dieses schönen Festes. Auch heuer trafen wir das so an.

Im Gemeindeamt, wo auch wieder für die Macher aus dem TDB der „Schneewittchenschlafsaal“ zurecht gemacht war, war Gelegenheit um in unsere barocken Roben zu schlüpfen und so „aufgehübscht“ dem Veranstaltungsareal im Gutspark zuzustreben.

Dabei fehlte nur einer, - einer der nicht fehlen durfte, der Gastgeber Hans Adam von Ende! Große Aufregung an der Bühne. Wo bleibt nur der Baron? Doch da tauchte er schon auf. Auch ohne den geschulterten Dreschflegel war nicht zu übersehen, dass der Landjunker soeben aus dem letzten noch auf dem Halm befindlichen Gerstenschlag kam. Ja, das schöne Wetter musste für das schnelle Einbringen der Ernte genutzt werden und da wird jede Hand gebraucht, auch die des Gutsherren. Das Publikum hat es dem Baron nicht nachgetragen, - und als er dann im Festtagsstaat, ohne Erntestaub und Gerstenhalme, mit ihnen allen auf das Gelingen seines Festes angestoßen hat, war alles gut und das Fest konnte beginnen.

Zunächst war Kaffeezeit. Die besonderen Gäste des Freiherrenpaares hatten an der Ehrentafel Platz genommen, - weitere Adelsgäste hatten auch ihre Tafel.

Mit Freuden hörten wir die Grußbotschaft des Prinzen Eduard von Anhalt, der gern an unserem Fest teilgenommen hätte, aber leider verhindert war. Wir würden uns freuen, wenn er es wahr machen würde und uns beim nächsten Irrgartenfest die Ehre gibt.

Wir alle ließen uns den hausbackenen Kuchen munden und genossen den Türkentrunk, den uns ein aufmerksamer Lakai (ein nettes Vereinsmitglied) kredenzte.

Dann noch ein ganz freudiges Ereignis. Der Baron wurde Vaterfreuden teilhaftig… So lange verheimlicht, hat sich sein Sprössling eingefunden und fiel dem Herrn Papa um den Hals. Für uns trat ein ausgesprochen netter junger Mann, den wir gelegentlich bei Altjeßnitzer Parkfesten angetroffen haben, aus der Anonymität und wir verbrachten nette Stunden (auch am Abend vor unserem Quartier) mit Johannes DENKEWITZ vom Förderverein.

Der Baron ließ es sich auch heuer nicht nehmen und mischte sich unter das Publikum, wo er sehr gut gelitten war. Auch der Tafel der Adelsherrschaften stattete er einen Besuch ab.

Währendessen spielte sich ein vielseitiges Programm auf der Bühne ab. Dabei waren die Dessauer Jäger mit ihrer Salve nicht zu überhören. Ein Mensch aus dem Mittelalter schaffte sich als zaubernder und jonglierender Akrobat mit viel Humor. Junge Damen vom „Tanzstudio Porwol“ erfreuten mit viel Anmut, aber auch mit Temperament. Besonders deren kleinsten Kolleginnen begeisterten, als sie ihrer Puppenkiste entstiegen. Ein Zauberprofi wusste sein Publikum mitzureißen und Barocktanz aus Dresden wurde auch geboten.

Bei all dieser Kurzweil verging die Zeit wie im Fluge. Dem Baron fiel auf, dass es Gäste gab, die dabei seit der mittäglichen Eröffnung bis in den späteren Abend hinein ausharrten. Das sollte sich gelohnt haben, denn als Sahnehäubchen des Festes gab es noch ein Abendkonzert des Mitteldeutschen Salonorchesters in großer Besetzung unter der Leitung von Matthias ERBEN. Wie die Jahre zuvor begeisterte das bewährte Programm und riss sogar tanzbegeisterte Paare (DIETSCHENS, Mutter VON ENDE mit Sohn) von den Plätzen.

Als sich das Publikum zerstreut hatte und wir einige der veranstaltenden Vereinsmitglieder dankbar in unsere Arme genommen hatten, strebten wir unserem Quartier im Gemeindeamt zu. Hier auf grüner Wiese feierten wir noch etwas, wozu uns der Geburtstag Werner POHLES ausreichend Grund gab. Groß war unser Fähnlein der Aufrechten ja zu dieser Stunde nicht mehr, aber sieben Vereinsfreunde sorgten noch für etwas Stimmung.

Die Nacht war zwar kurz, aber dafür war das gesponserte Frühstück am Sonntagmorgen reichlich und gut, sodass es uns nicht schwer gefallen ist, unseren Altjeßnitzer Freunden noch etwas beim Abbau zu helfen. Glücklicherweise verlief der Barocke Gartentag trocken und mit Sonne, aber am Sonntagmorgen musste es noch regnen und alles einnässen, was den Holzstühlen nicht eben gut tat. Da war es gut, dass wir diese unter trockene Zeltdächer brachten. Feucht, - also tränenreich, war unser Abschied zwar nicht, aber herzlich schon, denn gute Freunde verlässt man nicht gern, - vor allem, wenn man sich auf sie verlassen kann!!! DANKE Altjeßnitz, - der TDB und sein oller Baron kommen wieder.

Nun sollte es auf direktem Wege gen Heimat gehen, aber da hatte irgendwer die Idee, dem „Großen Trödelmarkt am Goitzschersee“ noch einen Besuch abzustatten. Wir waren schon einige umfangreiche Märkte dieser Art gewöhnt, aber der hier war schon ein Mekkamarkt. Riesengroß, mit großem Angebotsspektrum und einem herrlichen Blick auf den See und das dahinter liegende Bitterfeld, präsentierte sich dieser Treff der Trödler und Krempeler …

Dann ging es doch noch gen Dresden, auch wenn uns ein ungewolltes Verfahren über Torgau und Großenhain gen Heimat führte. Vorher gab es noch eine Schlossumrundung in Moritzburg und ein Ausruhen in der Sonne. Ein schönes Wochenende ging zu Ende. Text: Bernd Schwabe, Fotos: Bernd Schubert/Bernd Schwabe (eingestellt an 12.07.2017)



Zurück