Print This Page

12. Leopoldsfest in Dessau vom 30.06. - 2.07. 2017

Kanonen und Reifröcke im Stadtpark

Der TDB zu Gast im Lustlager beim 12. Leopoldsfest in Dessau

 Wenn der stets sehr lautstarke regierende Fürst Leopold I. von Dessau ruft, so ist dies nicht zu überhören und er erreichte mit seinem Ruf auch den Dresdner Hofstaat, -sprich: den TDB. So sagte unser Verein zu, auch im 12. Jahr dieses Festes, wovon wir bisher 10 dieser Events besucht haben, dabei zu sein. Es gefällt uns dort, weil der ausrichtende „Verein zur Förderung der Stadtkultur e.V.“ und die Stadt Dessau- Roßlau viel bietet, was uns immer wieder nach hier zieht. Heuer waren sichtlich weniger Darsteller, - ob Barock oder Militär, anwesend, aber damit wurde es regelrecht familiär und nicht weniger scheen!

Am Freitag, den 30. Juni in der Mittagsstunde landeten wir im Festareal des Biwaks im Stadtpark an. Zwar an ungewohnter Stelle, aber gut gewählt und einladend hier unsere Zelte aufzuschlagen. Bei der Begrüßungsrunde stellten wir fest, dass unser 38. Heinrich sein Zelt schon komplett stehen hatte und auch der Garnisonshandwerker von Stolpen Bernd SCHALLER war schon vor Ort. Als unsere drei Zelte standen, konnten wir ihn zu einem Plausch an unserer Leinwandvilla begrüßen. Auch unser Freund Hartmut PANNIER vom ausrichtenden Verein gab sich die Ehre und hieß uns herzlich willkommen. Als uns der Spielführer des Spielmannszuges der FFW- Stadt Eisfeld Mike DONNER erblickte, ließ er sich eine persönliche Begrüßung nicht nehmen. Wir erinnern uns noch gern an unser gemeinsames Auftreten beim Stadtjubiläum Eisfelds im vergangenen Jahr.

Bald war es Abend und der Fürst eröffnete das Biwak wobei er die Teilnehmer begrüßte. Anschließend gab es am Ort den „Großen Feld- und Lustlagerabend“ bei Speis und Trank, zu dem wir uns nicht lange bitten ließen. In gemütlicher Freundesrunde war es schnell Nacht und wir erlebten 23:00 Uhr den „Statpark in Flammen“, - ein wunderbares Barockfeuerwerk zu Ehren des Alten Dessauers. Meisterhaft eben.

Die Nacht war kurz und pünktlich 9:00 Uhr am Samstagmorgen trommelte Leopold sein Militär zum Appell auf den Festplatz. Der sächsische Hofstaat ließ es sich angelegen sein, daran als Gäste teilzunehmen. Die adeligen Sachsen begleiteten den Fürst auch zur offiziellen Eröffnung 11:00 Uhr auf die Bühne am Marktplatz.Immer dabei der Spielmannszug der FFW Eisfeld mit seinem Spiel. Meisterhaft eben.

Nach einem Rundgang durch die Festmeile hieß es schnellen Schrittes zur Kleinen Bühne am Biwak zu eilen, um nicht zu verpassen, wie sich die ehrenwerte Gräfin Camas von ihrer Zofe einkleiden ließ, so wie es zu damaliger Zeit bei den Damen von Stand üblich war. Und das demonstrierten Beide so gekonnt und in humorvoller Weise, dass es ein Genuss war. Wie gekonnt überspielte die Camas den ausgefädelten Gummi des Paniers und auch das Einziehen per Sicherheitsnadel kam, als wie eingeplant. Meisterhaft eben.

Ein weiterer Programmhöhepunkt waren die Darbietungen der „Traditionsreiterei der Sydlitzkürassiere“, wobei man glauben wollte, Reiter und Pferd seien miteinander verschmolzen. Meisterhaft eben.

Tänzer unserer Freundesgruppe „Les danseurs de Sans, Souci“ aus Potsdam, waren an den beiden Wochenendtagen in der St. Marienkirche zu dem Thema „Tänze des französischen Hofes“ mehrmals engagiert, was wir uns nicht entgehen ließen. Die Truppe um Mike SPRENGER erntete viel Beifall des zahlreichen Publikums. Meisterhaft eben.

Am späten Nachmittag setzten auch die Akteure von „Les amis de la danse baroque“ aus Dresden ihre barocken Tanzschritte auf den Bühnenboden im Lager, der ebenfalls viel Publikum sah. Meisterhaft eben.

Der Cämmerer war untröstlich, wegen der Einlösung des Versprechens, dass sich der Hofstaat (TDB) um die Sponsoren im Rathauskeller bemüht und diese zum Tanzprogramm der Potsdamer in die Marienkirche begleitet, nur Bruchstücke der Bietigheimer Guggenmusik „D’Wefza“ mitbekommen zu haben. Jedes Jahr freut man sich auf die lautstarke Truppe, die damit so gut zum lautstarken Poldy passt. Dafür durften wir mit den Damen und Herren der Sponsoren dem Gesang der Hofsängerin mit Zweitstimme (Regina SCHWABE, Silvia WEISE) teilhaftig werden.

Wen es von unserem Verein Nachtens noch zum Max dem Raben zog, der erlebte an der Lagerbühne eine beachtliche Feuershow. Meisterhaft eben.

Gegen 1:00 Uhr zog es unsere Blicke zum Dach des Eckhauses am Markt, wo ein „Großes Höhenfeuerwerk“ abgebrannt wurde. Allerdings waren einige Blicke schon gebrochen, dafür hatte ein mittelständiges Sägewerk eine Sondernachtschicht eingelegt. Brigatier war wohl der Cämmerer, der die seltsamsten Töne hervorzauberte. Meisterhaft eben.

Sonntag, der  2. Juli begann pünktlich 10:00 Uhr mit dem obligaten Feldgottesdienst, wo der ortsansässige evangelische Pfarrer die Predigt hielt und uns ein Feldharmonium präsentiert wurde, war (im letzten Augenblick) dem Schuttplatz entrissen wurde und mithilfe einer Finanzspritze der „Stiftung Preußischer Kulturbesitz“ restauriert werden konnte. Nächstens wird es sicher auch bespielbarer sein. Dann meisterhaft eben. Der Aushilfsorganist aus den Reihen der Langen Kerls hat sich redliche Mühe gegeben, dem Gottesdienst auch etwas Musik beizugeben (neben den zarten Klängen der Eisfelder).

11:00 Uhr sah man uns schon auf der Bühne am Markt, wo wir der Eröffnung durch Fürst Leopold I. (Klaus BRUCKER) und Fürstin (Elke BRUCKER) auf der Bühne beiwohnten. Erstaunlich viele Dessauer waren schon auf den Beinen und man kann ihnen bestätigen, dass sie ein gutes Publikum sind, was wir alle Jahre spüren, wenn wir uns im Festumzug bewegen.

Rechtzeitig (überechtzeitig) gestellt, zog dann in der Elften/Zwölften Stunde ein buntes Völkchen durch Dessau, was als Teilnehmer am Festumzug von den Dessau- Roßlauern mit kräftigem Händegeklapper begrüßt wurde.

Auch als es gegen 14:00 Uhr zum Abschlussappell im Feld- und Lustlager kam, waren viele Einwohner der Doppelstadt vertreten.

In gewohnt souveräner und nicht minder lautstarker Art, dankte der Alte Dessauer allen Teilnehmern und überreichte das Banner und die Teilnahme- Urkunde… Danach ließ er abtreten, worauf der vom Dienst suspendierten Adjutantin ein tonnenschwerer Stein hörbar von der (drapierten) Brust fiel und der kursächsische Cämmerer sinnierte, warum der Fürst und Reichsmarschall ihn beim Abschlussappell wohl nach seinem Alter gefragt hat… Er wird ihn doch nicht zu seinen Grenadieren stecken wollen (Reserve 5)?

Es hat diese drei Tage immer mal etwas aus den Himmelsschleusen getröpfelt, aber dass es gerade bei der Verabschiedung sein musste, ist unverzeihlich. Der Fürst sollte mal ein paar lautstarke „Dankesworte“ gen Himmel (zu St. Petrus) schicken, denn nun hieß es, Zelte feucht verpacken. Das war wohl der einzigste unerfreuliche Aspekt bei diesem rundum gelungenen Fest.

Wir danken den Dessauer Organisatoren für das schöne Fest. Auch den Teilnehmern aus unserem Verein ist herzlich zu danken. Text und Fotos: Bernd Schwabe, Klaus Behrmann (4) (eingestellt am 05.07.2017)

 

  



Zurück