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Wave Gotik- Viktorianisches Picknick in Leipzig am 2. Juni 17

 Wave Gotik über Pfingsten in Leipzig

Viktorianisches Picknick am 2.06.2017 im Stadtpark

 

Man sieht sie gelegentlich im Straßenbild, die Schwarzen, Goths,oder Gotiks, Steampunks, Waver oder Grufties , - und man wundert sich über deren Aussehen, oder aber auch nicht. Längst genügen ungekämmte und auffällig gefärbte Haare und zerrissene schwarze Strumpfhosen nicht mehr, um in der Szene etwas darzustellen, - um IN zu sein.

Unser Leipziger Freund Rudi FRITZSCHE weiß das schon lange, denn seit Jahren besucht er, - immer schön seriös als Herzog d’Orleans, die Pfingsttreffen der Schwarzen Szene und erlebt dabei etwas Einmaliges, was Leipzig zur  Wave Gotik – Welthauptstadt macht. Jedes Jahr um Pfingsten geben diese Leute, aus der ganzen Welt anreisend, der Messestadt ein ganz besonderes, eigenes Flair, - nicht abstoßend, im Gegenteil, deren Auftreten ist so vielseitig und zumeist auch künstlerisch angehaucht, dass man gern hinschaut und sie jedes Jahr wieder ebenso gern in seinen Mauern hat.

Rudi empfahl uns das Spektakel schon öfters und heuer nun haben wir seine Einladung am Freitag vor Pfingsten (02.06.2017) angenommen und ihn und seine Schwarzen besucht. Anlass war das Viktorianische Picknick in Leipzigs Grüner Lunge namens „Clara- Park“(Clara- Zetkin- Park), dem Stadtpark, wo sich alljährlich unter die Schwarze Szene das Bunt anderer Epochen mischt (vom Veranstalter sehr gewünscht) und ein besonders vielseitiges Bild ergibt.

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So reisten wir also gegen 13:00 Uhr bei Rudi an und unter seinem Geleit erreichten wir den Park, wo vorerst kaum einer der Gotiks zu sehen war. Schnell waren Tische und Stühle aufgestellt und dekoriert und Decken zum lagern ausgebreitet. Wer es zuhause noch nicht getan hatte, schlüpfte in die barocke Robe und der Sachsenwimpel machte darauf aufmerksam, wer hier sein Lager aufgeschlagen hatte.

Zunächst meinten wir, dass Rudi den Platz nicht so recht günstig ausgewählt hat, da etwas weit vom Hauptgeschehen abgelegen, aber bald merkten wir, hier  absolut an der richtigen Stelle zu sein. Alle Besucher und Teilnehmer mussten an uns vorbeiziehen und waren fasziniert von unserer Kledage und der Picknicktafel. Man blieb stehen, zeigte Erstaunen und Freunde über unser Hier sein und unser Outfit und knüpfte Gespräche an. Die Gotik- Leute stellten sich bei dieser Gelegenheit vor,  gaben Auskunft über ihr so außergewöhnliches Hobby, - bei manchem von ihnen zur Lebensart geworden, - und ließen sich fotografieren. Im Gegenzug bannte mancher von ihnen uns Barockleute aufs Bild.

Scharen von Gotik- Leuten zogen an uns vorbei, es wurden von Minute zu Minute mehr und das machte uns neugierig auf das Geschehen, was sie in solchen Massen anzog. Also mischten wir uns unter die Schwarzen und lernten einen, hier nicht vermuteten, wunderbaren Stadtpark kennen. Und dessen Rasenflächen zeigten kaum noch etwas von ihrem Grün, so eng und in großer Zahl lagerten hier die Gotik- Leute bei ihrem Picknick. Keiner von uns hatte vorher eine Vorstellung, in welcher personellen Überzahl hier dieses Viktorianische Picknick (regelrecht) zelebriert werden würde. Und da zogen noch Heerscharen weiterer Teilnehmer durch, die allesamt die “paar“ zivilen Besucher aufsogen.

Wir waren erstaunt, wie ruhig, weitgehend diszipliniert und freundlich dass alles ablief. Alkohol wurde zu dieser Tageszeit (noch) nicht zum Problem und wir wollten uns vorstellen, dass das bis zum Ende des Gotiktreffens so bliebe.

Es war einfach toll und über die Kostüme der Schwarzen, - von sehr viel bis kaum etwas verwendeten Stoff , und einer üppigen morbiden Ästhetik, konnte man nur große Augen bekommen und, - ganz nebenbei, haben wir auch ein ganz anderes Bild von diesen „Grufties“ bekommen, - ein abfälliges sicher nicht!!! Heuer waren bei ihrem Schwarzen Szenetreff (gibt es seit 1992) 21000 Gotik- Fans dabei, - unglaublich!!!

Weil es so viel zu gucken und in Erfahrung zu bringen gab, verzögerte sich unser Aufbruch merklich in die frühen Abendstunden.

Wir TDBer konnten unserem Rudi für diese gute Idee nur danken, der sich auch einige Freunde aus dem AKB nicht verschlossen hatten. Und vielleicht ist für ein nächstes Mal der Hinweis ganz gut, fürs Picknick etwas Leckeres zum Picknicken und, - so man bequem sitzen möchte, auch was unter den Hindern, mitzubringen… Es hat Spaß gemacht, meint der Verfasser dieser Zeilen Bernd Schwabe, der auch die (für sich selbst sprechenden) Fotos schoss. (eingestellt am 07.06.2017)        



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