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Historisches Wochenende in Blankenburg

Der Barock zu Gast in Blankenburg- Historisches Wochenende 2008.

Was wollte uns Petrus eigentlich sagen, als er am Freitag, den 15.08.08 seine Himmelsschleusen so stark geöffnet hat, dass unser Weg nach Blankenburg zum 5. Historischen Wochenende (15.-17.08.08), eher einer Bootsfahrt glich, denn der Fahrt auf der Autobahn?
Als er kurz vor Aschersleben seinen Regenvorhang aufzog und der Sonne ihre Chance gab, wussten wir die Antwort. Der TDB gehörte an diesem Wochenende nach Blankenburg, um wie die Jahre vorher, an diesem Freundschaftstreffen teilzunehmen. So sollte der Verein in 2009 Geschlossenheit zeigen und in Vollzähligkeit am Vogelherd campieren, - schon wegen dem Wettergott und, weil hier die Freundschaft der teilnehmenden Robenträger gedeihlichen Boden vorfindet (und wir hier gern gesehen werden!).
So konnten wir Freitagmittag unsere Zelte bei bestem trockenem Wetter aufbauen, nicht ohne vorher mit viel Hallo und Kameradschaftlichkeit begrüßt zu werden. Viele der Teilnehmer schnupperten schon seit Wochenanfang die gute Harzluft hier.
Dem Alten Fritz (Rolf ZAHREN) muss sie besonders gut bekommen sein, denn seine Begrüßung der edlen Dresdner Hofdamen hörte man über den ganzen Platz schmatzen.
So fühlten wir uns gleich wieder heimisch, auch wenn das eine oder andere Zelt diesmal fehlte. Wir hoffen, dass dies in Zukunft nicht so bleibt, denn die Zahl unserer Freunde ist doch größer als wie wir sie heuer vorgefunden haben (dafür war es sehr gemütlich!).
Bald hieß es in die Roben steigen, denn die offizielle Eröffnung des Lustlagers war hier am Vogelherd vorgesehen. Der neue Oberbürgermeister brachte einige Stadtobere, Vereinsleute und Sponsoren mit und ließ sich den persönlichen Startschuss zum Historischen Wochenende 2008 nicht nehmen. Wir denken, dass die Macher dieses historischen Parkfestes in ihm einen guten Partner für die Zukunft haben, was vielleicht die eine oder andere organisatorische Unzulänglichkeit schwinden lässt.
Die mitwirkenden Teilnehmer hatten Grund, ihren Freunden Rita und Norbert ARBANOWSKI ganz herzlich und mit blumigem Präsent für ihren Anteil am Zustandekommen dieses Treffens zu danken. Danke, von unserer Seite, auch den Freunden, die diese gute Idee hatten.
Eine solche war wohl unser Marsch zum Sektempfang am Alten Schloss nicht, - eher gehörte er in die Rubrik Unzulänglichkeiten. Das prickelnde Getränk gab es zwar, aber ansonsten standen wir doch wie „bestellt und nicht abgeholt" im Schlosshofe herum, was die geladenen Gäste im Schloss wohl überhaupt nicht kümmerte. So zog die edle Hofgesellschaft (Hof... im Wortsinne) nach einer Stunde wieder von Tannen und kam sich ziemlich veräppelt vor!
Der guten Laune tat dies keinen Abbruch und so war bis spät in die Nacht reges fröhliches Treiben am Vogelherd zu vermelden. Die Stimmung war ausgelassen, es wurde viel gelacht und man kam sich näher.
Die Nacht war kurz, aber dennoch waren die Leute vom Vogelherd so gut wie vollzählig auf dem Weg zum Kleinen Schloss, um am Eröffnungsappell teilzunehmen. Stopp am Rande des Parks, aber beim Warten waren wir ja eingeübt. Schließlich konnten wir doch noch in das Schlossareal einziehen, - vom „Haushofmeister" Norbert ARBANOVSKI mit allen Ehren und Titeln angekündigt - fast allen meint die Hofsängerin...
Danach machte sich das verkleidete Volk auf den Weg zum Festumzug durch die Stadt, - angeführt wieder von der altbekannten polnischen Kapelle mit viel barocker" Marschmusik. Neben den Adelsleuten des 18. Jahrhunderts, gaben sich auch solche die Ehre, die später oder viel eher lebten. So sind auch heuer die Hunnen wieder über das nette Harzstädtchen hergefallen und ... wurden stark beklatscht.
Auch eine militärische Eskorte, dass 1. Preußische Infanterieregiment, welches sich aus Darstellern von Warburg (Kreis Höxter) rekrutierte, war ebenso mit auf dem Weg, wie die Preußischen Jäger, die dem Schutze der hochgeborenen Gesellschaft dienlich waren. Ihr jüngster Kamerad war mit viel Freude und Enthusiasmus bei der Sache, was uns alle sehr gefreut hat. Ganz allerliebst war auch das Nesthäkchen im Wickeltuch an Mamas Brust und ihr Bruder Jerome im eigenen Wagen (siehe Fotos).
Am Rathaus gab es den obligaten Zwischenstopp, um den einheimischen „PapaRazzis" eine Chance zu geben.
Nach Rückkunft in den Barockgarten wurde gelustwandelt und sich den Fragen der interessierten Festbesucher gestellt. Die Soldaten mussten sich von ihrem Korperal „schikanieren" lassen, um den Besuchern einen kleinen Einblick ins damalige Soldatenleben zu gewähren. Hofgesellschaften dinierten in festlichem Zelte und alle hatten ihre Freude an diesem herrlich sommerlichen Gartentag.
Freude versprühte auch das aufwändige Feuerwerk, welches am Fuße des Schlossberges abgebrannt und auch am Vogelherd gut wahrzunehmen war. Wer da noch immer nicht genug hatte, der konnte als „Zugabe" noch eine zünftige Mondfinsternis bewundern. Perfekt, wer derartige Höhepunkte gehäuft zu bieten hat. Nur die Liebhaber barocker Musik kamen, entgegen der Ankündigung im Programm, nicht auf ihre Kosten, denn die Musiker des >>Kursächsischen Barockensembles Dresden<<, - im vergangenen Jahr freudig aufgenommen, wurden kurzfristig wieder ausgeladen. Das Feuerwerk war wohl doch etwas zu aufwändig, wodurch das Geld für das „bisschen" Kultur zu fehlen schien. Schade, denn zum Historischen Wochenende scheint Barockmusik besser als Blasmusik zu passen.
Guter Wein und gutes Bier passt zu jedem Fest und so wurde selbigen, umwoben vom Grillduft, bis weit nach Mitternacht freudig zugesprochen.
Das Fähnlein der Aufrechten, welches den Hang zum Abschlussappell hinunter „wankte", war etwas geschrumpft, aber unsererseits wurde im Laufe des Vormittags noch das volle Programm geboten. Das Orchester aus dem polnischen Partnerkreis spielte noch zum Frühschoppen auf, womit der Veranstalter dieses Historische Wochenende 2008 offiziell ausklingen ließ.
Der Dresdner Hofstaat stieg noch zum Alten Schloss hinauf und konnte an einer interessanten Führung durch das altehrwürdige, stark lädierte, Gemäuer teilnehmen. Plünderung nach der Enteignung 1945, zweckentfremdete Nutzung währen 40 Jahren DDR und letztendlich neuzeitlicher Vandalismus haben dem Schloss arg mitgespielt. Eigentlich wurden wir durch eine Ruine mit neu gedecktem Dach geführt. Erfreulich, dass es einen Schlossverein e.V. gibt, der versucht, den weiteren Verfall zu stoppen. Das Alte Schloss könnte eine weitere Perle des Harzes werden. Unsere Sangesperlen haben sich nicht schrecken lassen und prüften mit einem barocken Lied die Akustik im Theatersaal des Schlosses und waren damit so zufrieden wie die anderen Besucher über diese unverhoffte kulturelle Einlage.
Zurück zum Vogelherd, der Platz hatte sich doch schon etwas gelichtet, wurden wir an die gemeinsame Kaffeetafel gebeten, womit ein ganz herrliches Wochenende im barocken Rahmen und unter guten Freunden, seinen krönenden Abschluss fand.
Petrus war noch immer gnädig und das Wetter hielt auch beim Zeltabbau sonnig durch.
Auf der Heimreise ließen wir dieses vergangene Wochenende retour passieren und stellten fest, dass da schon die Welt untergehen müsste, wenn wir im August 2009 nicht wieder mit von der Partie sein würden. Der TDB schickt ein DANKESCHÖN zu den Machern nach Blankenburg.  Text und Fotos: Bernd Schwabe

Nachsatz : Wie es sich anläßt, wird dasBarockfest zum jeweiligen Stadtfest in Dresden, am gleichen Wochenende Mitte August, zur festen Institution werden. Heuer hat es gezeigt, dass viele Darsteller statt nach Blankenburg, nach Dresden gereist sind. Baut sich der Trent aus, könnte es im Harzstädtchen eng werden mit der Beteiligung. Es wäre für die Organisatoren in Blankenburg sicher eine Überlegung wert, das Historische Wochenende um eine Woche nach hinten zu verschieben! B.S.

 




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