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Festwochenende 700 Jahre Stadt Ruhland vom 19. - 21.05.2017

700 Jahre Ersterwähnung von Ruhland in Südbrandenburg (19.- 21.05.2017)

Wir feiern mit den Ruhlandern 700 Jahre ihres Ortbestehens

 

Wenn irgendwo ein Gemeinwesen meint, ein hohes Ortsjubiläum feiern zu müssen, dann nehmen wir als TDB gern die Einladung zum Mitwirken an. Beim  700. Geburtstag von Ruhland war es daher keine Frage, dass wir dabei sein würden. Und so sagten wir weit davor zu, als von irgendwelchen Zitrus- Gewächsen die Rede war. Gern boten wir damals (Frühsommer 2016) auch das Mitwirken der AKB- Tanzgruppe (Barock- und Tanztheater) an, - was mit freudiger Zustimmung seitens der Akteure aufgenommen wurde. Als alles konkreter wurde, sah sich unsere Vorsitzende Silvia WEISE mehrmals genötigt, die Veranstalter darauf hinzuweisen, dass für deren Auftritt ein Tanzboden benötigt werden wird. Der war dann auch da, - die Tanzgruppe hingegen nur mehr oder weniger fragmentarisch. Werner POHLE, der auch hier in Ruhland den Kurfürsten August der Starke darzustellen hatte, - dafür drei nicht eben billige Hotelübernachtungen buchte, war nicht eben erbaut, dass ihn, den TDB und den Veranstalter, einige der Tänzer teilweise oder gar ganz im Stich gelassen haben. Der Grund, den wir anzunehmen haben, ist für die, die von unserer Seite her, an dem Stadtfest teilgenommen haben nur schwer nachvollziehbar.

Jedoch, dass will ich hier ausdrücklich bemerken, wir hatten drei sehr vergnügliche Tage, - auch dadurch, dass die Lücken der Fernbleiber, von den aktiven TDB- und AKB- Freunden mit viel Ehrgeiz, Einsatz und Freude, geschlossen wurden. Sie sorgten dafür, dass wir den Vertrag mit der Stadt Ruhland in Gänze füllen konnten. Besonderer Dank geht an Heidrun TENNERT mit ihrem Günther, das Ehepaar JENTZSCH, Silvia WEISE, Renate AL ATRASH und Regina SCHWABE, die sich alle drei Tage des Stadtfestes aktiv einbrachten.

So rückten wir also am Freitag gegen 13:00 Uhr auf dem (uns zugewiesenen) Festplatz ein. Es war um 14:00 Uhr herum, als wir dem Aufbau der Zelte begannen. TENNERTs richteten ihr Paradezelt auf und Silvia und Regina deren Doppelschlafzelte. Dass sich diese auf der Wiese etwas verloren ausmachten, war auch dem geschuldet, dass ein weiteres Zelt kurzfristig (samt Teilnahme) abgesagt wurde. Da die Zelte nahe dem Tanzboden platziert waren, ergab es dann doch ein ganz annehmbares Bild. Dass fand auch der Kurfürst, der uns zwischenzeitlich mit seiner Anwesenheit beehrte. Auch JENTZSCHs waren nun anwesend und nahmen es auf sich, bis Sonntag täglich von Altwahnsdorf nach Ruhland und zurück zu kutschieren…

Als auf unserer Wiese alles gerichtet war, zog unsere kleine Karawane zur Grundschule, wo wir die beiden Klassenräume belegten, um auf Feldbetten zwei mehr oder weniger strapaziöse Nächte zu verbringen.

Auf dem Weg zurück zu den Zelten, passierten wir einige der zahlreichen Handwerker- und Händlerstände, mit ihren interessanten und teilweise auch recht gewöhnungsbedürftigen Auslagen (Manche waren schon Donnerstag vor Ort und hatten zu bemerken, dass noch nichts so richtig los ginge.). Die Stände, Imbissbuden und Info- Stände waren über die ganze Stadt verteilt und gaben Ruhland ein buntes festgemäßes Aussehen.

Am frühen Abend verließ uns Majestät für kurze Zeit und begab sich zum Empfang der geladenen Gäste. Hier hatte er den Bürgermeister zum Ritter zu schlagen.

Auf unserem Zeltplatz hatte sich nunmehr persönlicher Besuch bei TENNERTs eingefunden, - zwei ehemalige Kolleginnen von Heidrun, die uns Sonnabend und Sonntag in edler Barockgewandung unterstützten und das Fehlen einiger Hofleute damit aufgewogen haben. Wir kamen gut mit Martina und Thea aus. Freitagabend zogen sie noch den Besuch eines Festkonzertes in der Kirche vor. JENTSCHs verzogen sich zurück in die eigenen Betten und wir machten uns an TENNERTs Zelt bettschwer. Wir beurteilten diese erste Übernachtung im „Senioren- Schullandheim“ etwas gnädiger als Renate, die derartige Abenteuernächte noch nicht kannte (und künftig auch nicht näher kennenlernen möchte.).

JENTZSCHs mit Zuladung von Silke BRUX, ElkeMETZNER und Wolfgang PETZOLDT kommen gegen 10:00 Uhr auf dem Festplatz an. Die Übernachter ließen es sich zu dieser Zeit im Café V („Zum Pfau“) noch bei einem pompösen Frühstück gut gehen. Majestät gesellte sich noch dazu, da er vom hier kredenzten vorzüglichen Türkentrunk gehört hatte.

Die Adelsgesellschaft begab sich hernach zum Marktplatz zur offiziellen Eröffnung des Stadtfestes und traf dort auf die Freundinnen und Freunde der IG „Barock 1690“ um Kerstin DANIEL und mit Marlies mit Begleiter und Henry als Graf Wackerbarth, - die wir auch schon am Freitag begrüßen konnten (sie wollten alle nicht ins Land, wo die Zitronen [Orangen] blühen.).

Uns hielten die zahlreichen Reden und Grußworte nicht und so  erschlossen wir uns das festliche Ruhland per Flaniergang.

Am Zelt hatte Heidrun mittlerweile eine ganz liebevoll gerichtete Kaffeetafel angerichtet, die nicht nur die Hofschranzen anlockte.  Eine weitere Attraktion war, dass sich Heidrun (Kostümverleih TENNERT)zur Kostümbildnerin machte und einige Herrschaften aus dem Publikum zu Adelsleuten machte. Das kam besonders bei Kindern und den Damen an.

Viel Ziererei gab es vom „Neuadel“ als man ihn auf die Tanzfläche bat, um mit uns gemeinsam ein paar wohlgesetzte barocke Tanzschritte zu wagen. Schnell waren alle Hemmungen gefallen und die Tanzeleven konnten die Lücken schließen, die die AKB- Tanzgruppe durch ihr Fernbleiben aufgerissen hatte. Da jeder und jede der Eingekleideten (mit eigenem Gerät) fotografiert werden konnte, hatte jeder eine gute Erinnerung an das Jubiläumsstadtfest und die „Adels „Profis“ im Kasten.

Wer von uns wollte, konnte dem Shuttlebus zusteigen, der uns durch das Festgelände (also die ganze Stadt Ruhland) fuhr. Dabei lernten wir den Rummel mit vielen interessanten Fahrgeschäften (bei denen es einem schon beim hinsehen übel wurde…) ebenso kennen, wie weitere mittelalterliche und Dreißigjähriger Krieg- Lager, die etwas sehr versteckt waren…

Der König anempfahl seinem Cämmerer, sich ihm beim Gang zum  Kirchhof anzuschließen. Im Pfarrgarten gab es Bogenschießen, an dem sich Majestät sehr erfolgreich versuchte. Ein Pfeil fiel nicht von der Sehne ab und schoss haargenau an der Schießscheibe vorbei… Cämmerers haben es gar nicht erst versucht. Im Gotteshaus empfing uns der schlichte Flair einer hübschen Lutherkirche und eine interessante Ausstellung.

Zurück zur Festwiese mussten Majestät und sein getreuer Cämmerer (letzterer schleppte jedes Mal seine Hexe mit) sofort mit auf den Tanzboden, wo schon der Neuadel Aufstellung genommen hatte. Zwischendurch gab es Labung bei Gaffäh und Guchen und mache nette Begegnung (z. B. mit dem verdammt satanischen Teufel und seiner schwarzen Hexenschönheit). So verging der Samstag, - die Zuhauseschläfer waren ausrückt und  die Platzhirsche- und Ricken hielten die Stellung bin Nachtens. Doch dann, im Schulhaus wollte sich der Schlaf lange nicht einstellen, -Dudelsäcke und noch lautere Schlagwerkzeuge haben wohl Hochkonjunktur ab Mitternacht bis zum hellen Morgengrauen.

Beim gemeinsamen Frühstück, Sonntagmorgen im >Café V<, sah unsere Renate noch ziemlich zerknittert unausgeschlafen aus!!!

Einem klugen Rat folgend, setzten wir uns wieder in den Shuttlebus und besuchten das Zollhaus (früher ein ausgewiesen gutes Restaurant), wo aber heuer höchstens eine psychologische Beratung zu haben gewesen wäre, wenns nicht gerade Sonntag ist. Im Park am Zollhaus trafen wir dann, die versteckt untergebrachten Markmeißnischen Bogenschützen, die sich in ihrer Einsamkeit sehr über den Besuch des Kurfürsten und dessen Hofstaates gefreut haben. Zu  Fuß ging es zurück zum Zentrum und an vielen Ständen und Festeinrichtungen vorbei, die uns die areale Ausdehnung von Ruhlands Stadtjubiläums sehr deutlich mache.

Auf unserer Wiese angekommen, widerstanden wir der duftenden Verlockung des benachbarten Imbisshofes einer ortsansässigen Fleischerei und Ersten Adresse in Sachen karnivorer Leckerei, nicht länger und schlugen uns die Mägen voll.

Danach wurde noch hier und noch da vorbeigeschaut, auch das Tanzbein geschwungen und letztmalig von der Heidrun`schen Kaffeetafel Gebrauch  gemacht, womit sich für uns das Jubiläum 700 Jahre Ruhland dem Ende zuneigte.

Der Himmel zeigte sich unbestimmt, - unsere „Angst“, dass im letzten Moment doch noch alles feucht werden könnte, trieb uns zur alten Schule, wo das Nachtlager geräumt wurde und mit Sack und Pack ging es zu unserer kleinen Zeltstadt, wo unsere Zelte und der ganze andere Krempel schnell und trocken verpackt wurden. Gegen 17:30 Uhr rollten wir, nachdem alles in „trockenen Tüchern“ war, vom Platz. Wir, Silvia, Renate, Annerose, Regina, Heidrun und Günther, Siegmar, Werner und der Rezensent konnten konstatieren, dass dieses nette Fest, trotz der einen oder anderen Unzulänglichkeit (und Krankheit), viel Spaß gemacht hat und 80 überflüssige Orangebäumchen um ein Vielfaches aufwiegen konnte (!)

Dank an alle unsere Mitglieder und Freunde, die uns nicht im Stich ließen und halfen, dass wir nicht vertragsbrüchig werden mussten. Text und Fotos: Bernd Schwabe (eingestellt am )



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