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Flanieren in den Frühling am 02. April 2017

Flanieren in den Märzen – am 02. April 2017

Nachdem sich der Frühling nicht nur laut Kalender, sondern auch in Tat angekündigt hatte, - und wir fast hochsommerliche Temperaturen verzeichnen konnten, nahte unser lange vorausgeplanter Termin des Frühlingsflanierens mit der Wetterprognose >>durchwachsen mit Schauern und Gewitter…<<. So war am frühen Morgen der erste Blick zum Himmel, - und der sagte so schlechte Aussichten nicht. Im Radio blieb man bei der Ansage von gelegentlichem Schauerregen und Gewitterneigung.

Aber den Barockleuten war wohl die Winterpause lang genug und kaum einer ließ sich abhalten. So versammelten wir uns vor der Historischen Schankwirtschaft „Zum Schießhaus“, wo wir ab 11:00 Uhr zunächst am AKB- Stammtisch teilnehmen wollten. Immerhin nahmen an der Beratung 22 AKB- Mitglieder teil. 

Der vom AKB- Präsident Herrn Wolfgang PETZOLDT angekündigte einzige Tagesordnungspunkt war das „6. Dresdner TDB- Lustlager“ (12. – 14.05.2017) in Bad Sonnenland in Moritzburg.

Dazu erteilte er der TDB- Vorsitzenden Frau Silvia WEISE das Wort. Grund ihrer Ausführungen war die Bitte um aktive Unterstützung als Darsteller und Helfer.

Auch zum Thema „700 Jahre Ruhland“ wurde kurz gesprochen, was die TDB- Geschäftsführerin Frau Regina SCHWABE übernahm.

Die Zeit der Beratung war schnell um und wurde von dem etwas längeren Warten aufs Kredenzen des Mittagessens abgelöst.

Hierbei kam unser Zeitplan etwas ins Wanken, aber die drei Robenträger, die am Kronentor zu uns stoßen wollten, harrten treu und brav aus und so konnten wir den Zwingergarten in Besitz nehmen. Wir brauchten auch ganz schnell etwas so Schönes, wie dieses einmalige Barockbauensemble des Zwingers, um uns von den neuen Beton – Glas - Beton- Bauwerken, die man dem altehrwürdigen Herzogin Garten verpasst hat, zu erholen. Im Sozialismus tat man dem historischen Gelände den Verfall an, heute vernichtet der Profitgedanke des Kapitalismus alles und das noch viel gründlicher. Sozialwohnungen könnte man ja gerade noch akzeptieren, aber diese Nobelbuden nicht?

Da das Wetter sich immer mehr von den miesen Prognosen entfernte und von  Stunde zu Stunde besser wurde, war im Zwinger regelrechter Hochbetrieb und wir kamen nur schwer voran. Dem ziemlich arg lahmenden Cämmerer konnte das nur recht sein.

Irgendwann waren wir dann doch an der Sempergalerie angekommen und wir wollten zum obligaten Fototermin auf die dortige Treppe nicht, - diesmal nicht, denn die geschwungene Treppe an Französischen Pavillon hat so was Einladendes und bei  den  vielen anwesenden Touristen würde es auch dort zu regem Knipsen kommen.

Die Ausmaße hätten wir uns nicht vorstellen wollen.

Ein große Gruppe junger Leute aus Frankreich ist regelrecht über uns hergefallen und gab uns keine Chance des Entrinnens. Man nennt diese neue Mode (oder Sucht) Selfie, die einem unvermittelt an den Hals geht und mit auf das App- Display zwingt. Dabei wurde selbst so ein oller weißbärtiger Cämmerer nicht verschont… Erst als er einen Fingerzeig auf den jungen Kavalier namens Rico machte, war er befreit, - nur der liebe Rico konnte sich nun kaum dem weiblichen Andrang erwehren…

Schlussendlich hatte sich unsere Adelsgesellschaft doch noch freigekämpft und wir kamen dann an der Semper- Treppe doch nicht vorbei, weil wir auch hier von den vielen Fotofreunden mit Beschlag belegt wurden.

Majestät hat uns dann mit einem Befreiungsschlag auf den Theaterplatz geführt, wo es nun ruhiger wurde. Der einzige Fotowunsch stammte von S.K.M. August dem Starken selbst, der unbedingt mit seinem Nachfahren König Johann dem Wahrhaftigen aufs Bild wollte.

Auf der Brühlsche Terrasse ging dem Adelsvolk ein Geruch in die Hochedlen Näsen, der nahen Ausschank des Türkentrunkes verhieß. Und im Antikcafé wurden wir auch wohlwollend begrüßt, platziert und bestens bedient. Gestärkt ging es nun in Richtung Augustusstrasse und am Fürstenzug vorbei. Hier hatte Majestät (Werner POHLE) wissbegierigen Dresdenbesuchern viel zu erzählen.

Durch das Georgentor, am Residenzschloss vorbei, ging es zum Neumarkt. Das geschah auf ausdrücklichen Wunsch des Cämmerers, der unbedingt den Wrackplatz ausgedienter Kutschen sehen wollte. Uff, meinte dieser, als wenn der verhunzte Herzogin Garten nicht schon genügt hätte… Als Kunst konnte er den dort deponierten Schrott jedenfalls nicht. Der Cämmerer will ein verständnisloses Kopfschütteln des großen Reformators bemerkt haben, denn der hat die Rostkutschen direkt vor der Nase. (Übrigens gegen die am „Mahnmal“ deponierten Friedensbotschaften hat er, - und wohl kaum einer der verwunderten Betrachter, etwas einzuwenden.

Zurück zum Schloss, konnte sich nun Bernhardt Heribert Graf zu Nau (Bernd SCHWABE) an der herrlich übervoll blühenden Magnolie erfreuen. Es ist eine Pracht und des Grafen Frust war wie weggeblasen. Das waren aber auch der Kurfürst und seine Begleitung.

Es ging mit dem Grafen und Cämmerer nunmehr sehr schleppend zum Endpunkt unseres Flanierganges am „Schießhaus“, wo er gerade noch ankam, als sich Majestät und sein liebes Töchterchen Anna Caterina Gräfin von Orczelska (Nadin SCHUBERT) ihre Kutsche bestiegen. Ein letztes Wort stellte fest, dass es wieder ein sehr schöner Flaniernachmittag war, zumal uns das Wetter sogar noch etwas Sonne bescherte. Text und Fotos: Bernd Schwabe (eingestellt am 03.04.2017)      

 



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